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06.10.2020

Mobile Zahnarztpraxis

Straubinger Modell könnte auch in der Region Landshut zum Einsatz kommen

Mobile Zahnarztpraxis

Stellten Landrat Peter Dreier und Oberbürgermeister Alexander Putz das innovative Konzept der Zahnarztpraxis im Rettungswagen vor: Ernst Binner, Vorsitzender des niederbayerischen Zahnärzteverbandes (Mitte), Jürgen Köhl, Leiter Rettungsdienst des BRK-Kreisverbands Straubing-Bogen Gesundheitsregion plus-Geschäftsstellenleiterin Katja Krug (2. v. l.) und Dr. Matthias Kurbel, Leiter des Sozialreferats der Stadt Landshut.

Die Idee ist eigentlich aus einer Laune heraus entstanden, in Straubing hat sich das Modell aber schon seit etwa acht Jahren bewährt: Eine mobile Zahnarztpraxis in einem Rettungswagen, die direkt zum Patienten kommt. Was so einfach klingt, könnte die zahnärztliche Versorgung vor allem von Bewohnern von Senioren- und Pflegeheimen deutlich vereinfachen und verbessern – möglicherweise auch bald in der Region Landshut.

Ernst Binner, Vorsitzender des zahnärztlichen Verbandes Niederbayern hat sich die geriatrische zahnärztliche Versorgung zum Ziel gemacht. Er ist einer der Initiatoren dieses innovativen Projekts, das bereits mit dem Gesundheits- und Pflegepreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet wurde. Die Leiterin der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus, Katja Krug, hatte Binner und sein unterstützendes Team des Bayerischen Roten Kreuzes ans Landratsamt Landshut eingeladen, um dieses Konzept auch Landrat Peter Dreier und Oberbürgermeister Alexander Putz vorzustellen.

Dabei richtet sich das Angebot der mobilen Zahnarztpraxis vor allem an Pflegeheime, um die dort lebenden Bewohner zahnärztlich versorgen zu können. Dadurch könnte auch mehr Augenmerk auf die Prophylaxe gelegt werden und Erkrankungen im Kiefer- und Gebissbereich frühzeitig entgegnen zu können. Großer Vorteil besteht auch darin, dass der Patient vor Ort behandelt werden kann und nicht erst mit einem Krankentransport zur Zahnarzt-Praxis gebracht werden muss. Auch bettlägerige Bewohner können ohne Weiteres versorgt werden, da die Patienten allesamt liegend zum Rettungswagen transportiert und dort behandelt werden können. Pro Tag könnten so 10 bis 20 Patienten versorgt werden.

Die Krux dabei: Die Betriebskosten für den Rettungswagen werden nicht von den Krankenkassen übernommen – sehr wohl aber die Transportkosten eines einzelnen Patienten zur Zahnarztpraxis. Schlichtweg paradox für Landrat Peter Dreier und Oberbürgermeister Alexander Putz, zumal die Vorteile auf der Hand liegen: „Nicht nur, dass hier gleich viel mehr Bewohnerinnen und Bewohner behandelt werden können. Der Einsatz dieses Rettungswagens und die kurzen Wege würden viel weniger Stress für die Bewohner verursachen.“ Vor allem demenzerkrankten Menschen, denen es schwerfällt, die gewohnte Umgebung zu verlassen, würde dies eine deutliche Erleichterung bringen.

„Ein Rettungswagen ist auch immer ein zertifizierter Eingriffsraum, von den Hygienevorgaben bis hin zur medizinischen Ausstattung. Die Geräte können in der jeweiligen Praxis sterilisiert werden“, erklärt Ernst Binner. So sind auch hochkomplexe zahnmedizinische Eingriffe im Rettungswagen möglich, sogar die ungeliebte Wurzelbehandlung. Eine Ausnahme bilden die Röntgenaufnahmen, die aufgrund der Vorgaben zum Strahlenschutz der Umgebung hier nicht durchgeführt werden dürfen.

Dabei muss der Rettungswagen nicht dauerhaft zur Zahnarztpraxis umfunktioniert werden: Die flexible Ausstattung kann schnell auf- und abgebaut werden und ist dank vollständiger Klimatisierung bzw. Beheizung zu jeder Jahreszeit einsetzbar.

Putz und Dreier zeigten sich sehr überzeugt von diesem innovativen Konzept und kündigten an, sich an Gesundheitsministerin Huml zu wenden, damit die Kosten der mobilen Zahnarztpraxis von den Krankenkassen übernommen werden. Dabei appellierten sie auch an die Zahnärzte der Region, dieses sinnvolle Angebot zu nutzen: „Unsere Gesellschaft wird immer älter – deshalb ist es auch unsere Pflicht, unseren Seniorinnen und Senioren eine gute Versorgung zu bieten: Auch im zahnmedizinischen Bereich.“

(Carina Weinzierl, Pressesprecherin Landkreis Landshut) 

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