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18.12.2019

Bild des Grauens auf Hof von Schafhalter

Veterinäre und Polizei stellen Versorgung von Schafen und Ziegen sicher

Schafe sichergestellt - FlockeDas Veterinäramt am Landratsamt Landshut und die Polizeiinspektion Landshut haben einem 27-jährigen Tierhalter 15 Schafe und Ziege weggenommen und sichergestellt, dass die bei dem Landwirt aus Ergolding verbliebenen Tiere ordentlich versorgt werden: Das ist die bisherige Bilanz der vorläufigen Maßnahmen, die Landratsamt und Polizei gegen den polizei- und behördenbekannten Mann in den letzten Tagen ergriffen haben.

Auf dem offenkundig verwahrlosten Einöd-Hof des Landwirts bot sich den Amtstierärzten des Veterinäramts und den Polizisten ein Bild des Grauens: Verweste Körperteile von Schafen, teilweise halb vergraben, waren über den Hof verteilt, Gerümpel und Abfall lagen herum, Fahrzeuge standen neben verbrannten Gegenständen. Für die lebenden Schafe war kein Futter da – ausgehungert stürmten sie auf den Haufen Heu zu, den Polizeibeamte herbeibrachten.

Nicht genug: Auch die über 50 Schafe und Ziegen des Ergoldinger Landwirts, die auf dem Gelände einer Photovoltaik-Anlage westlich von Eugenbach untergebracht sind, waren nicht versorgt worden – einschließlich einiger Mutterschafe und frisch geborener Lämmer. Zwei Tierärztinnen des Landratsamts Landshut haben mit Hilfe einer Schafhalterin aus dem Landshuter Stadtteil Münchnerau die Lämmer, die Mutterschafe und einige Ziegen, insgesamt 15 Tiere, vor dem Tod durch Erfrieren und Verhungern bewahrt.

Die Mehrzahl der Schafe ist auf dem Gelände belassen worden – im Gegensatz zu den Ziegen, die mit der Kälte in diesen Tagen nicht zurecht gekommen wären. Das Veterinäramt hat indessen sichergestellt, dass die in der PV-Anlage verbliebenen Tiere mit Futter und Wasser versorgt werden. Die Hilfe durch die Münchnerauer Schafhalterin hat nach den Worten einer Veterinärin wieder einmal gezeigt, dass es ganz großartige Tierhalter in der Region Landshut gibt.

Aber eben auch schwarze Schafe: Und denen ist gar so leicht beizukommen, wie sich das Bürger wünschen würden, die Tiere als Lebewesen und nicht als Sachen ansehen. Das Eigentumsrecht ist eines der am stärksten ausgestalteten Rechte in der Rechtsordnung. Und Tiere sind Gegenstände des Eigentumsrechts. Das hat weitreichende Konsequenzen in Recht und Rechtspraxis, gerade auch in solchen Fällen.

Die auf dem Bauernhof gehaltenen Schafe sind weiter bei dem Ergoldinger Landwirt. „Gemeinsam mit der Polizei stellen wir aber sicher, dass die Tiere ordentlich versorgt werden mit Wasser und Futter“, betont Dr. Manfred Kurpiers, der Leiter des Veterinäramts am Landratsamt Landshut. Die Tiere, deren Überleben die Veterinärinnen gesichert haben, werden auf Kosten des Landwirts untergebracht.

Foto: „Flocke“ hat eine Veterinärin des Landratsamts Landshut das frisch geborene Lamm genannt, das in der Kälte keine Chance gehabt hätte, zu überleben, und das nun im Haus einer Kollegin versorgt wird.

(Elmar Stöttner, Pressereferent Landkreis Landshut)

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