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13.11.2019

EU-Fördergeld für Demenzarbeit im Landkreis

Dank LEADER können Halbtagsstellen geschaffen werden


EU-Fördergeld - Demenzarbeit

Im Bild: Vertreter des „Verbundes DemenzLA“, zusammen mit stellvertretender Landrätin Christel Engelhard (links) und, von rechts, Dr. Eberhard Pex (LEADER-Koordinator für Niederbayern) und dem Geschäftsführer des Landshuter Netzwerks e. V. Jürgen Handschuch.

Es ist eines der großen medizinischen und gesellschaftlichen Themen in Ländern, in denen ältere Menschen einen immer größeren Anteil ausmachen – Demenz. Entsprechend wachsen die Aufgaben sozialer Dienstleister. Dank des LEADER-Förderprogramms für ländliche Regionen kann die Arbeit für Demenzkranke im Landkreis Landshut künftig durch das Landshuter Netzwerk e. V. spürbar ausgeweitet und professionalisiert werden: Das ist ein freudiges Ereignis für die Region, wie stellvertretende Landrätin Christel Engelhard bei der Übergabe eines Bescheides über die Fördermittel unterstrich.

Christel Engelhard zog dabei auch die positive Bilanz, dass der Landkreis Landshut in den vergangenen Jahren mit Hilfe des EU-Förderprogramms für ländliche Regionen ein reichhaltiges Bündel von guten Projekten ins Leben rufen konnte. Nun komme ein wichtiges soziales Projekt hinzu, erklärte die stellvertretende Landrätin bei der offiziellen Übergabe der Förderzusage in der Zentrale des Landshuter Netzwerks.

Ehrenamtliche füllen Lücke
Das „Landshuter Netzwerk e. V., Institut für psychosoziale Rehabilitation, Offene Senioren- und Sozialarbeit“, wie es mit vollem Namen heißt, war Gastgeber für die kleine Feierstunde, weil die Organisation die Trägerschaft für das neue Projekt der Demenz-Arbeit im Landkreis Landshut übernommen hat. Dank der Fördermittel der Europäischen Union wird es möglich sein, zwei Halbtagskräfte für diese Aufgaben einzustellen – für einen Bereich an Tätigkeiten, der bislang weit überwiegend durch ehrenamtlich tätige Frauen und Männer erfüllt worden ist.

„Die Region Landshut stellt sich heute schon auf die künftigen gesellschaftlichen und demographischen Herausforderungen ein. Deshalb freut es mich, dass mit Hilfe des LEADER-Programms auch soziale Projekte unterstützt werden können“, sagte Dr. Eberhard Pex, der LEADER-Koordinator für Niederbayern, bei der Überreichung des Zuwendungs-Bescheids an den Netzwerk-Geschäftsführer Jürgen Handschuch.
Die Demenz-Arbeit im Raum Landshut ruht überwiegend auf dem Engagement von Ehrenamtlichen, organisatorisch zusammengefasst unter dem Dach der Vereinigung „Verbund DemenzLA“. Getragen wird dieser Verbund von der Alzheimer-Gesellschaft Landshut e. V., dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt e. V., dem Christlichen Bildungswerk Landshut e. V., dem Landshuter Netzwerk e. V., dem Diakonischen Werk Landshut e. V. und dem Bayerischen Roten Kreuz, Kreisverband Landshut.

Förderkriterien erfüllt
Aufgrund des stetig steigenden Bedarfs und Interesses an Beratung und Unterstützung von Seiten betroffener Angehöriger vor allem, stoßen die für den Verbund tätigen ehrenamtlichen Helfer langsam an ihre Grenzen. Daher suchen die Akteure von „DemenzLA“ inzwischen seit rund drei Jahren nach einem Weg, dass die so notwendige Hilfestellung für Demenzkranke und ihre Angehörigen vermehrt auch durch professionelle und festangestellte Fachleute geleistet und abgesichert werden kann.

Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Landkreis Landshut e. V., die die Projekte für das EU-Förderprogramm LEADER auswählt, hat sich für einen Zuschuss ausgesprochen für das Projekt „Professionalisierung Demenz-Arbeit im Landkreis Landshut/Aufbau einer Vernetzungsplattform Demenz“. Wertvolle Unterstützung leisteten von Seiten des Landkreises Landshut die Seniorenbeauftragte Janine Bertram und die Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion-Plus, Katja Krug sowie LAG-Managerin Karoline Bartha. Sie half tatkräftig mit, dass das Projekt die vielfältigen Förderkriterien des europäischen Förderprogramms erfüllte und alle bürokratischen Hürden schnell und erfolgreich genommen werden konnten.

EU trägt Hälfte der Kosten
Unterstützung fand das Projekt auch bei Dr. Eberhard Pex, dem LEADER-Koordinator für Niederbayern, vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Regen. Von dort kam auch umgehend grünes Licht für den Förderantrag, den das Landshuter Netzwerk gestellt hatte. Dr. Pex freute sich, den Zuwendungs-Bescheid an Netzwerk-Geschäftsführer Jürgen Handschuch überbringen zu können. Handschuch sagte im Namen aller in „Verbund DemenzLA“ beteiligten Partner Dr. Pex Dank für die gute Kooperation sowie der stellvertretenden Landrätin Christel Engelhardt für die großzügige personelle und finanzielle Unterstützung durch den Landkreis Landshut.

Wie Handschuch erläuterte, belaufen sich die zuwendungsfähigen Projektkosten auf knapp 105 000 Euro. Davon übernimmt das Netzwerk zehn Prozent, der Landkreis Landshut 40 Prozent und 50 Prozent entfallen auf die Förderung durch das LEADER-Programm. Stellvertretende Landrätin Christel Engelhard unterstrich, dass das Projekt ein spürbarer Gewinn für die Seniorenarbeit im Landkreis sei. Ausdrücklich dankte sie, auch im Namen von Landrat Peter Dreier und der Bürgerschaft des Landkreises, den ehrenamtlichen Demenz-Helfern für ihre engagierte Arbeit, deren Wert nicht hoch genug anerkannt werden könne.

(Elmar Stöttner, Pressereferent Landkreis Landshut)