22.07.2019

16.07.2019

Großbrand bei Koslow

Zweite Informations-Veranstaltung

Die Gemeinde Wörth und der Landkreis Landshut halten am

Dienstag, 23. Juli, ab 18.30 Uhr

in der Isarhalle in Wörth

eine zweite Informationsveranstaltung ab zu dem Großbrand bei der Firma Koslow Anfang Juni, zu den Folgen des Brandes und den Konsequenzen, die daraus gezogen werden. Interessierte Bürger und Medienvertreter sind herzlich eingeladen.

Im Mittelpunkt stehen die beiden Themenkomplexe „Maßnahmen in der Firma Koslow“ und „Interpretation der Untersuchungsergebnisse“. Von Seiten des Landratsamts Landshut werden eine Reihe von Fachleuten für die angesprochenen Themen teilnehmen, darunter der Leiter des Gesundheitsamts Landshut Privat-Dozent Dr. habil. Heribert Stich, der Leiter des Veterinäramts Landshut Dr. Manfred Kurpiers, Abteilungsleiter Jakob Fuchs (Öffentliche Sicherheit und Ordnung), der Leiter des Sachgebiets Abfallwirtschaft Gernot Geißler sowie weitere Fachleute für die Bereiche Immissionsschutz und Katastrophenschutz.

(Elmar Stöttner, Pressereferent Landkreis Landshut)


02.07.2019

Schadstoffe weiträumig vom Wind verweht

Großbrand bei Recycling-Firma:
Keine unmittelbare Gesundheitsgefahr für Bürger

Schadstoffe vom Winde verweht

Bei dem Großbrand bei einem Recycling-Betrieb in Wörth an der Isar in der Nacht vom 3. auf 4. Juni, bei dem bis zu zwölf Meter hohe Haufen von Elektroschrott gebrannt haben, sind viele Giftstoffe entstanden. Sie sind aber offenkundig weiträumig vom Wind verweht worden, sodass es zu keinen unmittelbar gesundheitsgefährdenden „Konzentrationen gesundheitsriskanter Verbrennungsprodukte“ gekommen ist. Foto: Dingolfinger Anzeiger

Beim Verbrennen von Elektroschrott entstehen allerlei unappetitliche und vor allem giftige, gesundheitsschädliche Stoffe wie polychlorierte Dioxine und Furane und es werden Schwermetalle freigesetzt. Das ist sicher auch in der Nacht vom 3. auf 4. Juni geschehen bei dem Großbrand in einem Recycling-Betrieb in Wörth/Isar. Durch die aufsteigende Hitze und die Winde in der Brandnacht sind die Stoffe aber offensichtlich weiträumig verweht worden, so dass es nirgendwo zu schädlichen „Konzentrationen gesundheitsriskanter Verbrennungsprodukte“ gekommen ist, resümiert Gesundheitsamts-Chef Privat-Dozent Dr. habil. Heribert Stich.

Der Mediziner und Leiter des für Stadt und Landkreis Landshut zuständigen Gesundheitsamts am Landratsamt Landshut zieht diese Bilanz auf der Grundlage einer ganzen Reihe von Untersuchungsergebnissen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), des Altdorfer Fachbüros PGA und der international renommierten Fachfirma Agrolab (Bruckberg). (Die Ergebnisse finden sie am Ende des Artikels „Recycling-Firma: Neuanfang unter strengen Auflagen“.)

„Gesundheitsriskante Stoffe und Stoffverbindungen“, wie sie bei dem Großbrand in Wörth entstanden sind, haben „durch verschiedenste physikalische Begleitumstände“ wie „Windrichtungen, Abzug von Verbrennungsprodukten durch den sogenannten Kamineffekt, Verdünnungseffekte und so weiter“ Konzentrationen erreicht, „die nicht mehr als krankheitserregend einzuordnen sind“. „Hinzu kommt, dass mit zunehmendem Zeitabstand von einem Brandgeschehen wie etwa beim Großbrand auf dem Gelände der Firma Koslow die Konzentrationen gesundheitsriskanter Verbrennungsprodukte grundsätzlich geringer werden, sodass keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung bestehen kann“, stellt Dr. habil Heribert Stich fest.

