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08.03.2017

Regionalmanagement Stadt und Landkreis Landshut

Neue Projekte: „Mobilität Landshut“, „Landshut Innovativ“ und „Regionale Energie“.

Regionalmanagement Fortführung - StadtbusSeit August 2014 betreiben Stadt und Landkreis Landshut ein gemeinsames Regionalmanagement und werden hierbei vom Freistaat Bayern unterstützt, der die Hälfte der Personalkosten übernimmt. Wenn nun Ende Juli der dreijährige Förderzeitraum zu Ende geht, soll dies jedoch noch lange nicht das Ende des Gemeinschaftsprojektes sein.  Bis Ende 2018 sollen deshalb drei Projekte verwirklicht werden: „Mobilität Landshut“, „Landshut Innovativ“ und „Regionale Energie“.

Nach den Worten von Landrat Dreier sind Stadt und Landkreis Landshut in Sachen Regionalmanagement nicht nur „erfolgreich gestartet“, sondern nach wie vor „sehr gut unterwegs“. Das Instrument Regionalmanagement hat sich mehr als bewährt, weil viel passiert ist in dieser Zeit. In der aktuellen Förderperiode wurden mit den Themen „Bildung und Fachkräfte“, „Demografie“, „Technisch-Soziale Infrastruktur“ und „Energie“ vier Schwerpunkte gesetzt und außerdem die Querschnittsthemen „Netzwerk“, „Innovation“ sowie „Stadt-Umland-Kooperation“ bearbeitet. Das Hauptaugenmerk galt aber zweifelsohne dem Thema Bildung und Fachkräfte, wofür nicht zuletzt die erfolgreiche Bewerbung für das Qualitätssiegel „Bildungsregion“ spricht.

Projekte statt Personal

Bei einer Fortsetzung des Regionalmanagements über die ersten drei Jahre hinaus ändern sich allerdings die Grundlagen der Bezuschussung durch den Freistaat, weil das neue Programm als Projektförderung aufgebaut ist. Bislang wurden die Personalkosten pauschal gefördert, sofern die festgelegten Handlungsfelder bearbeitet wurden. Künftig sind Personalkosten nur dann förderfähig, wenn sie zur Abwicklung vorher definierter Projekte notwendig sind und sich im Rahmen der fünf Handlungsfelder – Demografischer Wandel, Wettbewerbsfähigkeit, Siedlungsentwicklung, regionale Identität sowie Klimawandel und Energie – bewegen.

Außerdem ist der Freistaat in der zweiten Förderperiode nicht mehr ganz so großzügig wie bisher: Derzeit beläuft sich das förderfähige Projektvolumen auf rund 164 000 Euro pro Jahr, künftig werden es nur noch etwa 142 000 Euro sein.

Erheblicher Mehrwert

Mit der anstehenden Umstellung auf die Projektförderung soll das Thema Mobilität in den Mittelpunkt gerückt werden, das in der Bevölkerung als eines der dringlichsten Probleme in der Region gesehen werde. Vor allem der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) gilt als „stark verbesserungswürdig“. In diesem Zusammenhang biete sich der geplante Gemeinschaftstarif für die Region Landshut geradezu als Aufhänger an, um das Regionalmanagement auf den Bereich Verkehr auszuweiten und entsprechende Projektmittel für die Weiterentwicklung des ÖPNV einzuplanen. Hier könne innerhalb eines überschaubaren Zeitraums ein erheblicher Mehrwert für die Bevölkerung in der Region erzielt werden. Deshalb sollten die verfügbaren Mittel zumindest im Jahr 2017 auf das Projekt „Mobilität Landshut“ konzentriert werden.

Die künftige Schwerpunktsetzung bedeute jedoch keinesfalls, dass das bislang in erster Linie bearbeitete Thema Bildung nunmehr „hinten runterfallen“ werde. Vielmehr soll die angedachte Ausrichtung auf relativ große „Dachprojekte“ die Möglichkeit eröffnen, um die erfolgreichen Projekte und Aufgabenstellungen aus der bisherigen Arbeit des Regionalmanagements weiterzuführen.

