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21.01.2014

B15 neu – von Regensburg bis Rosenheim

Neue Trasse ein Standortfaktor ersten Ranges

 

Politiker und Wirtschaftsvertreter für B 15neu

Drei Landräte, ein Oberbürgermeister, zwei Bürgermeister, Vertreter großer Wirtschaftsunternehmen und führende Fachleute der obersten Straßenbauverwaltung. Auf Einladung von Landrat Josef Eppeneder traf sich eine ganze Phalanx von Befürwortern der B15 neu im Landratsamt Landshut. Aber hinter ihr steht, wie Dr. Tobias Nickel (Firmengruppe Dräxlmaier) ausführte, „eine schweigende Mehrheit“ in der Bevölkerung. Diese sehne die Entlastung vieler Ortschaften vom Durchgangsverkehr herbei und befürworte die neue Trasse, weil sie Arbeitsplätze schaffe und die Wirtschaftskraft der Region stärke, waren sich die Teilnehmer an dem Treffen einig.

Aber diese schweigende Mehrheit spiegele sich, auch in diesem Punkt stimmten alle Gesprächsteilnehmer überein, nicht in den Medien und in der breiten Öffentlichkeit wider. Durch dieses Ungleichgewicht entstehe bei Entscheidungsträgern wie in der öffentlichen Wahrnehmung ein Zerrbild, kritisierten sie unisono.

Landrat Eppeneder, der zu dem Treffen Landshuts OB Hans Rampf und seine Landratskollegen aus Erding und Mühldorf, Martin Bayerstorfer und Georg Huber, besonders willkommen hieß, sagte daher den Vertretern von heimischen Wirtschaftsunternehmen ausdrücklich Dank für ihr Engagement in der Initiative „Pro B15 neu“ (www.pro-b15neu.de). Und Landrat Huber bekräftige seinerseits, wie wichtig ein solches Engagement sei. Er spreche aus Erfahrung – bei verschiedenen Projekten habe sich mangelnde öffentliche Unterstützung durch die Wirtschaft negativ ausgewirkt.

Die Entwicklung in Sachen B15 neu gestaltet sich dagegen nach den Worten von Landrat Josef Eppeneder im Raum Landshut durchaus positiv. Die Wirtschaft habe sich zu Wort gemeldet und die hohe Bedeutung dieser Nord-Süd-Verbindung für den Erfolg heimischer Firmen unterstrichen. Bei Kommunalpolitikern und in der Bevölkerung sei das Vertrauen darauf gestärkt worden, dass die neue Bundesstraße 15 zügig bis in den Raum Rosenheim geplant und gebaut werden soll. Für ihn stehe fest: Es gibt keine Alternative zur B15 neu“, angedachte Ortsumgehungen führten nur zu Stückwerk und könnten nie die gemeinsame, starke Lösung einer Trasse von Regensburg bis Rosenheim ersetzen.

OB Hans Rampf und die Landräte Bayerstorfer und Huber stießen ins selbe Horn. Rampf machte wie Eppeneder deutlich, dass der Raum Landshut heute so wirtschaftlich stark sei, weil man die Chancen durch die Entwicklungsachse Autobahn 92 entschlossen genutzt habe. Die neue B15 müsse so schnell wie möglich nach Süden weitergeführt werden, sonst ersticke Landshut im Verkehr, vor allem auch im Schwerlastverkehr.

Landrat Bayerstorfer wies mit Nachdruck den in letzter Zeit von verschiedener Seite in die Diskussion gebrachten Vorschlag zurück, den Kfz-Verkehr aus Richtung Regensburg und Essenbach (A 92) nach Fertigstellung dieses Teilstücks der B15 neu über die Flughafentangente Ost (FTO) in Richtung Rosenheim zu führen. Diese Straße sei als Verlängerung der B15 neu ab Essenbach völlig untauglich, sagte Bayerstorfer. Die FTO sei bereits hoch frequentiert, die Funktion einer dringend notwendigen Nord-Süd-Verkehrsachse könne sie auch in einem Teilabschnitt keinesfalls übernehmen.

Wie es mit Baufortschritt und Planungen für die B15 neu derzeit steht und worauf in naher Zukunft zu achten ist, das legten Ministerialdirigent Karl Wiebel von der Obersten Baubehörde (bayerisches Innenministerium) und der Präsident der Autobahndirektion Südbayern, Paul Lichtenwald, detailliert dar. Die Bauarbeiten zwischen Ergoldsbach, wo das im Dezember freigegebene Teilstück der B15 neu derzeit endet, und Essenbach (Anschluss zur Autobahn 92) gehen nach den Worten Lichtenwalds zügig voran, mit einem Lückenschluss sei spätestens im Jahr 2019 zu rechnen.

Wiebel und Lichtenwald hoben hervor, dass es für den Weiterbau über Essenbach hinaus nach Süden entscheidend sein wird, welche Einstufung der Bau der Straße im neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) erhält. Sie machten deutlich, dass es für weitere zügige Fortschritte unerlässlich ist, dass der Bau der B15 neu in den sogenannten „vordringlichen Bedarf“ eingestuft wird. Dann flössen auch die notwendigen Finanzmittel in das Verkehrsprojekt. Darüber hinaus müsse die Erlangung von Baurecht an erster Stelle der Ziele stehen, die man erreichen müsse.

Wie zuvor Landrat Eppeneder ließen auch die Vertreter der Wirtschaft und des Aktionsbündnisses Pro B15 neu keinen Zweifel daran, dass die wirtschaftliche Entwicklung maßgeblich von einer guten Verkehrsinfrastruktur abhänge. Die B15 neu stelle einen Standortfaktor ersten Ranges dar für die Firmen im weiten Umland zu beiden Seiten der Trasse.

Die Firmenchefs Dr. Ernst Pöschl (Geisenhausen) und Karl Zollner (Vilsbiburg), Dr. Tobias Nickel (Dräxlmaier), Fritz Colesan (Firma Flottweg) und weitere Vertreter des Aktionsbündnisses Pro B15 neu unterstrichen die Kernpunkte ihres Forderungs- und Themenkatalogs. Diese Nord-Süd-Achse erschließe den heimischen Unternehmen neue Potentiale, sichere langfristig die vorhandenen Arbeitsplätze und schaffe neue Wirtschaftskraft und Stellen.

Dr. Nickel sagte, die Initiative sei längst über ein Aktionsbündnis der Wirtschaft hinausgewachsen und zähle bereits über 900 Mitglieder. Von Seiten der Kommunalpolitik stellten insbesondere auch der Bürgermeister von Taufkirchen an der Vils, Franz Hofstetter, und der zweite Bürgermeister der Stadt Dorfen, Johann Haberstetter, ihre Unterstützung für einen zügigen Lückenschluss der B15 neu zwischen Essenbach an der A 92 und der A 94 (München-Passau) heraus. Bürgermeister Hofstetter erklärte, dass er das umstrittene Thema auch in Wahlkampfzeiten nicht ausspare, sondern offensiv vertrete. Seine uneingeschränkte Unterstützung der B15 neu stehe als klare Aussage in seinem Wahlprogramm.

Elmar Stöttner (Pressesprecher Landkreis Landshut)