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02.10.2014

Erstes Arbeitstreffen zur LEADER-Bewerbung

Stärken ausbauen, Schwachpunkte abbauen 

Leader - Arbeitstreff

Über 80 Bürger kamen, um mitzudiskutieren, wie sich die Region entwickeln soll, eine Resonanz, die Landrat Peter Dreier sichtlich freute. Denn viele Leute sind nötig, damit der LEADER-Prozess zu einem runden Erfolg wird. „Miteinander Ideen entwickeln und Motivation weitergeben“ – auf diesen Nenner brachte der Landrat den Kern der Aufgabe, die erfüllt werden muss, wenn mit dem EU-Förderprogramm nachhaltig etwas vorangebracht werden soll, das die Region stärkt, die Menschen freut und die Kommunen noch mehr gedeihen lässt.

Worum geht es bei „LEADER“, jener Initiative der Europäischen Union, hinter deren meist englisch ausgesprochenem Namen sich eine etwas langatmige französische Bezeichnung verbirgt? Wie wiederholt berichtet, bewirbt sich der Landkreis Landshut erstmalig um Fördermittel aus Brüssel gemäß dem Programm „Liaison entre actions de développement de l'économie rurale”, auf Deutsch: „Verbindung zwischen Maßnahmen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“.

Vor den Fördermittel-Fluss – zwischen einer und zwei Millionen Euro voraussichtlich – haben die Geldgeber in Brüssel einige Hürden gesetzt. Gemäß dem Motto des Förderprogramms „Bürger gestalten ihre Heimat“ stehen am Anfang Strategie-Arbeitstreffen. Bei diesen Treffen werden Stärken und Schwächen der Region diskutiert – sowie Wünsche und Ideen, wie und was sich ändern sollte, damit es besser wird auf denjenigen Gebieten, die den hier lebenden Menschen wichtig sind.

Lokale Aktionsgruppe stellt Antrag in Brüssel
Die Landkreis-Verwaltung koordiniert und konzipiert diesen mehrmonatigen Prozess, an dessen Ende im Oktober die Gründung einer Lokalen Aktionsgruppe (LAG) steht: Diese LAG, rechtlich ein Verein, ist es dann, die den Antrag in Brüssel stellt.

Dazu ist die Landkreis-Verwaltung personell verstärkt worden mit einer Mitarbeiterin, der Diplom-Geographin Karoline Bartha, die bereits Erfahrungen mit LEADER-Prozessen gesammelt hat. Und weil die Verwaltung nicht alles allein machen könne, habe man ein externes Büro ins Boot geholt. Zwei der Fachleute des Büros Dorner-Lemberger-Diekmann & Partner, Dr. Maria Diekmann und der Prof. Dr. Markus Lemberger, Professor für Regionalmanagement an der Fachhochschule Erding, moderieren die Arbeitstreffen im Landkreis.

Es gehe darum, die Stärken der Region nachhaltig auszubauen und zu schauen, wo es Verbesserungs- oder Nachholbedarf gebe und wie man unerwünschten Entwicklungen entgegenwirken könne. Von einer solchen Analyse und erst recht von den Maßnahmen auf ihrer Grundlage profitierten alle - Vereine und Verbände ebenso wie Gemeinden oder Unternehmen, einfach alle, die wollen, dass dieser Landkreis auch in Zukunft ein attraktiver Lebensraum ist, können sich an dem Prozess beteiligen.

Um auf einer breiteren Basis herauszufinden, was den Landkreis-Bürgern wichtig ist und wo sie der Schuh drückt, hat die Landkreis-Verwaltung, genauer: das Sachgebiet Kreisentwicklung mit Wirtschaftsförderer Ludwig Götz an der Spitze, eine Bürgerbefragung durchgeführt. Exakt 745 Bürger haben den Fragebogen ausgefüllt.

Energiewende treibt Landkreisbürger um
Keine großen, aber so manche kleinere Überraschung hat diese Bürgerbefragung gebracht. Die Stärken der Region bei Themenfeldern wie Wirtschaft und Handwerk spiegeln sich deutlich in den Antworten wider. Der einzige Bereich, in dem es viele Rückmeldungen mit der Bewertung „schwach“ oder „sehr schwach“ gegeben habe, sei der Öffentliche Personennahverkehr gewesen. Neue Initiativen des Landkreises auf diesem Gebiet träfen somit sicher den Nerv der Bürger.

Auch weniger berauschende Noten für die Fahrrad-Infrastruktur gehören im weiteren Sinne zu diesem Handlungsfeld. In punkto Verfügbarkeit von Flächen habe man auf Seiten der Verwaltung eigentlich mit einem positiveren Gesamturteil gerechnet. Ein paar Bemerkungen mit dem Tenor „ja, aber bitte bezahlbar!“ machten den Hintergrund deutlich.

Interessant für Entscheidungsträger wie für die Teilnehmer am LEADER-Prozess ist sicher auch das Ergebnis der Frage nach den wichtigsten Themenbereichen für den Landkreis Landshut in den kommenden Jahren. Rund 64 Prozent der an der Befragung teilnehmenden Bürger nannten an erster Stelle das Themenfeld „Energiewende/Klimaschutz/Energieversorgung“, gefolgt von „Aufwertung der Wohn- und Lebensqualität in ländlichen Gemeinden“ (52 Prozent) und „Umwelt- und Naturschutz“ (46 Prozent).
Ergebnisse der Bürgerbefragung >>>

In zwei Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmer unter der Leitung von Prof. Dr. Markus Lemberger und Dr. Maria Diekmann anschließend die ganze Palette von Themenfeldern. Auf dieser Basis analysierten sie Stärken und Schwächen der Region und gingen der Frage nach, in welche Richtung sich der Landkreis entwickeln soll. Jeder Teilnehmer kam dabei zu Wort und konnte vier Themen als Schwerpunkte benennen.

Folgende Vorschläge sind dabei als Entwicklungsziele herausgearbeitet worden: 

  • 1. Ausbau des vielfältigen Profils einer traditionellen Wirtschafts-, Kultur- und Naturraum-Region in Niederbayern;
  • 2. Bewahrung und Ausbau des kulturellen Erbes und der dörflichen Ortskernstrukturen mit den damit verbundenen Ehrenamtsaufgaben;
  • 3. Stärkung der naturräumlichen und umweltbezogenen Bewusstseinsbildung für regionale Konzepte (Energie, Landwirtschaft und andere);
  • 4. Verbesserung der Identitätsbildung und Kooperation bei weichen und harten Standortfaktoren.

Bei einem weiteren Treffen am

Montag, 13. Oktober, von 16 bis 19 Uhr

im Großen Sitzungssaal des Landratsamts

werden diese Punkte nun vertieft und konkrete Handlungsziele und Projekte entwickelt.

Anmeldungen
Telefon 0871 408-1840
E-Mail: leader@landkreis-landshut.de

(Elmar Stöttner, Pressestelle Landkreis Landshut - gekürzte Fassung der Online-Redaktion)

 

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