„Um diesen positiven Effekt auch fassbar machen zu können, sind chemische Untersuchungen von Abwisch-, Boden- und Wasserproben in Hinblick auf relevante Chemikalien eine Möglichkeit, für eine fundierte Risikoabschätzung hinsichtlich eines möglichen Krankheitspotenzials zielführend“, führt der Mediziner weiter aus: Aus diesem Grunde wurden von der Feuerwehr, dem Veterinär- und Gesundheitsamt des Landratsamtes Landshut unter Hinzuziehung externer Experten zahlreiche Analysen veranlasst: Ihre Ergebnisse zeigten „keine Risikoerhöhung für mit dem Großbrand in Zusammenhang stehende Erkrankungen auf“.

Auch Eier-, Salat-, Gemüse- und Obstproben aus dem Nachbarlandkreis Dingolfing-Landau lieferten „keine bedenklichen Ergebnisse“. Fortführend wurden in Zusammenarbeit zwischen dem Veterinär- und Gesundheitsamt Landshut noch zusätzliche Wasserproben und ein Hecht aus dem „Wake Lake“ für Analysen gewonnen, die durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersucht werden. Mit den Ergebnissen dieser Untersuchungen ist kommende Woche zu rechnen, auch sie werden durch den Landkreis Landshut im Internet veröffentlicht.
„Zusammenfassend kann gegenwärtig davon ausgegangen werden, dass durch die Vorkommnisse auf dem Gelände der Firma Koslow in Wörth keine unmittelbare Gefährdung für die Gesundheit der Landkreisbevölkerung gegeben war oder noch besteht“, stellt der Leiter des Gesundheitsamts Landshut abschließend fest.

(Elmar Stöttner,  Pressereferent Landkreis Landshut)


18.06.2019

Recycling-Firma: Neuanfang unter strengen Auflagen

Landratsamt erteilt Teilfreigabe – Firma muss unverzüglich Brandschutz-Maßnahmen umsetzen – Behörde schreibt 13 Meter hohe Trennmauern vor – Beschränkung der täglichen Materialmengen

Das Landratsamt Landshut hat der Recycling-Firma Iwan Koslow GmbH&Co.KG (Wörth an der Isar), bei der in der Nacht vom 3. auf 4. Juni ein Großbrand ausgebrochen war, heute (Dienstag, 18. Juni) eine Teilfreigabe des Betriebs ab dem morgigen Mittwoch erteilt. Die Rücknahme des Entzugs der Betriebsgenehmigung ist mit einer Reihe von strengen Auflagen verbunden, die das Unternehmen zu einem Teil sofort, zu anderen Teil so schnell wie möglich zu erfüllen hat. Wie Landrat Peter Dreier, der dabei stets Kontakt zum Wörther Bürgermeister Stefan Scheibenzuber hält, am Dienstag betonte, ist auch eine zuverlässige Überwachung der Maßnahmen nicht nur, aber vor allem durch das Landratsamt gewährleistet.

Das Auflagen-Bündel steht im Zeichen einer wirksamen Brandschutz-Vorsorge. Ab sofort hat die Recycling-Firma zu gewährleisten, dass die Erstbehandlung (Schadstoff-Entfrachtung und Behandlung durch Schredder) sämtlichen Materials, das angeliefert wird, täglich bis Arbeitsschluss abgeschlossen ist. „Damit muss gewährleistet sein, dass keine Brandlast über Nacht und über Wochenenden auf dem Gelände des Unternehmens unbeaufsichtigt liegen bleibt“, unterstreicht Landrat Peter Dreier. Der Landrat hat heute – Dienstag – unter anderem einen Bericht von Mitarbeitern des Landratsamts über eine interne Schulung der Recycling-Firma unter Aufsicht der Behörde entgegengenommen.

Das Landratsamt verlangt von der Firma bis zum 1. November diesen Jahres die Fertigstellung von mehreren massiven Mauern mit einer Höhe von 13 Metern, die als Trennwände zwischen einzelnen Haufen der diversen Abfallsorten hochgezogen werden. Die Abfallhaufen dürfen dabei nicht höher als fünf Meter unter Oberkante der Wände aufgerichtet werden. Wie wiederholt berichtet, hat eine solche massive Trennmauer in der Brandnacht eine nochmalige Ausweitung des Großfeuers verhindert.

In Absprache mit der Freiwilligen Feuerwehr Wörth an der Isar sind zudem in den nächsten Wochen geeignete Schaum-Löschmittel in ausreichender Menge auf dem Firmengelände zu lagern. In der Brandnacht waren bekanntlich rund 25.000 Liter Schaum-Löschmittel zum Einsatz gekommen – sowie rund drei Millionen Liter Löschwasser.

