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Kreistag billigt Vorentwurfs-Planung mit Zweifachturnhalle
„Ein Gymnasium, das man herzeigen kann“
Kreistag hat Vorentwurfs-Planung mit Zweifachturnhalle gebilligt

Als Modell ist das neue Landkreis-Gymnasium in Ergolding schon vollendet. Der Kreistag hat nun diese von der Arbeitsgemeinschaft Behnisch Architekten/Architekturbüro Leinhäupl und Neuber (München/Landshut) vorgelegte Vorentwurfsplanung einstimmig gebilligt.
Mehrere Stunden hat sich der Kreistag am 30. Mai 2011 mit der Vorentwurfs-Planung für das neue Landkreis-Gymnasium in Ergolding beschäftigt – und die Kreisräte haben sich quer durch alle Fraktionen sehr lobend über das Produkt geäußert: Zu etlichen Detailfragen sind zwar noch unterschiedliche Anregungen gemacht worden und einige Änderungswünsche sind vorgetragen worden: Aber insgesamt ist das Konzept der Arbeitsgemeinschaft Behnisch Architekten/Architekturbüro Leinhäupl und Neuber (München/Landshut) größtenteils auf Begeisterung bei den Kreisräten gestoßen. Landrat Josef Eppeneder brachte die einhellige Stimmung denn auch auf einen Nenner: „Das wird ein Gymnasium, das man herzeigen kann.“
Unter anderem wurde gelobt, dass das Konzept den Schülern viele Freiräume biete und insgesamt durch eine verfeinerte Detailplanung überzeuge. Auch das Urteil von Maria Scharbert, der pensionierten Schulleiterin des Traunsteiner Annette-Kolb-Gymnasiums, die dem Landkreis Landshut ehrenamtlich als pädagogische Beraterin zur Seite steht, fiel eindeutig aus: „Ich kann nur gratulieren. Sie sind auf einem sehr, sehr guten Weg.“
Architekt Robert Hösle legte dar, dass das Grundstück vorgibt, wie geplant werden kann. „Unser Ansatz ist, das Grundstück zu öffnen und mit der Umgebung zu vernetzen, denn Schulen sind keine geschlossenen Systeme“, erläuterte Hösle für die Architekten-Arbeitsgemeinschaft.
Aus den Reihen der Kreisräte gab es viele Fragen, besonders zu Details der Planung wie etwa der Dachkonstruktion (Tenor: ja kein Flachdach), der Unterkellerung, einer möglichen Absenkung der Turnhalle, der Fassadengestaltung mit einer Photovoltaik-Paneele und der Lage der Technikräume. Von mehreren Kreisräten wurde darauf verwiesen, dass auf eine optimale Nutzung der Sonnenenergie zu achten sei.
Der Vorentwurf ist vom Kreistag einstimmig genehmigt worden. Grundsätzliche Entscheidungen waren auch über das energetische Konzept, die Größe der Turnhalle und die Frage der Versammlungsstätte zu treffen.
Der Planer Stefan Holst von der Firma Transsolar stellte drei Varianten für ein energetisches Konzept vor, von denen er eines empfahl, das den optimierten Anforderungen der Energie-Einsparverordnung aus dem Jahr 2009 (EnEV 2009) gerecht wird. Holst plädierte in diesem Zusammenhang für projektbezogene energetisch-wirtschaftliche Zusatzmaßnahmen zur Gebäude- und System-Optimierung, die unter anderem eine Bauteilaktivierung durch Wärmepumpe und Erdsonden sowie eine Fußbodenheizung im Schulhaus vorsieht. Dies sei das wirtschaftlichste und nachhaltigste Konzept, sagte der Planer.
Nach längeren Diskussionen plädierte der Kreistag freilich einstimmig dafür, nicht nur die von dem Planer favorisierte Variante weiter zu verfolgen, sondern als Alternative auch das Konzept, mit dem die strengeren Anforderungen des Passivhaus-Standards erfüllt werden.
Einen Schwenk nahm der Kreistag (bei zwei Gegenstimmen) in punkto Größe der Turnhalle vor. Sowohl der Hochbau-Ausschuss als auch der Kreisausschuss hatten sich in Sitzungen in den zurückliegenden Wochen für den Bau einer Zweifachturnhalle ausgesprochen. Im Kreistag wurden nun Stimmen laut, dass sich der Landkreis buchstäblich die Möglichkeit nicht verbauen dürfe, die Turnhalle später um eine dritten Halleneinheit zu erweitern. Die Planung ist dementsprechend umzustellen.
Einmütigkeit herrschte dagegen bei dem Punkt, dass die Schul-Aula als Versammlungsstätte dienen soll. Auch der von dem Landschaftsarchitekten Hermann Brenner vorgestellte Vorentwurf für die Freiraumplanung und das Verkehrskonzept passierten den Kreistag ohne Gegenstimmen.
Brenners Konzept sieht vor, dass nur Radfahrer und Lieferanten mit ihren Fahrzeugen beim Gymnasium bis vor die Türe fahren dürfen. Lehrer und Besucher-Parkplätze sollen dagegen ebenso wie die Schulbus-Haltestellen im Bereich von Industrie- und Festplatzstraße situiert werden.