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10.09.2019

Andrea Ideli - neue Integrationslotsin
im Landkreis Landshut

Fachfrau für Integration und Ehrenamt

Ideli - Vorstellung„Ich möchte den ehrenamtlichen Integrationshelfern im Landkreis eine direkte Ansprechperson sein und sie auch direkt in ihrer Arbeit mit den Flüchtlingen unterstützen“: Das ist eines der Ziele von Andrea Ideli. Sie ist seit Juni des Jahres als hauptamtliche Integrationslotsin im Landratsamt Landshut tätig. Als Nachfolgerin von Christiane Seifert und Kerstin Feldl betreut die studierte Archäologin und Ethnologin die ehrenamtlichen Integrationshelfer im Landkreis. Bevor sie die Stelle im Landratsamt antrat, war Ideli als Koordinatorin für Asyl und Integration der Stadt Vilsbiburg beschäftigt. Hier betreute sie sowohl die Ehrenamtlichen der Stadt und der Gemeinde Bodenkirchen als auch die Flüchtlinge selbst.

Mit Migrationsarbeit hat sie bereits zu Studienzeiten begonnen: So hat sie in Heidelberg beispielsweise das „festival contre le racisme“, eine universitäre Kampagne gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus, mitorganisiert und war dort Referentin des studentischen Antidiskriminierungsreferates. Und auch in der Region Landshut setzt sie auf Veranstaltungen zum Mitmachen: beispielsweise als Projektleiterin des Kid‘s World Cups, eines integrativen und inklusiven Sporttags für Kinder zwischen vier und zwölf Jahren, der im vergangenen Jahr auch auf dem Gelände des TSV Haarbach stattgefunden hat. Zum Erfolgsmodell entwickelt haben sich auch die von ihr initiierten Länderabende, aber auch Workshops und Vorträge zu Themen wie Salafismus oder Psychotraumata und deren Folgen bei Kindern und Jugendlichen.

Doch als Integrationslotsin ist für die gebürtige Bambergerin vor allem die Präsenz in den Helferkreisen entscheidend: Entsprechend besucht sie auch sehr gerne die ehrenamtlichen Helfer im Landkreis, um sich ihre Anliegen anzuhören und selbst ein Bild von der Situation vor Ort machen zu können. Die seit 2017 angebotenen Supervisionen für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer werden laut Ideli sehr gut angenommen und definitiv weitergeführt. Die Integrationslotsin denkt auch darüber nach, diese sogar zu erweitern: „Die Supervisionen helfen den Ehrenamtlichen einfach weiter – sie geben Anregungen, wie es weitergehen könnte, haben aber auch den Menschen selbst im Blick. Und das ist wichtig – denn die Anerkennung und die Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein, kann schon sehr viel beitragen.“

Insgesamt möchte sie den Bereich des ehrenamtlichen Integrationshelfer aufwerten und auch personell wieder stärken. Eine Idee dabei ist, neue Helfer für konkret formulierte Aufgaben zu gewinnen und so bestenfalls langfristig für das Projekt zu begeistern: „Wir sollten Vielfalt viel mehr als Chance denn als Herausforderung für die Gesellschaft ansehen.“ Ein entsprechendes Formular hat Ideli schon entworfen. Auch will sie den aktiven Ehrenamtlichen gegen Ende des Jahres noch einmal Dankeschön sagen: Im Rahmen einer kleinen Feier, bei der Helfer aus dem ganzen Landkreis zusammen kommen sollen.

Als Integrationslotsin sieht sie ihre Aufgabe auch darin, in der Politik auf die Situation der Ehrenamtlichen aufmerksam zu machen. Mit dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann diskutierte sie unter anderem über die schwierige Situation auf dem Wohnungsmarkt für Flüchtlinge – in diesem Bereich funktioniere es laut Ideli nicht ohne ehrenamtliche Integrationshelfer.

(Carina Weinzierl, Pressesprecherin Landkreis Landshut)