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29.06.2018

Gesundheitsschutz beginnt auch am Arbeitsplatz

Landratsamt veranstaltete gemeinsam mit der AOK
einen vielseitigen Informationstag


Gesundheitstag im Landratsamt
Im Großen Sitzungssaal wurde der Gesundheitstag eröffnet, am Podium, von links: geschäftsleitender Beamter Peter Poesze, Landrat Peter Dreier, AOK-Direktor Richard Kirmaier und Christian Gruber, Personalleiter des Landratsamts.

Neun Zehntel des Glücks des Menschen beruht allein auf der Gesundheit, befand einst der Philosoph Arthur Schopenhauer. Weil der Mensch zwar nicht neun Zehntel, aber doch einen sehr großen Teil seines Lebens am Arbeitsplatz verbringt, muss Gesundheitsschutz auch im Arbeitsalltag eine große Rolle spielen. So sieht man es jedenfalls im Landratsamt, wie Landrat Peter Dreier bei der Eröffnung eines Gesundheitstags für die Mitarbeiter des Landkreises betonte. Zusammen mit AOK-Direktor Richard Kirmaier machte Landrat Dreier deutlich, dass Gesundheit, Wohlbefinden und gutes Betriebsklima gerade auch für die Arbeitgeber von Vorteil sind: Mitarbeiter, die gesund sind und sich wohlfühlen in ihrer Haut, können auch ihre Arbeitsleistung ungestört entfalten.

Gesundheitsschutz ist somit auch ein wichtiger Schlüssel für den Erfolg eines Unternehmens, betonte Landrat Dreier vor über 100 Mitarbeitern des Landratsamts. Und das wolle der Landkreis ja gerade auch sein – ein erfolgreiches Unternehmen, das wirkungsvoll und nachhaltig für die Bürger und eine gute Zukunft der Region arbeitet.

Vor diesem Hintergrund wird im Landratsamt das betriebliche Gesundheits-Management umfassend auf Vordermann gebracht. Im Januar hat sich ein Arbeitskreis Gesundheit konstituiert, dem der geschäftsleitende Beamte Peter Poesze ebenso angehört wie Christian Gruber, Persönlicher Referent des Landrats und Personalleiter, Stephan Heilmeier vom Personalrat der Behörde ebenso wie der Betriebsarzt Andreas Müller, der Arbeitssicherheits-Beauftragte Roland Wieser und weitere Mitarbeiter – und nicht zuletzt auch Fachberater aus der Allgemeinen Ortskrankenkasse, die sich dezidiert „AOK – Ihre Gesundheitskasse“ nennt: Denn für die Gesundheit, die ein „Grundrecht ist“, wie AOK-Direktor Kirmaier betonte, kann man nach seinen Worten eine Menge tun – vor allem, wenn man die richtigen Informationen und Mittel dazu hat.

Um diese Informationen und um praktische Übungen zum Entspannen und für mehr Bewegung im Alltag ging es an diesem Gesundheitstag. Bei der ersten großen Aktion, die der Arbeitskreis auf die Beine gestellt hat, informierte ein starker Trupp von AOK-Mitarbeitern über Themen rund um die physische und psychische Gesundheit im Zusammenhang mit Arbeitsplatz und Arbeitsalltag. Acht Stationen umfasste die eintägige Aktion, an der mehrere hundert Landkreis-Mitarbeiter teilnahmen und der maßgeblich von der Projekt-Koordinatorin Theresa Schmailzl arrangiert worden ist.

Einen „gigantischen Start“ habe der Arbeitskreis Gesundheit da hingelegt, freute sich AOK-Direktor, der ebenso wie Landrat Dreier der Projekt-Koordinatorin Schmailzl großes Lob zollte. Kirmaier unterstrich, dass man auch im Gesundheitswesen mehr wegkommen müsse vom „Reparatur-Gedanken“ und hinarbeiten müsse auf Prävention, auf Vorbeugung und Erhalt der Gesundheit durch richtige Ernährung und Lebensweise vor allem. Projekt-Koordinatorin Theresia Schmailzl legte dar, was es für Vorteile für Mitarbeiter wie Arbeitgeber hat, wenn Arbeitgeber (wie ein Landratsamt zum Beispiel) gesundheitsfördernde Maßnahmen ergreift und unterstützt. Es sei eine „Win-win-Situation“ für Mitarbeiter wie Arbeitgeber, sagte sie.

