» »

24.10.2019

Integrationslotsen machen fit für interkulturelle Unterschiede

„Wann ist eigentlich pünktlich?“


Interkulturelle Unterschiede

Foto: Heike Abt (li.) referierte auf Einladung der Integrationslotsinnen der Stadt Landshut und des Landkreises Landshut, Stefanie Schüßler und Andrea Ideli (re.), über kulturelle Unterschiede.

Andere Länder – andere Sitten: Kulturelle Unterschiede führen oft zu Missverständnissen und Unmut im Miteinander. Ein beliebtes Beispiel ist die deutsche Pünktlichkeit. Doch was heißt eigentlich pünktlich, ganz global betrachtet? Kann 90 Minuten nach dem vereinbarten Termin auch noch pünktlich sein? „Ja“, sagt Diplom-Psychologin Heike Abt aus Regensburg, die auf Einladung der Integrationslotsinnen von Stadt und Landkreis Landshut ehrenamtlich Engagierte interkulturell informierte.

„Für eine Person aus Nigeria sind beispielsweise 90 Minuten nach der vereinbarten Uhrzeit durchaus pünktlich, da das in diesem Kulturkreis von allen gehandhabt wird“, sagte Abt. Laut Definition ist Kultur ein Regelsystem, das in einer Gesellschaft gilt, in der Gruppe verhandelt wird, dynamisch und veränderbar ist, sich in Symbolen ausdrückt und Identität und Zusammengehörigkeit stiftet. Diese Regeln würden von der Gesellschaft festgelegt, wobei diese durchaus über einen längeren Zeitraum veränderbar sind.

Die rund 20 Teilnehmer des Workshops lernten, dass die Grundlage für interkulturelles Verständnis das Bewusstsein über die eigene kulturelle Prägung sei. Erst dann sei es laut Abt möglich zu verstehen, wo die Unterschiede zu anderen Kulturkreisen liegen.

In Deutschland gestaltet sich – im Gegensatz zu vielen anderen Kulturkreisen – die Kommunikation direkt. Hier handelten die Menschen sehr zukunftsorientiert, sie fühlen sich durch Regeln und Strukturen sicherer, erläuterte die Trainerin. Für Menschen aus dem afrikanischen Kulturkreis, die indirekt kommunizieren, in starken Hierarchien denken und gegenwartsorientiert agieren, sei dies häufig schwer zu verstehen.

Hilfreich für die freiwilligen Integrationshelfer waren auch die Ausführungen über die stark ausgeprägte Spiritualität, die in afrikanischen Ländern den Alltag beeinflusst. Anhand praktischer Fallbeispiele erarbeiteten die Teilnehmer des Workshops eigene Lösungswege, wie eventuell auftretende Konflikte auf Augenhöhe gelöst werden können. Nur so ist es möglich, dass eine beidseitige Zufriedenheit auf Basis unserer Gesetze zustande kommt: dem wesentlichen Ziel der Integration und interkultureller Arbeit.

(Carina Weinzierl, Pressesprecherin Landkreis Landshut)

Cookie-Einstellungen

Beim Zugriff auf unsere Website werden von uns Cookies (kleine Dateien) auf Ihrer Festplatte gespeichert, die für die Dauer Ihres Besuches auf der Internetseite gültig sind. Wir verwenden diese ausschließlich dazu, Sie während Ihres Besuchs unserer Internetseite zu identifizieren. Die meisten Browser sind so eingestellt, dass sie die Verwendung von Cookies akzeptieren, diese Funktion kann aber durch die Einstellung des Internetbrowsers von Ihnen für die laufende Sitzung oder dauerhaft abgeschaltet werden.
→ Weitere Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis.

Diese Seite verwendet Personalisierungs-Cookies. Um diese Seite betreten zu können, müssen Sie die Checkbox bei "Personalisierung" aktivieren.