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07.12.2015

Reststoffdeponie  - Gebührenerhöhung ab 01.01.2016

Am besten noch im alten Jahr nach Spitzlberg

Wer größere Mengen an Glaswolle, Straßenkehricht sowie Rigips- oder Eternit-Platten zu entsorgen hat, sollte seinen Abfall am besten noch im alten Jahr zur Reststoffdeponie Spitzlberg fahren. Denn ab Januar gelten dort neue Gebühren, die im Durchschnitt um mehr als 20 Prozent teurer sind. Wer nur eine Kofferraum-Ladung mit Ofenasche, Dämm- oder Isoliermaterial zusammenbringt, kann sich mit der Entsorgung dagegen getrost noch etwas Zeit lassen, da die geänderte Gebührensatzung ab 1. Januar erstmals eine „Kleinmengenregelung“ beinhaltet, mit der Kleinanlieferer künftig günstiger fahren.

Dass die Umweltpolitiker des Kreistags an der Gebührenschraube drehen (müssen), hat im wesentlichen drei Gründe: Zum einen wurde heuer auf der Reststoffdeponie der zweite Bauabschnitt fertiggestellt und in Betrieb genommen, mit dem der Landkreis Landshut für zwei Jahrzehnte vorgesorgt haben dürfte, aber eben auch keine ganz billige Investition getätigt hat. Folglich mussten die Gebühren für die abzulagernden Reststoffe neu kalkuliert werden, damit neben den Herstellungskosten für den zweiten Bauabschnitt auch die jährlichen Betriebskosten, Rückstellungen für Rekultivierungsmaßnahmen und die Folgekosten nach Beendigung des Deponiebetriebs abgedeckt sind. Die neue Gebührenkalkulation geht von einer durchschnittlichen jährlichen Ablagerungsmenge von 15 000 Kubikmetern aus.

Zum zweiten musste die Gebührensatzung überarbeitet werden, weil seit Januar 2015 ein neues Mess- und Eichgesetz in Kraft ist. Darin ist vorgeschrieben, dass Gewichte unter 200 Kilogramm nicht mehr in den Maßeinheiten Kilogramm oder Tonne angegeben werden. Deshalb werden „Kleinanlieferer“ in Zukunft pauschal abgerechnet: nach Pkw-Kofferraum, Pkw-Anhänger oder Kleintransporter.

Zum dritten spielte das spezifische Gewicht der unterschiedlichen Abfallarten bei der geltenden Gebührenstaffelung nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen wurde bislang eine Basisgebühr in Höhe von 73 Euro pro Kubikmeter beziehungsweise pro Tonne berechnet, je nachdem ob das angelieferte Material gewogen oder abgemessen wurde. Tatsächlich bringt jedoch jedes Material bei gleichem Volumen ein anderes Gewicht auf die Waage. Aus diesem Grund kam bei der Neufestsetzung der Gebühren eine Tabelle des Landesamts für Umwelt zur Anwendung, mit der das spezifische Gewicht der unterschiedlichen Abfallarten berechnet werden kann.

Für folgende Abfallarten erhöht sich die Gebühr ab 1. Januar von 73 auf 90 Euro je Tonne:

Aluminium-Schlamm, Baustoffe auf Gips-Basis/verworfene Formen, Glasabfälle (nicht verwertbar), Kaminabbrüche, Metall-/Laserstaub, Metallschleifschlamm, Sandfangrückstände (gewerblich und kommunal), Schlamm aus der Wasseraufbereitung, Schlämme aus der physikalisch-chemischen Behandlung von Abfällen (Glasschleifschlamm und Filterpressenschlamm), sonstige mineralische Abfälle und Strahlmittelrückstände.

Von 109 auf 113 Euro pro Tonne erhöht sich die Entsorgung von:
teerhaltigem Straßenaufbruch (Abfälle) und Teerrückständen.

135 statt bisher 109 Euro pro Tonne werden in Zukunft für folgende Materialien fällig:
Asbesthaltige Baustoffe (Eternit), Dämmmaterial verpresst in Ballen (Glaswolle, KMF, Steinwolle), Ofenasche sowie sonstige asbesthaltige Abfälle.

