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03.08.2018

Demokratie: Geschenk, das man bewahren muss

U 18-Wahlen in dreizehn Gemeinden des Landkreises -
Landrat Dreier begrüßt Initiative

U 18-Wahlen
Kreisjugendpfleger Markus Daiker (links) und der Geschäftsführer des Kreisjugendrings Landshut, Helmut Lipfert (rechts) erläuterten Landrat Peter Dreier die Ziele und den Ablauf der „U 18“-Wahlen für Kinder und Jugendliche eine Woche vor den bayerischen Landtags- und Bezirkstagswahlen.

Wenn am 14. Oktober in Bayern die Wahllokale für Landtags- und Bezirkstagswahlen schließen, haben im Landkreis Landshut schon längst viele Kinder und Jugendliche ihre Stimme abgegeben – genauer: über eine Woche zuvor. Denn die Kommunale Jugendarbeit des Landkreises und der Kreisjugendring führen heuer zum zweiten Mal eine „U 18-Wahl“ durch: Das heißt, Kinder und Jugendliche, die am 14. Oktober noch nicht wahlberechtigt sind, können in 15 „Wahllokalen“ meist in Jugendzentren sowie Schulen ganz konkret ihre Wahlentscheidung für die echten Parteien und Kandidaten abgeben, wie Kreisjugendpfleger Markus Daiker und der Geschäftsführer des Kreisjugendrings (KJR) Helmut Lipfert im Gespräch mit Landrat Peter Dreier erläuterten.

Mit der Initiative, die auf eine Idee des Bayerischen Jugendrings (BJR) zurückgeht, sollen junge Leute in Form eines sehr realitätsnahen Planspiels fürs politische Geschehen interessiert werden und zugleich mit den Vorgängen und Gesetzmäßigkeiten einer demokratischen Wahl vertraut gemacht werden. Damit komme die Kommunale Jugendarbeit im Landkreis einer ihrer wichtigen Aufgaben nach – nämlich der politischen Bildung. Zugleich wolle man einen Beitrag dazu leisten, dass mehr junge Menschen nach Erreichen des 18. Geburtstags das Wahlrecht auch wahrnehmen, das ihnen dann zusteht.

Gerade dieser Punkt sei aus seiner Sicht ungemein wichtig, betonte Landrat Dreier gegenüber Daiker und Lipfert: Je eher man das Wahlrecht und die Tatsache, wie grundlegend es für eine Demokratie ist, im Bewusstsein der jungen Leute verankere, desto größer sei die Chance, dass sich deutlich mehr junge Bürger an den echten Wahlen beteiligen. Besonders in den Schulen, die sich der Initiative der Kommunalen Jugendarbeit und des Kreisjugendrings angeschlossen haben, werde ja sicher auch im Unterricht verstärkt über den Urnengang in Bayern im Oktober gesprochen werden und politisches Bewusstsein im besten Sinn des Wortes geschaffen.

Er hoffe, dass die Aktion des Jugendrings und der Kommunalen Jugendarbeit mittelfristig und nachhaltig dazu beitrage, dass der Anteil der jungen Leute spürbar wächst, die an Wahlen im demokratischen Staat teilnehmen. Denn es gehe um die Zukunft der jungen Leute: Sie müssten mit Weichenstellungen und Folgen der Politik in der Gegenwart die längste Zeit leben. Und ebenso hoffe er, dass den jungen Bürgern deutlich wird, was für eine großartige Sache es sei, in einem Land zu leben, in dem es freie Wahlen gibt und einen demokratischen Rechtsstaat.

Das ist auch das Kernziel der bayernweiten Aktion, an der sich Kommunale Jugendarbeit und der Kreisjugendring im Landkreis Landshut heuer zum zweiten Mal beteiligen – nach einem Auftakt bei der Bundestagswahl im September 2017, bei der es zwei „Wahllokale“ für unter 18-Jährige gegeben hatte, in den Jugendtreffs von Rottenburg und Vilsbiburg. Nachdem die Aktion auf ebenso großes Interesse wie Resonanz gestoßen sei, habe man heuer die Aktion deutlich ausgeweitet, erläuterten Daiker und Lipfert.

In fünfzehn U 18-Wahllokalen in dreizehn Landkreis-Gemeinden, von Neufahrn bis Vilsbiburg, darunter sieben Jugendzentren, sowie in der Geschäftsstelle des Kreisjugendrings in Landshut (Hofmark-Aich-Straße 20, 84030 Landshut) können am „Wahltag“ – Freitag, 5. Oktober – zwischen 10 und 18 Uhr beziehungsweise zwischen 14 bis 18 Uhr die Stimmen abgegeben werden. Sogar Briefwahl ist – wie im wirklichen Staatsleben – möglich: Briefwahl-Unterlagen können bei der KJR-Geschäftsstelle angefordert werden und an den Kreisjugendring zurückgeschickt werden.

Eine recht interessante Information zu den  der U 18-Wahlen, die der Bayerische Jugendring seit einigen Jahren durchführt, ist nach den Worten von Kreisjugendpfleger Markus Daiker, dass die Ergebnisse der U 18 nicht grundsätzlich anders ausfallen als bei den tatsächlichen Wahlen – freilich mit ein paar signifikanten Unterschieden und anderen Schwerpunkten. Sehr positiv ist, dass bei Kindern und Jugendlichen radikale politische Strömungen von rechts wie links regelmäßig schlechter abschneiden als bei den tatsächlich Wahlberechtigten.

Dafür erhalten, wie sich wiederholt gezeigt hat, Parteien einen beachtlichen Anteil, die im tatsächlichen politischen Leben keine Rolle spielen: zum Beispiel Parteien, die Schlagworte wie Tierschutz im Namen tragen. Viele Kinder haben sich eben noch die Empathie für die Mitgeschöpfe bewahrt und geben Tierschutzparteien die Stimme (worauf erwachsene Tierfreunde mit Blick auf die Chancen von Splitterparteien in der Regel verzichten).

Die bei den U 18-Wahlen abgegebenen Zweitstimmen werden durch den Bayerischen Jugendring bayernweit bekannt gemacht. Die Ergebnisse im Landkreis Landshut, der sich in zwei Landtags-Stimmkreise unterteilt (204 Landshut und 202 Dingolfing), werden noch am Abend des 5. Oktobers bekannt gegeben, als erstes auf der Internet-Seite des Kreisjugendrings, www.kjr-landshut.de.

(Elmar Stöttner, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Landkreis Landshut)