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08.03.2019

Mehr Mehrweg für Landshut und die Region

Runder Tisch für alle Coffee to go-Anbieter stieß auf große Resonanz

Mehrwegbecher

Plastikteppiche von riesigem Ausmaß in den Weltmeeren, Pappbecher, die säcke-weise entsorgt werden müssen oder auch die verschmutzten Straßenränder entlang von Autobahnen und Bundesstraßen: Die Diskussionen rund um Plastikmüll und seine Folgen für die Umwelt sind seit Jahren allgegenwärtig. In der Region Landshut könnte ein erster Schritt zur Besserung  die Einführung eines Pfandsystems für Coffee to go-Becher sein, um die Vielzahl von ausgegebenen Einwegbechern deutlich zu reduzieren.

So haben die Sachgebiete Abfallwirtschaft der Stadt Landshut und des Landratsam-tes Landshut Anfang der Woche zu einem Runden Tisch eingeladen, um Geschäftsführer und Inhaber von Bäckereien, Kantinen, Cafés, Schnellrestaurants und weitere Interessenten über das Mehrweg-Pfand-System der Firma „reCup“ zu informieren. Die zeigten sich grundsätzlich interessiert, auch in ihren Geschäften auf wiederverwertbare Becher zu setzen.

reCup ist ein einfaches Pfandsystem für Mehrwegbecher. Die Becher werden in verschiedenen Farben und Größen in Deutschland gefertigt, können mit handelsüblichen Spülmaschinen gereinigt werden und sind zu 100 Prozent recycelbar. Die Unternehmen zahlen pro Ausgabestelle, also pro Filiale, eine geringe Grundgebühr. An reCup beteiligen sich mittlerweile über 2.300 Kaffee-Ausgabestellen deutschlandweit, das Netz wächst stetig an. Auf einer Karte, die auf der Homepage des erfolgreichen Start-Ups einsehbar ist, sind die bisherigen Teilnehmer verzeichnet.

Die Pfandbecher werden von den Kaffee-Anbietern für einen Euro Einsatz bei reCup geordert und für einen Euro an Kunden abgegeben bzw. zurückgenommen. Überzählige Becher können wiederum für einen Euro an reCup zurückgegeben werden. Die Anbieter müssen daher nicht in eigene Pfandbecher investieren, sondern nehmen einfach am bestehenden Pfandsystem teil. Daher ist auch die Teilnahme für eine begrenzte Zeit möglich. Wenn sich in der Region genügend Anbieter zusammenfinden und mindestens 30 Coffee to go-Ausgabestellen teilnehmen, könnte sogar eine Regionaledition (ein so genannter „Landshut-Becher“) gestaltet werden – Regionen wie das Allgäu oder der Bodensee führen bereits solche Sondereditionen.

Die Vorteile für den Einsatz eines solchen Pfandsystems sind vielfältig: Weniger Abfall, geringere Ausgaben für Einwegbecher, potentielle Neukundengewinnung und Kundenbindung. Zudem kann sich der Coffee to go-Anbieter als innovatives und umweltbewusstes Unternehmen positionieren.

„Eines der großen Ziele der Abfallwirtschaft ist auch Abfallvermeidung“, erklärte der zuständige Sachgebietsleiter am Landratsamt, Gernot Geißler. Aus wettbewerbs-rechtlichen Gründen können die kommunalen Stellen dieses Pfandsystem nicht selber einführen – so appellierten Geißler und sein städtischer Kollege Richard Geiger gemeinsam mit Landrat Peter Dreier an die anwesenden Firmen, auf freiwilliger Basis einen Beitrag zur Abfallvermeidung zu leisten.

Die Anwesenden Coffee to go Anbieter zeigten sich durchwegs interessiert an dem Mehrwegbecher und einige sagten schon eine konkrete Teilnahme zu. Einhellig wurde aber auch betont, dass eine Bewerbung durch Stadt und Landkreis wichtig wäre. Zunächst schlug Richard Geiger, der das Sachgebiet Abfallwirtschaft in der Stadt Landshut leitet, vor, dass einige besondere „Region Landshut“-Deckel als Marketingmaßnahme gesponsert werden könnten. Im Laufe der Gespräche zeichnete sich jedoch ab, dass die Gestaltung eines regionalen Landshut Bechers angegangen werden kann, weil offensichtlich genügend Anbieter den reCup Becher einsetzen wollen. Deshalb werden die Verwaltungen in Stadt und Landkreis einen entsprechenden Vorschlag in die jeweiligen Gremien (Umweltausschuss und Umweltsenat) einbringen.

(Carina Weinzierl - Pressesprecherin Landkreis Landshut)