Teurer wird auch die Entsorgung folgender Materialien:
Straßenkehricht (113 statt 73 Euro), Isoliermaterial fest/Rigips (135 statt 73 Euro), asbesthaltiges Dämmmaterial (271 statt 219 Euro) und unverpresstes Dämmmaterial (Glaswolle, KMF, Steinwolle), dessen Entsorgung künftig mit 361 statt 219 Euro pro Tonne zu Buche schlägt.

Günstiger wird die Entsorgung folgender Abfallarten - ab 2016 nur noch 90 statt 109 Euro:
Abfälle aus Kraftwerken und anderen Verbrennungsanlagen, Bitumengemische, Brandschutt, Farbrückstände (fest), Farbschlämme (fest) und sonstige Industrieabfälle.

Noch günstiger - nunmehr 90 statt bisher 145 Euro pro Tonne:
ölverunreinigtes Erdreich und Altlastenrückstände

Für eine Tonne Schlacke aus dem Biomasseheizkraftwerk werden unverändert 30 Euro berechnet. 

Pauschalpreise für Kleinanlieferungen unter 200 Kilo

Vom neuen Jahr an werden auf der Reststoffdeponie Spitzlberg für Anlieferungen unter 200 Kilogramm nur noch Pauschalentgelte erhoben, die nach Abfallart und Abfallmenge gestaffelt sind. Grund für die Neuregelung ist das seit Jahresbeginn geltende Mess- und Eichgesetz, demzufolge Gewichte in dieser Größenordnung nicht mehr in den Maßeinheiten Kilogramm oder Tonne angegeben werden dürfen. Die Kleinmengenregelung ist laut Aussage von Deponieleiter Wolfgang Thoma für die Bürger von Vorteil: „Kleinanlieferer kommen mit den neuen Gebühren besser hin“, erläuterte Thoma den Mitgliedern des Umweltausschusses.

Künftig gibt es drei Mengen-Varianten: Pkw (Inhalt eines Standard-Kofferraums), Pkw mit besonderer Ladefläche oder Dachträger beziehungsweise Pkw mit Anhänger (mit Bordwand- oder Ladehöhe bis 50 Zentimeter oder einer Ladefläche bis zu zwei Quadratmetern) sowie Kleinbus, Klein-Lkw oder Transporter (bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht) oder Pkw mit Anhänger (mit Bordwand- oder Ladehöhe über 50 Zentimeter oder Ladefläche bis zu vier Quadratmetern).

Je nach Abfallmenge werden künftig sechs Euro (Pkw), 13 Euro (Pkw mit besonderer Ladefläche beziehungsweise mit Anhänger) oder 20 Euro (Kleinbus/Klein-Lkw/Transporter) für folgende Abfallarten verlangt:

Abfälle aus Kraftwerken und anderen Verbrennungsanlagen, Altlastenrückstände, Aluminium-Schlamm, Baustoffe auf Gips-Basis/verworfene Formen, Bitumengemische, Brandschutt, Farbrückstände (fest), Farbschlämme (fest), Glasabfälle (nicht verwertbar), Kaminabbrüche, Metall-/Laserstaub, Metallschleifschlamm, ölverunreinigtes Erdreich, Sandfangrückstände, Schlamm aus der Wasseraufbereitung, Schlämme aus der physikalisch-chemischen Behandlung von Abfällen (Glasschleif- und Filterpressenschlamm), sonstige Industrieabfälle, sonstige mineralische Abfälle, Strahlmittelrückstände, Straßenkehricht, teerhaltiger Straßenaufbruch/Abfälle und Teerrückstände.

Für asbesthaltige Baustoffe (Eternit), Isoliermaterial (Rigips), Ofenasche und sonstige asbesthaltige Abfälle gilt folgende Entgeltstaffelung: 

8 Euro (Pkw), 16 Euro (Pkw mit besonderer Ladefläche beziehungsweise mit Anhänger) oder 25 Euro (Kleinbus/Klein-Lkw/Transporter).

Wer unverpresstes Dämmmaterial in einem 70-Liter-Kunststoffsack anliefert, muss dafür 1 Euro bezahlen. Für einen ganzen Kubikmeter unverpresstes Dämmmaterial werden 10 Euro (ohne Bigbag) beziehungsweise 14 Euro (mit Bigbag) kassiert.

(Horst Müller, Landshut Zeitung)

Neue Abfallgebühren der Reststoffdeponie Spitzlberg >>>