11.07.2019

Salami im Wald: Hohe ASP-Ansteckungs-Gefahr

Weggeworfene Lebensmittel im Wald entdeckt

Salami im Wald - ASPEs ist ein schlechtes und verantwortungsloses Spiel mit dem Feuer – und beschwört eine große Gefahr herauf, die bislang zum Glück an Deutschland und der Region Landshut vorübergegangen ist, nämlich einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP): Georg Sachsenhauser, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) und Jäger, hat in einem Wald in der Nähe von Reichlkofen (Gemeinde Adlkofen) einen großen Haufen achtlos weggeworfener Lebensmittel gefunden – worunter sich auch eine größere Menge Salami befand. Über Wurst und Wurst-Abfälle hat sich die verheerende Tierseuche ASP in verschiedenen Ländern ausgebreitet.

Es ist ein wenig still geworden um die ASP: Aus den Schlagzeilen, aus dem Sinne, könnte man sagen. Nicht so bei Landwirten, Tierärzten und Veterinärämtern wie dem am Landratsamt Landshut. Das Veterinäramt, aber auch die Polizei Landshut sind durch Georg Sachsenhauser eingeschaltet – und alarmiert worden. „Die Gefahr ist keineswegs gebannt“, warnt Dr. Manfred Kurpiers, der Leiter des Veterinäramts Landshut am Landratsamt Landshut.

Immer wieder haben Veterinäre wie Dr. Kurpiers über die Medien davor gewarnt, Wurstabfälle achtlos wegzuwerfen oder – wie es in manchen Touristenorten geschieht – an junge Wildschweine zu verfüttern. Das Virus, das die ASP auslöst, kann durch einen einzigen Bissen in ein Wurstbrot auf Wild- wie Hausschweine übertragen werden.

Bekanntlich sind im vergangenen Jahr im Osten von Belgien Wildschweine an ASP verendet. Experten vermuten als Übertragungsweg weggeworfene Lebensmittel, die NATO-Soldaten von einem Manöver im Baltikum heimgebracht haben. Beunruhigt sind die Fachleute durch neue Fälle von ASP in Polen: In der zweiten Juni-Woche haben die dortigen Veterinärbehörden 24 neue ASP-Funde mit insgesamt 28 Wildschweinen registriert und festgestellt, das sich die Seuche auch geographisch weiter ausbreitet.

Das ASP-Virus, das Wild- wie Hausschweine dahinrafft, könnte bei einem Überspringen auf die Schweinebestände in der Region massive wirtschaftliche Schäden verursachen. Das Landratsamt Landshut appelliert daher auch aus diesem Grund eindringlich an alle Bürger, Lebensmittel-Abfälle, insbesondere Wurstwaren auf keinen Fall achtlos, sondern stets in geschlossenen Behältern zu entsorgen – und diese kippsicher aufzustellen. Für die Entsorgung von Eingeweiden erlegter Wildschweine hat der Landkreis Landshut für die hiesige Jägerschaft eigens Kühl-Container in den Bauhöfen in Rottenburg und Vilsbiburg aufgestellt.

(Elmar Stöttner, Pressesprecher Landkreis Landshut)