» »

08.10.2019

Hasenpest: Gefahr auch für Mensch und Hund

Kranker Feldhase: Landratsamt warnt Jäger, Spaziergänger, Schwammerlsucher

In der Marktgemeinde Essenbach ist der erste Fall von Hasenpest festgestellt worden: Nahe Essenbach ist ein Feldhase erlegt worden, der mit dem Krankheitserreger infiziert war, der auch auf Menschen und viele Haustier-Arten wie Hunde und Katzen übertragbar ist. Das Veterinäramt und das Gesundheitsamt am Landratsamt Landshut fordern daher alle zu erhöhter Vorsicht auf, die sich in der Natur bewegen: insbesondere Jäger, aber ebenso Wanderer, Spaziergänger, Hundebesitzer oder Schwammerlsucher.

Es sollte vor allem jeder Kontakt zu Hasen-Kadavern, zum Blut oder zum Kot dieser Tiere vermieden werden; schon über kleinste Verletzungen in der Haut kann der hochinfektiöse Krankheitserreger, ein Bakterium, übertragen werden, führen die Tierärztin Dr. Marion Ehrenhofer-Zettler (Veterinäramt) und die Medizinerin Dr. Christine Schmidt (Gesundheitsamt) aus. Die auffälligsten Symptome bei lebenden Tieren, die sich mit Hasenpest infiziert haben, sind Schwäche, Fieber und Teilnahmslosigkeit: Geschwächt, wie sie sind, laufen die Tiere nicht mehr vom Menschen davon, wie es ihr natürliches Verhalten wäre.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt, wie Dr. Schmidt erläutert. Laut dem auf dem Gebiet von Infektionskrankheiten führenden Berliner Robert-Koch-Institut äußert sich die – in Deutschland äußerst selten vorkommende – Erkrankung ähnlich wie eine Grippe in Form von Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit, beträgt beim Menschen in der Regel drei bis fünf Tage.

Es ist einer versierten und aufmerksamen Jägerin aus dem Markt Essenbach zu verdanken, dass – nach einer ganzen Reihe von Fällen im Nachbarlandkreis Freising – nun der erste Fall von Hasenpest im Landshuter Raum festgestellt worden ist: Die erfahrene Jägerin brachte den in dieser Woche erlegten Feldhasen zum Veterinäramt am Landratsamt, das das Tier durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersuchen ließ.

Das Ergebnis belegt nach den Worten der Amtstierärztin Dr. Ehrenhofer-Zettler eindeutig, dass der Feldhase an Tularämie erkrankt war, wie der wissenschaftliche Name der hochansteckenden Krankheit lautet. Im Volksmund wird die Krankheit auch Nagerpest genannt, weil neben Hasen und Kaninchen besonders auch Mäuse, Wühlmäuse, Ratten oder Eichhörnchen infiziert werden können – aber halt auch fleischfressende Haustiere wie Hunde und Katzen.

Menschen stecken sich in aller Regel bei intensivem Kontakt mit erkrankten Tieren, deren Ausscheidungen oder beim Umgang mit Kadavern an – wie beim Enthäuten und Ausnehmen erlegter Wildtiere. Die Hasenpest beim Menschen ist daher in erster Linie eine Berufskrankheit von Jägern, aber auch von Köchen, Metzgern, Tierärzten und, seltener, von Landwirten.

Das besonders bei niedrigen Temperaturen recht widerstandsfähige Bakterium, das die Hasenpest auslöst, überträgt sich auf unterschiedlichste Weise, selbst über aufgewirbelten Staub und verschmutztes Wasser, daher wird beim Umgang mit infizierten Kadavern neben Gummi-Handschuhen noch Atemschutz empfohlen. Auch über verzehrtes Wildbret, das unzureichend erhitzt worden war, sind bereits Infektionen vorgekommen.

(Elmar Stöttner, Pressereferent Landkreis Landshut)