Um die Löschwasser-Versorgung unter allen Umständen so sicher wie möglich zu gestalten, verpflichtet das Landratsamt das Recycling-Unternehmen dazu, ebenfalls in den nächsten Wochen zwei auf dem Firmengelände bereits errichtete Brunnen „zu ertüchtigen“: Das heißt konkret, dass die Firma in Zusammenarbeit mit einem Brandschutz-Gutachter und in Kontakt mit dem zuständigen Sachgebiet des Landratsamts die Brunnen so nach einer DIN-Norm auszustatten hat, dass Feuerwehren ihre Schläuche problemlos anschließen können.

Das Landratsamt verlangt des weiteren, dass innerhalb eines Monats ein Betriebsfunk und Rundumleuchten eingerichtet werden, die bei einem Brand warnen. So schnell dies möglich ist, sind darüber hinaus sämtliche Risiko-Bereiche des Firmengeländes mit Notruf-Telefonen auszustatten, die direkt auf die Integrierte Leitstelle (ILS) aufgeschaltet sind.

Der Brandvorsorge dienen insbesondere auch andere wichtige Festlegungen in Bezug auf die Mengen an Material, die angeliefert werden dürfen. Ab sofort sind für die verschiedenen Abfallsorten wie Elektro-Schrott und Mischschrott bestimmte Höchstmengen vorgeschrieben.

Für den Fall, dass es zu Störungen oder Defekten der Schredder-Anlage des Unternehmens kommt, hat das Landratsamt eine ganze Reihe von zusätzlichen Auflagen festgelegt. So sind zum Beispiel für diesen Fall Altautos in das Landshuter Werk der Firma zurückzubringen, wo auch jetzt bereits die sogenannte Trockenlegung der Pkws erfolgt.

Inzwischen sind verschiedene Prüfberichte über Boden- und Fruchtproben im Landratsamt eingegangen. So hat die international renommierte Firma Agrolab (Hauptsitz: Bruckberg) Untersuchungsergebnisse von ersten Bodenproben übermittelt. Der Leiter des Gesundheitsamts am Landratsamt Landshut, Privatdozent Dr. habil. Heribert Stich, stellt dazu fest, dass „bei den Feststoffen die absoluten Konzentrationsangaben der Feststoffe Arsen, Chrom, Kupfer, Nickel und Zink über den Bestimmungsgrenzen, ebenso vereinzelte polychlorierte Dibenzo-Dioxine und –furane“ liegen.

Diese „Überschreitungen“ seien in Anbetracht des Großbrandes nicht verwunderlich und nicht besorgniserregend. „In der Gesamtsicht kann aus humanmedizinischer Sicht festgestellt werden, dass nach den vorliegenden Probe-Ergebnissen keine (unmittelbare) Gesundheitsgefährdung für die Menschen bestand.“ Auch Proben von Kirschen und Erdbeeren aus dem Lehr- und Beispielsbetrieb des Bezirks Niederbayern aus Deutenkofen (Gemeinde Adlkofen), die Lebensmittel-Überwachungsmitarbeiter des Landratsamt genommen haben, sind laut der Beurteilung von Fachleuten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) als „unauffällig“ beurteilt worden.

Auch die Ergebnisse von Bodenuntersuchungen für den Wirkungspfad Boden-Mensch durch Ingenieur-Büro PGA (Altdorf) liegen vor. Die Proben waren in Gärten in Wörth, Niederaichbach und im Umgriff um das Betriebsgelände der Recycling-Firma genommen worden. Nach Bewertung durch eine Geologin des PGA wurden „in keiner der Proben Prüfwertüberschreitungen festgestellt“.

Auch die Untersuchung von Bodenproben durch die Fachfirma Agrolab (Bruckberg) haben keine gesundheitsgefährdenden Belastungen mit Giftstoffen ergeben. Nach bodenschutzrechtlicher Bewertung für den Wirkungspfad Boden – Mensch (direkter Kontakt) gemäß Anhang 2 Nr. 1.2 Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV) werden die Maßnahmenwerte bei Dioxinen und Furanen von 100 ng I-TEq/kg TM für die empfindlichste Nutzung (Kinderspielplätze) bei weitem unterschritten.

Nur bei den Proben 1 und 7 wurden überhaupt Dioxine und Furan gemessen. In beiden Proben liegen die Messwerte bei 0,7 ng I-TEq/kg TM und damit deutlich unter dem Maßnahmenwert. Die gemessenen Werte für Schwermetalle unterschreiten ebenfalls die Prüfwerte für den Wirkungspfad Boden – Mensch (direkter Kontakt) für die empfindlichste Nutzung (Kinderspielflächen) nach Anhang 2 Nr. 1.4 BBodSchV (siehe pdf-Dokument „Agrolab – Ergebnisse Bodenproben“.

