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30.12.2019

Zu Weihnachten eine sichere Herberge

Veterinäre und tüchtige Helfer bringen 110 Schafe und Ziegen aus Ergolding unter

Alle 110 Ziegen und Schafe, die ein Tierhalter aus Ergolding fast zu Tode vernachlässigt hat (das Landratsamt Landshut berichtete), sind von Tierärztinnen des Landratsamts gemeinsam mit ebenso engagierten wie tüchtigen Helfern sicher und tiergerecht untergebracht worden. Am Freitag (20. Dezember) und am Montag (23. Dezember) haben Veterinärinnen und Helfer die Tiere, darunter auch neugeborene Lämmer, an einem guten und tiergerechten Ort außerhalb des Landkreises untergebracht.

Auch das Lamm „Flocke“, ein kleiner Schafbock, ist unter den in Sicherheit gebrachten Tieren. Eine Veterinärin des Landratsamts Landshut hatte das Lamm kürzlich mit nach Hause genommen, weil das Tier in der Kälte keine Überlebenschance gehabt hätte. „Flocke“ hatte zu der Schaf- und Ziegenherde eines 27-jährigen Tierhalters aus Ergolding gehört, der die Tiere auf dem Gelände einer Photovoltaik-Anlage westlich von Altdorf ohne Futter und Wasser zurückgelassen hatte.

Auch um die Ziegen und Schafe auf seinem – sichtlich verwahrlosten – Einöd-Hof in der Marktgemeinde Ergolding hat sich der 27-Jährige offensichtlich kaum gekümmert. Beamte der Polizei-Inspektion Landshut, durch Hinweise aus der Bevölkerung informiert, brachten den ausgehungerten Tieren Heu auf den Einöd-Hof und sicherten so ihr Überleben.

„Die Zusammenarbeit mit der Landshuter Polizei war in der ganzen Angelegenheit hervorragend“, resümiert Dr. Manfred Kurpiers, der Leiter des Veterinäramts am Landratsamt Landshut. Und auch eine Schafhalterin aus Landshut sowie eine Reihe von Helfern aus dem landwirtschaftlichen Bereich haben den Veterinären bei der Versorgung und nun beim Abtransport der Tiere „in großartiger Weise geholfen“, stattet der Veterinäramts-Leiter auch im Namen seiner Kolleginnen einen herzlichen Dank ab.

Bei dem 27-jährigen Ergoldinger handelt es sich im übrigen um keinen Landwirt, wie erste Informationen gelautet hatten, sondern um einen Bauarbeiter, der auf seinem ererbten Hof Schafe und Ziegen gehalten hat. „Ein normaler Schäfer geht auch nicht so mit seinen Tieren um“, unterstrich Dr. Kurpiers mit Blick auf den vor wenigen Tagen bekannt gewordenen Fall von Tierquälerei, der auch ihn, seine Tierarzt-Kollegen und alle Mitarbeiter des Veterinäramts schockiert hat.

Zwei Tierärztinnen des Landratsamts haben verschiedene Erkrankungen bei den Tieren festgestellt, von Infektionen der Atemwege bis zur Moderhinke. Diese durch Bakterien hervorgerufene Klauen-Fäule ist bei Schafen oft mit hochgradigen Schmerzen an den Klauen verbunden, die sich dabei entzünden und Eiterherde aufweisen. Alle Schafe und Ziegen sind zwischenzeitlich tierärztlich behandelt worden.

An dem sicheren Ort, an dem die Tiere nunmehr untergebracht sind, werden sie gut versorgt. Den Transport haben vom Veterinäramt beauftragte Unternehmen bewerkstelligt, die sich mit artgerechten Tiertransporten auskennen. Das Landratsamt Landshut strebt ein Tierhalte-Verbot für den polizei- und behördenbekannten Ergoldinger an und hat unverzüglich entsprechende Verfahrensschritte eingeleitet. Ob der Mann jemals wieder Nutztiere halten darf, darüber müssen gegebenenfalls Gerichte entscheiden.

(Elmar Stöttner, Pressereferent Landkreis Landshut)

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