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08.03.2018

Ausstellung über gelungene Baudenkmalpflege-Projekte

Gerda Kriegereit in Ruhestand verabschiedet


Kriegereit verabschiedet - Ausstellung Baudenkmalpflege-Projekte

Im Bild v. links: Landrat Peter Dreier, Marc Stülb, Gerda Kriegereit, Andreas Valenta, Sabine Zawadzki und Lorenz Schröter

Weit über 1300 Baudenkmäler aus allen Stilepochen – Kirchen wie Burgen, Villen wie Bauernhäuser – bilden einen großen kulturgeschichtlichen Schatz, den es zu schützen und zu bewahren gilt, betonte Landrat Peter Dreier bei der Eröffnung einer Ausstellung über besonders gelungene Denkmalpflege-Projekte: Eigentümern und Bauherrn mit Rat und Tat dabei zu helfen, Geld und Geduld in alte Gebäude zu investieren, um sie, in neuem Glanz, neu mit Leben zu erfüllen, ist die Aufgabe des Sachgebiets Denkmalpflege im Landratsamt, das diese Arbeit mit großem Engagement erfülle, lobte Dreier. Viel Anerkennung erhielt auch Gerda Kriegereit, die in den letzten 18 Jahren die Rettung der in der Ausstellung gezeigten Baudenkmäler fachlich begleitet hatte und nun in den Ruhestand verabschiedet worden ist.


Die Untere Denkmalschutzbehörde unter Leitung von Andreas Valenta berät im Vorfeld einer Denkmalpflege-Maßnahme über Fördermöglichkeiten und Durchführungs-Bestimmungen, also sowohl über die Hilfestellungen, die der Staat bietet, aber auch über die Hürden, die Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden zu nehmen haben. Dass diese in aller Regel schwierige und anspruchsvolle Aufgabe, ein Gebäude zu sanieren, für die Zukunft zu erhalten und angemessen zu nutzen aber von engagierten Eigentümern mit Bravour erfüllt wird, das machen nach den Worten des Landrats die in der Ausstellung gezeigten Beispiele deutlich.

In der Ausstellung, die die Grabungstechnikerin des Landkreises, Sabine Zawadzki, konzipiert hat, sind auf Roll-Ups die Restaurierungs-Maßnahmen an verschiedenen Gebäuden zwischen Neufahrn und Bodenkirchen dokumentiert: ein Kleinbauernhaus vom Ende des 18. Jahrhunderts aus der Marktgemeinde Geisenhausen zum Beispiel, das sich wieder als schmuckes Wohnhaus präsentiert.

Oder ein ehemaliges Pfarrhaus in Asenkofen (Gemeinde Neufahrn) aus der Barockzeit (1726), ein zweigeschossiger Walmdachbau, der nach Sanierung und Beseitigung vieler Schäden ebenfalls ein repräsentatives Wohngebäude darstellt, eines mit einer langen Geschichte, das viel erzählt vom Leben und Wirken der Menschen, in deren Leben er eine Rolle gespielt hat.

Natürlich fehlt auch der Vierseithof von Großmaulberg (Stadt Vilsbiburg) nicht: Dieser große Bauernhof ist vorm Verfall gerettet und umfassend renoviert worden. Die ältesten Teile des Vierseithofs gehen auf das Jahr 1676 zurück, wie eine dendrochronologische Untersuchung (Baumring-Datierung) ergeben hat. Für ihr großes Engagement sind die Besitzer des sich heute wieder in voller Pracht präsentierenden Hofs im Jahr 2011 mit dem Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung ausgezeichnet worden.

Landrat Peter Dreier unterstrich, welchen immateriellen Wert diese Gebäude darstellen, wie sie den Charakter der Region Landshut widerspiegelten und wie sie ihrer Geschichte Zeugnis ablegten. Die Region Landshut sei, das belegten reiche archäologische Funde aus allen Epochen der Frühgeschichte, seit über 7000 Jahren eine für den Menschen interessante und von seinen Kulturen geprägte Landschaft.

Mit der Ausstellung erfolgreicher Beispiele der Denkmalpflege, zunächst im Foyer des Landratsamts, dann in verschiedenen Gemeinden, solle gerade die Geschichte verdeutlicht werden, die hier schon vor langer Zeit gelebt haben und die sich, wie die Bewohner von heute, gesagt hätten: „Hier lässt es sich gut leben.“ Als Bürger dieser Region dürfe man durchaus stolz darauf sein, dass das Landshuter Land die meiste Zeit seiner Geschichte ein so starker und attraktiver Lebensraum gewesen sei.
 
Lorenz Schröter, Gebietsreferent am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) unterstrich in seinem Grußwort, dass er sich freue, viel von der Zusammenarbeit mit Gerda Kriegereit profitiert zu haben: In der Präsentation gelungener Denkmalschutz-Beispiele aus dem Landkreis Landshut finde sich auch jene Jugendstil-Villa in Velden, über die er vor 18 Jahren erstmals in Kontakt mit der Denkmalschützerin gekommen sei. Landrat Dreier machte keinen Hehl aus seiner Ansicht, dass er es für eine weitere enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem BLfD für gut und wünschenswert hielte, wenn ein aus der Region Landshut stammender und engagierter Mann wie Schröter für den Baudenkmalschutz in diesem Raum Verantwortung trage.

Sachgebietsleiter Valenta stellte im Anschluss daran die herausragenden Beispiele restaurierter Baudenkmäler vor: Neben den erwähnten Gebäuden sind dies ein Hakenhof (eine spezielle Bauernhof-Form) in der Gemeinde Bodenkirchen, die Barockkirche St. Vitus in Mettenbach sowie ein Hirtenhaus in Weihmichl. Valenta machte deutlich, dass sich hinter diesen Erfolgen ein immenses Engagement der Eigentümer und das hohe Können der ausführenden Handwerker verberge.

Das unterstrich auch Landrat Peter Dreier, der betonte, dass gerade die Eigentümer der Gebäude einen Spagat bewältigten müssten auf dem Weg zu dem Ziel, uralte, oft massiv heruntergekommene Häuser in moderne Gebäude umzugestalten. Dreier hob dabei die „pragmatische Art“ hervor, mit der Gerda Kriegereit Betroffenen geholfen habe, diesen Spagat zu meistern. Er wünschte zugleich ihrem Nachfolger Marc Stülb Erfolg bei dieser wichtigen und verdienstvollen Aufgabe.

(Elmar Stöttner, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Landkreis Landshut)