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28.02.2019

Schweinepest-Übung

Veterinäramt Landshut übt Wildschwein-Kadaverbergung im Klosterholz

Schweinepest-Übung

Foto: Veterinäramts-Mitarbeiter übten das Bergen eines Wildschwein-Kadavers im Beisein von Vertretern der Bayerischen Staatsforsten und des Forstamtes Landshut.

„Als Amtstierärzte haben wir Erfahrung in der Bekämpfung von Seuchen und Erkrankungen innerhalb von Höfen oder Stallungen. Die Afrikanische Schweinepest stellt uns aber vor ganz neue Herausforderungen: Denn der Erreger verbleibt nicht innerhalb eines begrenzten und nachvollziehbaren Raums, er kann durch Wildschweine grundsätzlich überall in der Natur auftauchen“, erklärte der Leiter des Veterinäramtes Landshut, Dr. Manfred Kurpiers, zu Beginn einer Übungsbesprechung in Altdorf, an der neben Vertretern des Veterinäramtes Landratsamtes auch Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft, und Forsten Landshut teilnahmen.

Auch wenn die Afrikanische Schweinepest in Deutschland noch nicht festgestellt wurde, will das sich Veterinäramt Landshut so gut wie nur möglich vorbereiten: „Sollte der Fall eintreten und es würde im Landkreis Landshut die Afrikanische Schweinepest beispielsweise bei einem Wildschwein nachgewiesen werden, müssen wir schnell reagieren. Von daher ist es sinnvoll, wenn wir bereits jetzt unsere Erfahrungen austauschen und Kräfte bündeln“, führte Kurpiers aus. Da der hochinfektiöse Erreger ohne weiteres bis zu einem Jahr in der Natur verbleiben kann und auch Wetterschwankungen ihm kaum etwas anhaben können, stellt der Fall X in der Seuchenbekämpfung „eine Herausforderung wie noch nie zuvor“ dar.

Landrat Peter Dreier dankte den Vertretern der Bayerischen Staatsforsten und des Forstamtes Landshut für ihr Kommen und für ihre Bereitschaft, mit ihrer Ortskenntnis und Expertise im Wald das Landratsamt bei einem möglichen Ausbruch zu unterstützen: „Die Landwirtschaft ist weiterhin eine der starken Säulen der Wirtschaft unseres Landkreises; sie ist auch geprägt von großen Schweinehaltungen, für die ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest nicht auszumalende Folgen hätte. Aus diesem Grund müssen wir versuchen, diese schlimme Tierkrankheit so gut es geht fernzuhalten – sollte es im schlimmsten Fall doch so weit kommen, sind wir dankbar, die Fachleute für die Wälder unserer Region an unserer Seite zu wissen.“

Von Seiten des Landkreises wurden bereits die Voraussetzungen geschaffen, um Wildschweine, die vor allem im nördlichen Landkreis Landshut zu Hause sind, verstärkt bejagen zu können: Die Genehmigung von Saufängen, sofern sie die tierschutz- und jagdrechtlichen Vorgaben erfüllen, der mögliche Einsatz von Nachtvorsatz-Geräten oder auch eine Ausdehnung der Jagdzeit, schilderte der Landrat weiter.

Eine weitere Intention dieser Übung war es, die Bergung eines Wildschwein-Kadavers (in diesem Fall durch eine Attrappe aus dem Bereich des Katastrophenschutzes simuliert) darzustellen und sich Tipps der Waldexperten von den Bayerischen Staatsforsten zu holen. Vor allem bei der Geländetauglichkeit der Transportvorrichtungen, die einen mindestens 60 Kilogramm schweren Wildschwein-Kadaver sicher aus dem Wald schaffen sollen, hatten die Förster noch einige Tipps parat.

(Carina Karg, Pressesprecherin Landkreis Landshut)