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10.04.2018

Abfallstatistik 2017 - 600 000 Euro Überschuss

Jeder Einwohner entsorgt täglich 1,3 Kilogramm

Geld - MülltonneJeder Einwohner des Landkreises Landshut hat im vergangenen Jahr durchschnittlich 1,33 Kilogramm Abfall pro Tag produziert. Pro Kopf wurden insgesamt 486,04 Kilo mit der Müllabfuhr, im Gelben Sack, auf den Altstoffsammelstellen oder bei Problemmüllsammlungen entsorgt.

296,07 Kilogramm konnten wiederverwertet werden, während knapp 190 Kilo in der Schwandorfer Müllverbrennungsanlage landeten oder anderweitig beseitigt werden mussten.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Pro-Kopf-Abfallaufkommen um 7,33 Kilogramm erhöht, wobei die Zunahme zum überwiegenden Teil auf eine Steigerung bei den verwertbaren Abfällen zurückzuführen ist, deren Menge um knapp fünf Kilo den Vorjahreswert überschreitet. Die Landkreisbürger haben gegenüber 2016 mehr Biomüll, mehr Glas, mehr Bauschutt, mehr Altholz und auch mehr Alteisen entsorgt. In den Gelben Säcken landeten ebenfalls mehr Leichtverpackungen. Leicht rückläufig waren hingegen Altpapier, Grüngut und Elektroschrott.

Eine Zunahme von gut zwei Kilo gegenüber 2016 war bei den „Abfällen zur Beseitigung“ zu verbuchen. Der Hausmüll fiel dabei pro Kopf mit 132,44 Kilo (2016: 130,86 Kilo) ins Gewicht, das Sperrmüllaufkommen erhöhte sich von 39,31 auf 41,04 Kilo.

Insgesamt fielen im Landkreis Landshut im vergangenen Jahr 45 928 Tonnen wiederverwertbare Abfälle an, was einer Zunahme gegenüber 2017 um 1,7 Prozent oder 758 Tonnen entspricht. Landkreisweit sammelten die Einwohner 11 529 Tonnen Altpapier. An Grüngut kamen 2017 insgesamt 10 350 Tonnen zusammen. In den Biomülltonnen landeten 5 349 Tonnen und in den Altglascontainern 3 269 Tonnen. Zu den Bauschuttannahmestellen wurden 4 287 Tonnen gebracht, die im vergangenen Jahr abgeholten Gelben Säcke brachten miteinander 3 961 Tonnen auf die Waage. Außerdem wurden 3 205 Tonnen Altholz und 1 797 Tonnen Alteisen entsorgt.

Die „Abfälle zur Beseitigung“ nahmen im gleichen Zeitraum von 29 089 auf 31 485 Tonnen zu, das sind 8,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Restmüllmenge erhöhte sich um 245 auf 20 544 Tonnen (plus 1,2 Prozent), das Sperrmüllaufkommen schlug mit 6 366 Tonnen (plus 4,4 Prozent) zu Buche.

Im Abfallwirtschaftshaushalt des Jahres 2017 waren 11,43 Millionen Euro an Einnahmen und Ausgaben veranschlagt, wobei mit einer Überdeckung in Höhe von 51 400 Euro gerechnet wurde, die als Rücklage verbucht werden sollte. Tatsächlich belief sich das Haushaltsvolumen des Abfalletats jedoch nach Ablauf des Jahres 2017 auf 11,96 Millionen Euro. Der Jahresabschluss wies einen Überschuss in Höhe von 601 000 Euro aus – knapp 550 000 Euro mehr, als kalkuliert waren. Diese überaus positive Entwicklung war auf mehrere Faktoren zurückzuführen und spiegelte nicht zuletzt das anhaltende Bevölkerungswachstum im Landkreis Landshut sowie die derzeitige Marktlage wider.

So seien die Mehreinnahmen in Höhe von knapp 77 000 Euro bei den Abfallbeseitigungsgebühren dem Einwohnerzuwachs geschuldet. Mit dem Verlauf von Altpapier hat der Landkreis ebenfalls mehr Geld gemacht, als veranschlagt war: Unterm Strich standen Mehreinnahmen in Höhe von 206 000 Euro zu Buche. „Auch Alteisen ist wieder etwas wert“, lautete Gernot Geißlers Kommentar zu den erhöhten Erlösen aus Alteisenverkäufen, die eine Einnahmensteigerung um fast 250 000 Euro zur Folge hatten.

Zudem fielen bei einer Reihe von Haushaltsposten weniger Ausgaben an: Die Kosten für Ausstattung und Instandhaltung der Altstoffsammelstellen reduzierte sich um rund 85 000 Euro. Das Defizit für die Bauschuttdeponie fiel um 51 000 Euro niedriger aus, auch für die Müllverbrennung waren um knapp 77 000 Euro höhere Kosten veranschlagt worden. Der um eine Tonne rückläufige Problemmüll führte zu geringeren Entsorgungskosten und einer Einsparung von knapp 19 000 Euro. Da der Landkreis im vergangenen Jahr im Gegensatz zu 2016 vor einem größeren Hochwasser verschont blieb, mussten keine kostenlosen Sperrmüllcontainer für die betroffenen Einwohner bereitgestellt werden, was zu Einsparungen von knapp 20 000 Euro führte.

Dank der Mehreinnahmen und Minderausgaben waren auch die demografisch bedingten Ausgabenerhöhungen leicht zu verkraften. Wegen der steigenden Einwohnerzahlen mussten mehr Mülltonnen und Wertstoffcontainer bereitgestellt und größere Mengen entsorgt werden. Dies führte zu Mehrausgaben beim Bioabfall (24 000 Euro), Restmüll (57 000 Euro), Papier (41 000 Euro) und bei den Altstoffsammelstellen (77 000 Euro).

Der Landkreis darf laut Gesetz bei der Abfallentsorgung keinen Gewinn machen, sondern muss kostendeckend kalkulieren. Einsparungen und Ersparnisse werden bei der nächsten Gebührenkalkulation berücksichtigt, so dass eine Senkung der Müllgebühren in absehbarer Zeit und bei anhaltender Entwicklung nicht auszuschließen ist.

Abfall je Bürger 2017:

Hausmüll 132,44 kg
Altpapier 74,32 kg
Grüngut 66,72 kg
Sperrmüll 41,04 kg
Biomüll 34,48 kg
Bauschutt 27,64 kg
Leichtverpackungen 25,53 kg
Glas 21,08 kg
Altholz 20,66 kg
Mineralische Abfälle 16,09 kg
Alteisen 11,58 kg
Elektroschrott 5,61 kg
Mischkunststoffe 2,98 kg
Haushaltsgroßgeräte 2,96 kg
Folien 1,60 kg
Kühlschränke 840 Gramm
Problemmüll 270 Gramm
Batterien 120 Gramm
Leuchtstoffröhren 50 Gramm

Gesamt pro Kopf 486,04 kg
Gesamt Landkreis 77 413 Tonnen

(Horst Müller, Landshuter Zeitung)