Auf Seiten der Mitarbeiter stünden als Plusposten in der Bilanz zum Beispiel die Faktoren „Erhalt der Leistungsfähigkeit“, „Weniger Arbeitsbelastung“, „Verbesserte interne Kommunikation“ und „Spaßfaktor und Mitgestaltung“. Dem stünden, gemäß dieser Reihenfolge, auf Arbeitgeber-Seite diese Vorteile gegenüber: „Höhere Mitarbeiter-Motivation“, „Mehr Produktivität“, „Erhöhung der Arbeitgeber-Attraktivität, somit stärkere Wettbewerbs-Position“ und „Geringere Kosten“.

Die Forderung nach richtiger Ernährung und Lebensweise ist gar nicht so leicht zu erfüllen in diesen modernen Zeiten. Der Mensch ist, biologisch betrachtet, der ausdauerndste Läufer auf Erden. Zu Fuß hat er, nachdem er im Laufe der Evolution das Aufrechtgehen erlernt hat, einstmals in Afrika seinen Erfolgsweg begonnen, der ihn bis in die letzten Winkel der Erde gebracht hat. Aber heute verbringen ein Großteil der Menschen den größten Teil des Lebens im Sitzen, im Büro oder vor irgendwelchen Elektro-Geräten. So war das nicht vorgesehen und entsprechend ungesund ist es.

Wie sitzt man richtig vor dem Bildschirm, was kann man tun, damit die einseitige Belastung von Rücken und sonstigem Stützapparat ein wenig ausgeglichen wird? Solche Fragen beantwortete die AOK-Mitarbeiterin Birgit Fuchs, die ganz handfeste und praktische Tipps für Büro-Arbeitsplätze gab, von der Neigung des Bildschirms über die Höhe des Stuhls bis zu Lockerungsübungen – und der Empfehlung, zwischendurch jede Gelegenheit zur Bewegung zu nutzen und, zum Beispiel, Treppen zu steigen.

Vitamine für den Tag verabreichten AOK Mitarbeiter im Laufe des Gesundheitstages literweise – in Form eines köstlichen Mischgetränks aus drei verschiedenen Fruchtsäften. Eines fand sich garantiert nicht in dem gesunden Getränk: die Unmenge an Haushaltszucker, mit der viele Firmen der Lebensmittel-Industrie ebenso gezielt wie schamlos selbst Lebensmittel vollstopfen, bei denen es kein normaler Menschen erwarten würde, zum Schaden der Verbraucher, zum Vorteil des eigenen Reibachs.

Koordinations-Training und Chigong (Qigong), eine Konzentrations- und Bewegungsform aus China, die Körper und Geist in Einklang bringt, sowie Bewegungsübungen mit pfiffigen Trainings-Hanteln standen an anderen Gesundheits-Stationen im Mittelpunkt, die über mehrere Landratsamts-Etagen und einen Parkplatz verteilt waren. In einem sogenannten TZ-Mobil, einem umfunktionierten Kleintransporter, konnte man sich einer Herz-Stress-Messung und einer Wirbelsäulen-Analyse unterziehen.

„Stärker als der innere Schweinehund: Gesundheitsziele leichter erreichen“: Unter diesem Titel zeigte die Referentin Sandra Krien (Salzburg) auf, was für psychologische, oft ganz alltägliche Tricks und Finten es gibt, um sich von gesundheitsschädlichen Gewohnheiten zu lösen – und sie, und zwar nachhaltig, durch bessere Gewohnheiten zu ersetzen.

Landrat Peter Dreier blickte im übrigen schon weiter: Im Rahmen der Planung des Neubaus des Landratsamts in Essenbach sollen nach seinen Worten Ergebnisse des betrieblichen Gesundheits-Managements der Behörde berücksichtigt und auch entsprechende Räumlichkeiten vorgesehen werden.

(Elmar Stöttner, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Landkreis Landshut)