„Mobilität Landshut“

Im Rahmen des neuen Mobilitätsprojekts soll ein einheitliches Tarifsystem für die gesamte Region erarbeitet werden, das die ÖPNV-Nutzung erleichtern und attraktiver machen und zudem den Anschluss an benachbarte Verkehrsverbünde, insbesondere den Großraum München, herstellen soll. Im Zuge der Planungen seien auch Überlegungen anzustellen, wie das Streckennetz den künftigen Gegebenheiten angepasst werden könne. Dabei werde die Schaffung von zeitgemäßen Buchungs- und Informationssystemen sowie die Einrichtung von multimodalen Mobilitätspunkten vor allem im ländlichen Raum eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus soll das Fahrrad im Rahmen des Projekts besser als Alltagstransportmittel positioniert werden, weshalb die Planung eines Radwegenetzes für die Region mit Schwerpunkttrassen und Radschnellwegen unter Einbeziehung von E-Mobilitätskonzepten ebenfalls ins Auge gefasst wird.

Als beispielhafte Einzelmaßnahmen seien somit denkbar: die Vorbereitung und Einführung eines Verkehrsverbundes für den Raum Landshut, eine Machbarkeitsstudie für eine Stadtbahn im Bereich von Landshut und den Umlandgemeinden, die Erstellung eines Radverkehrsplans für Stadt und Landkreis, die Vorbereitung zum Anschluss an den Dachtarif für die Metropolregion München, ein Umsetzungskonzept zur Förderung der E-Mobilität im Raum Landshut, der Ausbau der betrieblichen Radverkehrsförderung, die Anpassung des Radwegeplans und eine Konzeption für demografiegerechte Mobilitätspunkte im ländlichen Raum.

„Landshut Innovativ“

Im Mittelpunkt des zweiten Projekts „Landshut Innovativ“ steht die Digitalisierung. Zum einen ist beabsichtigt, in der beruflichen und schulischen Ausbildung den Bezug zu digitalen Berufen zu erhöhen sowie Gründungen in diesem Bereich zu forcieren. Zum zweiten soll die heimische Wirtschaft verstärkt auf die Möglichkeiten hingewiesen werden, die sich durch die Digitalisierung eröffnen. Beispielhaft kämen als Einzelmaßnahmen in Frage: der Ausbau der Möglichkeiten für Mint-Werkstätten, um das Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu fördern, Digitalisierung in Schule und Handwerk, die Qualität der beruflichen Ausbildung, digitale Lösungen zur Azubigewinnung und Mitarbeiterrekrutierung, eine digitale Informationsplattform für Bürger und Neuzugezogene, die Förderung der Gründerkultur in der Region Landshut sowie nachhaltiges und demografiegerechtes Flächenmanagement und entsprechende Handlungsleitfäden für Kommunen.

„Regionale Energie“

Beim dritten Projekt geht es um die Möglichkeiten zur Nutzung regionaler Energie, wobei nicht nur die Effektivität der Nutzung erhöht, sondern auch die Einsparpotenziale bei Privathaushalten und Gewerbebetrieben verstärkt werden sollen. Ein weiteres Ziel ist, die regional erzeugte Energie auch in der Region zu halten, etwa durch Pilotprojekte für lokale Speicher- und Verwertungsmöglichkeiten.

Beispielhafte Einzelmaßnahmen sind in diesem Zusammenhang: die Sensibilisierung von Unternehmen, Gemeinden und Privatpersonen zum Thema Energieeinsparung, die Koordinierung der Aktivitäten von Klimamanagern und Vereinen, die Schaffung einer gemeinsamen Kommunikationsplattform, eine flächendeckende Energieberatung, die Unterstützung von Machbarkeitsstudien und Demonstrationsobjekten zur lokalen Speicherung und Nutzung von regenerativ erzeugter Energie aus Wasserstoff, Biogas oder Biomethan sowie die Umweltbildung an Schulen (Fortführung der Energiewerkstatt).

(Horst Müller, Landshuter Zeitung