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06.12.2018

„Gefundenes“ Schwert sorgt für Erstaunen

Altertümliches Schwert von Unbekanntem abgegeben

Sax

Im Bild: Der gefundene, sehr gut erhaltene „Sax“
 

Für die Mitarbeiter der Kreisarchälogie im Landkreis Landshut gehören Funde zum Tagesgeschäft – doch dieser „Fund“ hat bei Dr. Thomas Richter und seinen Kollegen für Erstaunen gesorgt: Bei einer archäologischen Ausgrabung in der Gemeinde Postau wurde Anfang November über Nacht ein „Sax“ abgelegt – wer diese historische Waffe gefunden hat und woher sie stammt, ist unklar.

Der Sax ist ein einschneidiges Hiebschwert und war zur Zeit der Bajuwaren die am weitesten verbreitete Nahkampfwaffe. Die Klinge des gefundenen Objekts ist etwa 47 Zentimeter lang und stammt – aufgrund der Form – vermutlich aus dem fortgeschrittenen 7. Jahrhundert nach Christus. „Das Stück ist erstaunlich gut erhalten und stammt wahrscheinlich aus dem fortgeschrittenen 7. Jhdt. Die Waffe wurde oberflächlich gereinigt, vermutlich mit einer Stahlbürste. Eine professionelle Restaurierung wurde aber nicht vorgenommen“, erklärt Richter.

Sax FMA-Rekonstruktion MännertrachtFest steht: Der Fund kann nicht aus der Postauer Ausgrabung stammen. Die Waffe wurde an anderer Stelle im Rahmen von Bau- oder anderen Erdarbeiten gefunden. Auch einen Sammelfund, der bei Pflugarbeiten häufiger zu Tage treten kann, können die Experten ausschließen. „Die Fundumstände könnten uns aber Aufschlüsse geben, an welcher Stelle des Landkreises sich eine frühe Bajuwarische Siedlung oder möglicherweise ein noch nicht bekannter Begräbnisplatz aus dieser Zeit befindet– der Fund ist für uns also extrem spannend.“

Deshalb bittet Kreisarchäologe Richter den Finder, sich zu melden. Der hat aber keinerlei Konsequenzen zu fürchten, unabhängig davon ob er das Schwert vor kurzer Zeit oder bereits vor mehreren Jahren gefunden hat – die Meldung wird als gewöhnliche Fundmeldung behandelt.

Bild rechts: Eine rekonstruierte Männertracht des frühen Mittalalters, bestehend aus: Sax mit Scheide, Messer mit Scheide, Gürtel, Gürteltasche und Schild

(Carina Weinzierl, Pressesprecherin Landkreis Landshut)