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08.11.2017

Ausbau der Jugendarbeit und -sozialarbeit

Betreuungsnetz in Gemeinden und Schulen wird immer engmaschiger

Die Jugendarbeit in den Gemeinden und die Jugendsozialarbeit an Schulen wird spürbar ausgebaut. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses unter Leitung von Landrat Peter Dreier (FW) haben einstimmig befürwortet, dass in fünf Kommunen des Landkreises sowie an sechs Grund- und Mittelschulen und im Sonderpädagogischen Förderzentrum Rottenburg entweder die bereits vorhandenen Stellen aufgestockt oder aber zusätzliche Sozialpädagogen angestellt werden. Die beschlossene Aufstockung des Betreuungspersonals sei, wie der Landrat mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung feststellte, „absolut gerechtfertigt in unserer Wachstumsregion“.

CSU-Kreisrätin Martina Hammerl hielt es ebenfalls für notwendig, neue Mitarbeiter im Bereich Jugendarbeit anzustellen. Der Bedarf sei aber nicht nur eine Folge der Zuzugsregion, „sondern auch deshalb gegeben, weil sich unsere Gesellschaft verändert“. Hammerl: „Das ist der Punkt, wo wir ansetzen müssen.“

Kreisjugendpfleger Jörg Schröter verwies in diesem Zusammenhang auch auf das „veränderte Freizeitverhalten“, das vor allem Auswirkungen auf die offene Kinder- und Jugendarbeit habe, die in den Jugendtreffs oder Jugendzentren der Gemeinden geleistet werde und die – im Gegensatz zur Jugendsozialarbeit an Schulen – in erster Linie präventiv tätig sei und sich grundsätzlich an alle richte und nicht nur an sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Der Landkreis gewährt den jeweiligen Gemeinden einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent zu den „nicht anderweitig gedeckten Bruttopersonalkosten für Fachkräfte“, wie es in den bereits im Jahr 1999 vom Kreisausschuss verabschiedeten Richtlinien heißt.

In Kumhausen wird der Jugendtreff durch eine pädagogische Fachkraft betreut, deren wöchentliche Arbeitszeit laut Gemeinderatsbeschluss ab Oktober von 15 auf 20 Stunden erhöht wurde. Den Bedarf haben sowohl das Kreisjugendamt als auch die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses bestätigt. Der Markt Altdorf sowie die Gemeinden Wörth und Niederaichbach leisten ebenfalls schon seit Jahren Jugendarbeit in unterschiedlichem Umfang. Von 2018 an wollen die drei Kommunen miteinander eine zusätzliche Halbtagsstelle für die Gemeindejugendpflege schaffen, wobei der/die neue Mitarbeiter/in „je nach Bedarf die örtlichen Jugendzentren unterstützen soll“.

Auch in der Stadt Vilsbiburg ist der Bedarf an städtischer Jugendarbeit nach Einschätzung des Kreisjugendamts gestiegen, weshalb neben der seit vielen Jahren besetzten Vollzeitstelle von 2018 an ein weiterer Jugendpfleger in Vollzeit beschäftigt werden soll.

„Absolut bewährt“ hat sich nach den Worten des Kreisjugendpflegers auch die „Jugendsozialarbeit an Schulen“ (JaS), die es im Landkreis Landshut seit 1999 gibt. In Altdorf ging’s los, mittlerweile ist daraus ein ausgeprägtes Netz mit insgesamt 21 Schulen geworden.

Für die Astrid-Lindgren-Schule in Rottenburg wurde aufgrund des steigenden Beratungs- und Unterstützungsbedarfs ab dem Schuljahr 2017/18 eine Erhöhung der Wochenstunden der sozialpädagogischen Fachkraft von bisher 19,5 auf 30 Stunden beantragt. Ebenfalls seit Beginn des laufenden Schuljahrs wurde die JaS-Stelle an der Mittelschule Geisenhausen von 30 auf 34 Wochenstunden aufgestockt.
Neu eingerichtet wird noch im laufenden Schuljahr die Jugendsozialarbeit an den Mittelschulen Gündlkofen/Bruckberg und Furth mit jeweils einer halben Stelle beziehungsweise 19,5 Wochenstunden. Der Bedarf in diesem Umfang sei „trotz der nicht so hohen Schülerzahlen“ an beiden Schulen gegeben und auch vom örtlich zuständigen Sozialdienst des Jugendamtes bestätigt worden.

Bereits seit längerem gibt es an der Mittelschule Rottenburg-Hohenthann eine JaS-Stelle mit 33 Wochenstunden. Um dem Bedarf gerecht zu werden, müsse aber eine zweite Stelle im Umfang von 20 Wochenstunden geschaffen werden, die von der Stadt Rottenburg eventuell in Zusammenarbeit mit einem freien Träger besetzt werde. Neu besetzt wird auch die Stelle an der Mittelschule Ergoldsbach, deren Umfang in diesem Zusammenhang von 20 Wochenstunden auf bis zu einer Vollzeitstelle erhöht werden müsse und die nach Auskunft des Sozialdienstes „zweifellos dringend erforderlich“ sei.

An der Grundschule Altdorf ist wegen des hohen Migrationsanteils eine JaS-Halbtagskraft mit staatlicher Förderung beschäftigt, die nach dem Willen des Jugendhilfeausschusses durch eine weitere halbe Stelle Unterstützung bekommt.

Das Netz der kommunalen Jugendarbeit im Landkreis Landshut >>>     


(Horst Müller, Landshuter Zeitung)