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18.05.2020

Atomare Abfälle - „Endlager-Suche muss unvermittelt weitergehen“

Landrat Dreier kritisiert Aussetzung von wichtigem Gesetzentwurf

Geologiedatengesetz – diesen Begriff verbindet auf den ersten Blick nichts mit Kernenergie und Atomkraft. Doch dieser Gesetzentwurf ist von entscheidender Bedeutung für die Suche nach einem Endlager für atomare Abfälle und radioaktiv belastete Materialien und somit der zukünftigen Lagerung alter Brennelemente – auch aus den Kernkraftwerken Isar. Dass die Grünen im Bundesrat dieses Gesetz nun quasi auf Eis gelegt haben, stößt Landrat Peter Dreier sauer auf. „Wir brauchen diese Daten unbedingt, um die Endlager-Suche voranzutreiben und geeignete Räume zu finden, damit die noch jahrzehntelang strahlenden Abfälle sicher gelagert werden können – ein Zwischenlager wie BELLA am Standort Niederaichbach darf in keinem Fall zur Dauerlösung werden.“

Da die Endlager-Suche und die tatsächliche Inbetriebnahme ohnehin auf Jahrzehnte angelegt sind, darf jetzt keine Zeit durch politisches Klein-Klein verloren werden, erklärt der Landrat des Landkreises Landshut. „Hier mangelnde Transparenz im Umgang mit den Bodendaten anzuführen, ist schlichtweg fehl am Platz.“

Dreier hofft nun, dass die Bundesregierung den Vermittlungsausschuss einberufen wird und die Wogen schnell geglättet werden, ohne weitere Zeit zu verlieren: „Wir müssen hier an die kommenden Generationen denken, die weiter mit den gefährlichen Atom-Reststoffen leben müssen, wenn längst wieder Gras über die einstigen Kühltürme gewachsen ist. Dass wir hier die Weichen stellen, das sind wir unseren Kindern und Kindeskindern schuldig.“

(Carina Weinzierl, Pressesprecherin Landkreis Landshut)