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09.10.2019

„mundgesund“ – auch im Alter

Gute Resonanz auf Infotag der Gesundheitsregion plus


Mundgesund

Im Bild v. links: Prof. Dr. Christoph Benz, Gesundheitsregion plus-Geschäftsstellenleitern Katja Krug, stellvertretende Landrätin Christel Engelhard und Ernst Binner, Vorsitzender des zahnärztlichen Bezirksverbandes Niederbayern

Auch wenn sich Zähne und Gebiss im Laufe eines Lebens verändern – eine gute und regelmäßige Pflege sind das A und O für eine lange andauernde Mundgesundheit. Besonderen Stellenwert erhält diese Vorsorge bei Menschen, die auf Pflege angewiesen sind und sich nicht mehr selbst um ihre Zahnhygiene kümmern können. Aus diesem Grund hat die Gesundheitsregion plus, in Zusammenarbeit mit dem Zahnärztlichen Bezirksverband Niederbayern, einen Informationsnachmittag für Pflegekräfte veranstaltet, der sich speziell auf eine passenden Oral- und Dentalhygiene im Pflegealltag befasste.

Prof. Dr. Christoph Benz, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, stellte in seinem Vortrag den „Koffer voller Wissen“ vor, der alle Utensilien enthält, damit Pflegende ihre Patienten und Angehörige optimal bei der Zahn- und Mundhygiene unterstützen können. Der erfahrene Zahnarzt erklärte auf anschauliche Weise, wie durch Mundbakterien Zahnerkrankungen wie Karies und Parodontitis entstehen und welche negativen Auswirkungen dies auf den gesamten Körper haben kann: So begünstigen Zahnerkrankungen sehr wahrscheinlich Herz- und Kreislauferkrankungen oder Diabetes, auch vermutet die Medizin einen Zusammenhang mit Demenz oder dem Eintreten von Rheumaerscheinungen. „Sicher ist aber, dass eine auskurierte Lungenentzündung auch wiederkehren kann, wenn der Patient an Parodontitis leidet“, erklärte Benz.

Die Mundgesundheit sollte deshalb in der Pflege einen hohen Stellenwert einnehmen. Dabei ist auch ein gewisses Umdenken gefragt, denn die eigene persönliche Mundpflege gestaltet sich anders, als dies bei einem Dritten durchzuführen, hier ist vor allem „die richtige Technik“ gefragt. So muss auch der Zahnzwischenraum unbedingt gereinigt werden, sei es bei größeren Lücken durch eine Zwischenraumbürste oder der handelsüblichen Zahnseide. Die Reinigung der Zunge darf ebenfalls nicht vergessen werden – neben positiven Effekten wie einem frischen Atem oder verbessertem Geschmack verringert dies auch die Zahl an Mundkeimen um rund 60 Prozent. Welche Zahnpasta verwendet wird, ist grundsätzlich zweitrangig – Benz zufolge müsse sie nur unbedingt Fluorid enthalten.

Patientinnen und Patienten, die auf ein Gebiss angewiesen sind, bedürfen einer separaten Mundhygiene, denn auch ohne eigene Zähne führen Bakterien im Mund zu Entzündungen. Deshalb rät Benz den Pflegern, nach den Mahlzeiten den Mund des Patienten auszuspülen und die Schleimhaut mit einer weichen Bürste zu reinigen. Die „dritten Zähne“ selbst sollten nach dem Tragen außen und innen mit Flüssigseife abgebürstet werden.

Sollten sich trotz ordentlicher Mundpflege Geschwüre an Zunge oder Schleimhaut oder ein nicht abwischbarer weißlicher Belag bilden, sollte unbedingt ein Zahnarzt hinzugezogen werden. Denn Benz betonte eindringlich: „Die Mund- und Zahnpflege ist nicht nur Sache der Pflege. Sie ist ein Zusammenspiel zwischen Zahnärzten und der Pflege, wir müssen hier unbedingt im Team arbeiten.“

Die Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion plus wie auch die stellvertretende Landrätin Christel Engelhard dankten allen Pflegekräften für Ihre Bereitschaft, sich in zum Thema der Mundgesundheit für ihre Patienten und Bewohner fortzubilden und für die wichtige Arbeit, die sie mit ihrem täglichen Engagement leisten: „Wir wissen um den Zeitdruck, der in der Pflege herrscht – deshalb war es uns ein Anliegen, Ihnen konkrete Handlungsempfehlungen zu geben, die Sie auch schnell und einfach zum Wohle des Patienten umsetzen können“, erklärte Gesundheitsregion plus-Geschäftsstellenleiterin Katja Krug abschließend.

(Carina Weinzierl, Pressesprecherin Landkreis Landshut)