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11.07.2017

„Das MMG wird wieder wie neu“

Offizieller Auftakt der Bauarbeiten am Montgelas-Gymnasium

Pünktlich mit dem Ende der schriftlichen Abiturprüfungen rückten Mitte Mai am Montgelas-Gymnasium die Bauarbeiter an und vor kurzem wurde die 17,4-Millionen-Euro teure Baustelle von Landrat Peter Dreier, Schulleiter Dr. Bernhard Steininger und Bürgermeister Helmut Haider offiziell in Betrieb genommen. Bis voraussichtlich Ende 2019 soll der in die Jahre gekommene Schulbau wieder in ein zeitgemäß ausgestattetes Gymnasium umgebaut werden.

Bei genauerem Hinsehen wird das Schulgebäude Stück für Stück in den Rohbauzustand zurückgesetzt und danach neu ausgestattet: Während der Generalsanierung werden Dächer, Fassaden, Fenster und Türen, Böden und Decken, Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektroinstallation erneuert. Außerdem werden Restarbeiten des Brandschutzes, die einen größeren Eingriff in das Gebäude verursachen, fertiggestellt.

Erhebliche Auswirkungen hat der Einbau des neuen Lifts, damit sich Schüler und Lehrer künftig barrierefrei im Schulhaus bewegen können. Der Aufzug wird in einem eigenen Schacht in der Nähe des Eingangs vom Lehrerparkplatz her eingerichtet. Für die Zugänge müssen zwei Klassenzimmer geopfert werden. Die Computerräume, die derzeit ebenfalls zu klein sind, sollen am bisherigen Standort bleiben, aber in Richtung Lehrerparkplatz vergrößert werden.

Auch die gesamte Medientechnik wird den aktuellen Anforderungen, die an ein modernes Gymnasium gestellt werden, angepasst – was bedeutet, dass die Klassenzimmer mit Lehrercomputern, Whiteboards, Dokumentenkameras und Beamer ausgestattet werden. Schulleiter Dr. Bernhard Steininger hatte in den Ausschusssitzungen seine liebe Mühe, den Kreisräten deutlich zu machen, dass bei so viel digitaler Erneuerung ein kleiner Rest an Kreidetafeln sowie Waschbecken in den Klassenzimmern erhalten bleiben sollen.

Das Montgelas-Gymnasium genieße einen sehr guten Ruf, sagte Landrat Peter Dreier, und zwar aufgrund seiner Lage deutlich über die Landkreisgrenzen hinaus. Deshalb sei es notwendig, auch das Schulgebäude baulich und technisch wieder auf den aktuellen Stand zu bringen. Er wisse, dass man damit schon vor einigen Jahren hätte beginnen müssen, jedoch habe zunächst das neue Gymnasium in Ergolding fertiggestellt werden müssen. Er dankte in diesem Zusammenhang der Schulfamilie ausdrücklich dafür, dass sie die Verzögerung mit Geduld ertragen habe.

Inzwischen sei der Aufwand nicht geringer geworden, fuhr Dreier fort. Trotzdem seien die Sanierungskosten in Höhe von 17,4 Millionen Euro nicht gedeckelt worden, „weil man bei einer Sanierung immer mit Überraschungen rechnen sollte“. Zudem wisse man nicht, wie sich die Baukosten allgemein entwickeln. Bisher seien Arbeiten in einem Umfang von 7,7 Millionen Euro vergeben worden: „In der Summe haben wir zwar genau die Preise bekommen, die wir vorher errechnet hatten. Aber in den einzelnen Gewerken sind die Summen deutlich abgewichen.“ Trotzdem sei das ein erster Hinweis dass man innerhalb des errechneten Preiskorridors zurechtkommen könnte.

Auswirkungen des G9
Was jetzt neu hinzukommt, seien Auswirkungen der Wiedereinführung des G9 auf das Raumprogramm der Schule. Denn die Sanierung sei auf ein achtjähriges Gymnasium ausgelegt worden, jetzt komme ein weiterer Jahrgang hinzu. „Wir haben schon frühzeitig Gespräche mit der Regierung, mit dem Ministerialbeauftragten und mit der Schule geführt“, sagte Dreier. Denn der Landrat will auf jeden Fall vermeiden, dass nach Fertigstellung dieser Sanierung die Bauarbeiten gleich weitergehen. Darüber hinaus könnte man sich bei einer Berücksichtigung der sich ergebenden Notwendigkeiten durchaus Steuergeld sparen. Die Mehrkosten indes belasten den Landkreis nicht: Nach dem Konnexitätsprinzip übernimmt der Freistaat die Kosten, die sich aus dem Wechsel zum G9 ergeben.

Auf die Frage, warum das MMG weitere Klassenzimmer benötigt, obwohl dort bis vor sieben Jahren bereits neun Jahrgangsstufen unterrichtet wurden, antwortete Schulleiter Steininger: Der neue Lehrplan Plus erfordere mehr Fachräume im wissenschaftlich-technischen Bereich. Es müssten auch die für den Lift wegfallenden Klassenzimmer kompensiert werden. Darüber hinaus habe man schon bei den Anmeldungen in diesem Jahr feststellen können, dass sich mit dem Ende des G8 wieder mehr Schüler für das Gymnasium entscheiden.

Hopfensperger zeigte sich in dem Gespräch sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Bauarbeiten. Die Zusammenarbeit mit der Schulleitung sei hervorragend, die Arbeiten selbst seien aktuell voll im Terminplan.
Bis Ende des Jahres sollen die neuen Klassenzimmer im zweiten Stock fertig sein, im März 2018 sollen die Turnhallen fertig werden. Neben den Arbeiten im Gebäude wird derzeit gerade neben der Mensa der Untergrund für die Containeranlage vorbereitet, in denen im kommenden Schuljahr ein Teil der Klassen ausgelagert werden muss.
Zwischen Parkplatz und Containerstandort neben der Mensa soll auch die neue Doppelturnhalle gebaut werden, die von Realschule und Gymnasium gemeinsam genutzt wird. Wie bereits berichtet, soll an der Turnhalle ein abgeschlossenes Bühnenhaus angebaut werden, damit dort Veranstaltungen abgehalten werden können, für die die Aulen sowohl in der Realschule wie im Gymnasium zu klein sind.

(Georg Soller, Vilsbiburger Zeitung)