» »

14.11.2019

Wenn einen der Einsatz nicht mehr loslässt

Arbeitsgruppe zur Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV)
für Einsatzkräfte und Betroffene gegründet

Krisenintervention - SymbolbildVerkehrsunfälle mit Todesfolge, Bergung von Unfallopfern, Großbrände, ein Suizid oder die Versorgung Schwerverletzter: Zu jeder Tages- und Nachtzeit, oftmals unter Einsatz der eigener Gesundheit, sind die Mitglieder der Hilfsorganisationen wie Feuerwehr und Rettungsdienst für ihre Mitbürger da, erleben oft tragische Schicksale und belastende Situationen.

Trotz jahrelanger Erfahrung, guter Schulung und Vorbereitung: Dies geht nicht immer spurlos an den Einsatzkräften vorbei. Viele berichten, dass sie manche Situationen auch Tage und Wochen später nicht loslassen, klagen über Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme.

Psychosoziale Notfallversorgung wird hauptsächlich von den Kirchen, als auch von den verschiedenen Organisationen des Rettungsdienstes und in Schulen von staatlicher Seite speziell für Schüler angeboten. Eigens dafür geschulte und ausgebildete Mitarbeiter übernehmen die psychosoziale Betreuung der Betroffenen.

Auf Anregung des Bayerischen Innenministeriums wurde eine regionale Arbeitsgruppe für die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) – kurz: ARGE PSNV – eingerichtet, da immer die psychische Betreuung von Einsatzkräften und Betroffenen immer größeren Stellenwert eingenommen hatte. Im Zuge dieser Arbeitsgruppe sollen die unterschiedlichen Anbieter der PSNV gebündelt und so die Kontakte und Zusammenarbeit koordiniert und verbessert werden.

Die ARGE PSNV besteht aus Vertretern dieses speziellen Fachbereichs der einzelnen Hilfsorganisationen, von schulischen und kirchlichen Einrichtungen sowie der Polizei und der Katastrophenschutzbehörde. Bei ihrer konstituierenden Sitzung wurde innerhalb der Arbeitsgruppen-Mitgliedern als Ziel festgesetzt, für die Region Landshut ministerielle Vorgaben umzusetzen und zu überwachen, einheitlichen Führungsstrukturen aufzubauen, sowie Führungskräfte und Fachberater PSNV zu benennen. Diese werden im Schadensfall die Einsatzleitungen und die Katastrophenschutzbehörden im Bereich der psychischen Betreuung einer größeren Anzahl von Betroffenen unterstützen und beratend zur Seite stehen.

Durch die enge Zusammenarbeit der bereits bestehenden Strukturen in Stadt und Landkreis Landshut ist die gemeinsame Gründung der ARGE PSNV ein weiterer Schritt einer intensiven Kooperation auf allen Ebenen, wie sie bei den Hilfsorganisationen bereits besteht, um effizient und zum Wohl der Bevölkerung arbeiten zu können.

Landrat Peter Dreier, der die Teilnehmer der konstituierenden Arbeitsgruppensitzung im Landratsamt begrüßte, dankte den Seelsorgern, Helfern und Unterstützern für Ihre Bereitschaft, sich für andere einzusetzen und Ihnen in den schwierigsten und schlimmsten Situationen im Leben beizustehen: „Denn was hilft die beste Ausstattung, die die Gemeinden, die Stadt und der Landkreis den Feuerwehren oder Hilfsorganisationen zur Verfügung stellen, wenn das Erlebte selbst die freiwilligen Helfer krank macht.“

(Carina Weinzierl, Pressesprecherin Landkreis Landshut)