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02.10.2019

Erste Bayerischere Demenzwoche - Positives Fazit

Leben lernen mit dem Vergessen

Demenzwoche Bertram

Im Bild: Landkreis-Seniorenbeauftragte Janine Bertram (links) und die Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion plus, Katja Krug.

„Die 1. Bayerische Demenzwoche hat uns gezeigt, dass es nach wie vor Berührungsängste mit dem Thema gibt, viele wollen sich nicht damit auseinander setzen. Deshalb ist die Sensibilisierung für den Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen weiterhin von großer Bedeutung.“ Diese Bilanz ziehen Janine Bertram, Seniorbeauftragte des Landkreises und Katja Krug, Leiterin der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus nach der ersten Bayerische Demenzwoche, die Ende September auch in der Region Landshut veranstaltet wurde.

Die persönlichen Sprechstunden, die beide im Foyer des Landratsamtes angeboten hatten, wurden gut angenommen – ausschließlich Angehörige von Demenzerkrankten suchten das Gespräch. Dabei wurde klar, dass noch viel Unsicherheit herrscht: Wie bringe ich die Betroffenen dazu, sich nicht mehr selbst hinter das Steuer zu setzen? Wann sollte man über eine gesetzliche Betreuung als Angehöriger nachdenken und welche Vollmachten und Verfügungen braucht es dafür? Das waren drei von vielen Fragen, die die Angehörigen beschäftigen.
Auch in der Aufklärung über gesundheitliche und medizinische Faktoren sehen die Bezugspersonen der Betroffenen noch großes Verbesserungspotential: Vor allem im Umgang mit Erkrankten fühlen sich viele allein gelassen und erhalten wenig Informationen über Krankheitsverlauf oder Therapiemöglichkeiten.

Zudem sind viele Angebote noch nicht bekannt, wie beispielsweise das digitale Demenzregister Bayern (kurz: digiDEM). Auf Basis von Befragungen und freiwillig übermittelter Daten erkrankter Personen und derer Angehörigen soll ein digitaler Wegweiser entstehen, der alle in Bayern verfügbaren Angebote zu diesem Themenbereich bündelt – als zentrale Anlaufstelle für Betroffene aber auch Ehrenamtliche, die sich einbringen wollen.

Was den Angehörigen auch noch unter den Nägeln brennt, ist eine wohnortnahe Versorgung der Erkrankten. Nicht jeder wohnt in der Nähe des Elternhauses oder den Verwandten und kann die Betroffenen regelmäßig selbst besuchen und versorgen. Auch haben viele Erkrankte keine Familienmitglieder, Nachbarn oder Freunde, die sie unterstützen können. Leider fehlt es derzeit in solchen Fällen noch an regionalen oder überregionalen Amtshilfen, auch Pflegeplätze oder Unterstützungsleistungen im Alltag durch externe Dienstleister sind vielfach Mangelware: „Das ist eine große Aufgabe für die ganze Gesellschaft, die uns nachhaltig beschäftigen wird“, sind sich Krug und Bertram einig.

Sowohl die Gesundheitsregions- als auch die Senioren-Beauftragte waren froh, dass so viele das Angebot der 1. Bayerischen Demenzwoche angenommen und auch das persönliche Gespräch gesucht haben – denn bisher hatte sich nur die telefonische Beratung über das Verbundprojekt „DemenzLA“ etabliert: „Jede Ausgangslage ist anders, jeder Bedarf individuell. Im direkten Austausch können wir den Betroffenen und Angehörigen am besten beraten und passende Hilfen oder Unterstützungsangebote vermitteln.“ Eben diesen persönlichen Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern zu intensivieren war sowohl der Landkreis-Seniorenbeauftragten als auch der Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion plus ein großes Anliegen.

Weitere Infos:

Senioren-Beauftragte
Janine Bertram, Tel. 0871 408-2116
E-Mail: janine.bertram@landkreis-landshut.de

Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion plus
Katja Krug, Tel. 0871 408-5701
E-Mail: katja.krug@landkreis-landshut.de

(Carina Weinzierl, Pressesprecherin Landkreis Landshut)