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09.08.2019

Treffen der Seniorenbeauftragten

Leben mit dem Vergessen

Treffen Seniorenbeauftragte - Demenz

Bildunterschrift: Die Teilnehmer an der Fortbildung zum Thema Demenz, gemeinsam mit der Landkreis-Seniorenbeauftragten Janine Bertram und Helmut Appelt von den Landesmediendiensten Bayern.

„Leben mit dem Vergessen“ – mit diesem Film zum Thema Demenz haben sich engagierte Seniorenbeauftragte im Rahmen einer Fortbildung im Landratsamt Landshut auseinandergesetzt. Initiiert wurde die Fortbildung von der Seniorenbeauftragten des Landkreises Landshut, Janine Bertram, die Helmut Appelt von den Landesmediendiensten Bayern begrüßen konnte.

Der gut 20-minütige Film schildert dokumentarisch das Leben eines älteren Ehepaars, das plötzlich mit dem Thema Demenz konfrontiert wird, als die Frau erste Symptome zeigt: Verhaltensänderung, sie wirkt desorientiert, aggressiv und verliert zusehends ihr Gedächtnis. Neben sehr persönlichen Einblicken in das Zusammenleben mit einem demenzkranken Partner werden im Film auch allgemeine Therapiemöglichkeiten und Hilfen aufgezeigt, um den Krankheitsverlauf zu verzögern und die Lebensqualität zu steigern.

Bei der Nachbesprechung zeigten sich die Fortbildungsteilnehmer tief berührt von der Wucht, mit der die Krankheit das Leben von Betroffenen und Angehörigen verändert – vor allem der Sprachverlust der Erkrankten hat sie „erschüttert“. Der Film gibt aber auch Mut und Kraft, mit der Krankheit umzugehen. In ihren Augen brauchen pflegende Angehörige viel Geduld, Liebe und verdienen vor allem auch Respekt und Wertschätzung für ihr Tun.

In der Diskussion mit Helmut Appelt von den Landesmediendiensten Bayern wurde analysiert, wie sich das umfangreiche Filmmaterial, das zu diesem und zu weiteren Themen vorhanden ist, in der Bildungsarbeit der Seniorenbeauftragten und -beiräte einsetzen lässt. Denn die einhellige Meinung war, dass Demenz unbedingt aus der Tabuzone gebracht werden müsste und die Öffentlichkeit über diese Krankheit, die mittlerweile als Volkskrankheit Nummer zwei bezeichnet wird, informiert und vor allem sensibilisiert wird.

Trotz aller Bereitschaft und Aufopferung, die die pflegenden Angehörigen aufbringen, um erkrankte Familienmitglieder zu versorgen, brauchen sie auch eine zeitweise Auszeit vom Alltag, die mit ambulanten Tagespflege-Angeboten überbrückt werden könnte. Doch leider sind hier – vor allem im nördlichen Landkreis Landshut – noch immer deutlich zu wenige Tagespflegeeinrichtungen vorhanden. Weitere, bereits bestehende Unterstützungsangebote wie das Beratungstelefon des Verbundes DemenzLA sind oftmals nicht flächendeckend bekannt.

Das Thema Demenz wird auch im Mittelpunkt des nächsten Treffens des ImpulsNetzwerkes Senioren am 30. Oktober in Wörth stehen – dort wird die Ernährung Betroffener betrachtet, da bei fortschreitendem Krankheitsbild manche Mahlzeiten einfach „vergessen“ werden. Interessierte können sich gerne bei der Landkreis-Seniorenbeauftragten Janine Bertram melden (Tel. 0871/408-2116, janine.bertram@landkreis-landshut.de)

(Carina Weinzierl, Pressesprecherin Landkreis Landshut)