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06.08.2019

Biofibre GmbH aus Altdorf erhält Umweltpakt-Zertifikat

Abbaubare Blumentöpfe und umweltverträgliches Granulat


Biofibre Umweltpakt

Bildunterschrift: Übergab im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums das Zertifikat des Umweltpaktes an das aufstrebende Unternehmen Biofibre: Landkreis-Wirtschaftsreferent Ludwig Götz (rechts) mit Biofibre-CEO Christoph Glammert

Zahnbürsten aus Bambus, eine umtriebige Diskussion um ein Verbot von Plastiktüten oder das Trendhobby „Upcycling“, in dem alte Gegenstände durch Handarbeit und Kreativität einen neuen Nutzen erfahren – spätestens seit der „Fridays for future“-Bewegung hat die Debatte um Nachhaltigkeit deutlich an Fahrt aufgenommen.

Diesem Gedanken widmet sich die Firma Biofibre aus Altdorf schon seit Längerem: Das Unternehmen entwickelt naturfaserverstärke Kunststoffe, die mehrheitlich auf biologischen Zutaten basieren und so biologisch abbaubar sind. Sie sollen – über kurz oder lang – die Aufgaben etablierter chemischer Kunststoffe übernehmen. Dabei entwickelt und produziert Biofibre den Werkstoff und vertreibt diesen an industrielle Produzenten, die auf dieser Basis ihre Produkte für den Alltag oder darüber hinaus herstellen: Blumentöpfe, Bestandteile von Tragetaschen, Schuhspanner und umweltfreundliche Verpackungen sind das Ziel.

So hat das Bayerische Umweltministerium dem innovativen Unternehmen, das zur Steinl Gruppe mit Sitz in Altdorf gehört, für seine Arbeit eine Auszeichnung im Rahmen des Umweltpaktes verliehen. Stellvertretend für den Landkreis hat Wirtschaftsförderer Ludwig Götz die Urkunde an Biofibre-CEO Christoph Glammert übergeben.

An die Werkstoffe werden vielfältige Anforderungen gestellt: Verhalten bei Temperaturschwankungen und Witterungseinflüssen, Dauer des Abbaus, Beschaffenheit, Möglichkeiten zur Verarbeitung, Optik und noch vieles mehr. Ein 4-köpfiges Entwickler-Team tüftelt an dem umweltfreundlichen „Plastik von morgen“. Auch in der Wahl des Materials zur Werkstoffentwicklung achtet Biofibre auf Nachhaltigkeit – etwa 80 Prozent der Bestandteile stammen aus recycelten Produkten oder Ausschussware – bestenfalls aus der Region, um lange Transportwege zu vermeiden.

Größtes Standbein von Biofibre ist derzeit die Entwicklung und Produktion eines umweltverträglichen Granulats, das fertig gegossene Betonplatten während des Transports vom Hersteller zur Baustelle voneinander trennen und so vor Abrieb und Qualitätsverlust zu schützen. Die herkömmliche Variante, bei denen die kleinen Kügelchen aus Plastik gewonnen wurden, können von der Natur nicht abgebaut werden. Mit dem von Biofibre entwickelten Material ist sichergestellt, dass keine toxischen Bestandteile in die Umwelt gelangen und sich das Granulat innerhalb weniger Jahre auch biologisch abbaut. In diesem Jahr werden etwa 400 Tonnen dieses Trennmaterials produziert, langfristig strebt Biofibre aber bis zu 1000 Tonnen an, erklärte Glammert.

„Nachhaltigkeit an erster Stelle“ – unter diesem Motto arbeitet das innovative Team von Biofibre, das auch die intensive Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München und verschiedenen Einrichtungen im Wissenschaftszweig der Nachwachsenden Rohstoffe pflegt. Landkreis-Wirtschaftsreferent Ludwig Götz bedankte sich für die interessanten Einblicke in dieses aufstrebende, zukunftsträchtige Unternehmen und bot an, den Betrieb mit den Möglichkeiten der Wirtschaftsförderung des Landkreises Landshut zu unterstützen.

(Carina Weinzierl, Pressesprecherin Landkreis Landshut)