Untersuchungsergebnisse:

AGROLAB - Ergebnisse Bodenproben >>>
AGROLAB - Prüfbericht 2585936 - 433006 >>>
AGROLAB - Prüfbericht 2585938 - 433010 >>>
AGROLAB - Prüfbericht 2897567 - 701540 >>>
PGA - Untersuchungsergebnisse >>>
PGA - Lageplan - Bodenproben >>> 
LGL - Befund Erdbeeren 1 >>>
LGL - Befund Erdbeeren 2 >>>
LGL - Befund Frühkirschen >>>
LGL - Prüfbericht Süßwasserfisch - Hecht aus Wörth >>>
Großbrand Wörth - LGL - Untersuchungsbericht - Pflanzenmaterial Gras >>>
Wasserwirtschaftsamt - Prüfbericht - Gartenteich / Weiher >>>
LGL - Untersuchungsergebnis Hecht
LGL - Untersuchungsergebnis Wasserproben    

(Elmar Stöttner, Pressereferent Landkreis Landshut)

14.06.2019

Landrat besteht auf wirksamer Brand-Vorsorge

Landratsamt und Feuerwehr legen Recycling-Firma konkreten Maßnahmenplan vor – Erdbeeren-Untersuchung: LGL spricht von „unauffälligen Ergebnissen“

Das Landratsamt Landshut hat in enger Absprache mit der Leitung der Feuerwehren im Landkreis der Recycling-Firma in Wörth, bei der es vor wenigen Tagen zu einem Großbrand gekommen war, einen konkreten Maßnahmenplan vorgelegt, der künftige Brände nach Menschenermessen ausschließen soll. Landrat Peter Dreier hat gegenüber dem Werksleiter der Firma zugleich mit Nachdruck deutlich gemacht, dass für ihn Schuldzuweisungen an Bürger und Kommunen, wie der Werksleiter sie gegenüber verschiedenen Medien gemacht hat, indiskutabel sind. In den 29 Jahren zum Beispiel, die der Landkreis ein Netz von Altstoff-Sammelstellen unterhält, hat hier kein einziges Mal Elektro- oder sonstiger Schrott gebrannt.

Landrat Peter Dreier hat im Gespräch mit dem Werksleiter im Landratsamt Landshut dargelegt, dass die Behörde auf der Umsetzung einer Reihe von wirksamen Maßnahmen zur Brand-Vorsorge besteht. Wenn sie unverzüglich und Zug um Zug erfüllt werden, könne nach und nach auch der Betrieb der Recycling-Anlage wieder angefahren werden, erklärte der Landrat im Beisein einer ganzen Reihe von Mitarbeitern des Landratsamts und von Feuerwehr-Führungskräften.

Derzeit ist die Betriebserlaubnis bekanntlich durch das Landratsamt ausgesetzt. Dreier betonte zudem, dass für den Fall der Wiederaufnahme des Gewerbebetriebs gelte, dass das gesamte an einem Tag angelieferte Material noch am selben Tag verarbeitet werden müsse und keine Haufen von unbearbeitetem Material über Nacht oder über die Wochenenden gelagert werden dürfen.

Von Seiten des Landratsamts und der örtlichen Brandschützer wie der Kreisfeuerwehr-Führung wird von dem Recycling-Unternehmen verlangt, dass alle Brandschutzmaßnahmen schnellstmöglich umgesetzt werden, die im Februar dieses Jahres von einer ganzen Reihe von Behörden gefordert worden sind. Zusätzlich wurde dem Werksleiter die Forderung unterbreitet, dass Schaummittel in geeigneter Weise auf dem Firmengelände gelagert werden müssen, wie sie bei dem Großbrand zum Einsatz gekommen sind.

Landrat Dreier hob hervor, dass insbesondere auch mit dem Bau von weiteren Trennmauern begonnen werden muss. Eine solche massive Trennmauer hat bei dem Großbrand eine nochmalige Ausweitung der Feuersbrunst verhindert. Zudem muss eine ortsnahe Versorgung mit ausreichend Löschwasser gesichert sein durch zwei statt bisher einem Brunnen. Bei dem Großbrand Anfang Juni mussten die Feuerwehren große Wassermengen zum Teil aus größerer Entfernung heranpumpen. Der Werksleiter versicherte gegenüber dem Landrat und den Vertretern von Landratsamt und Feuerwehren, dass diese Forderungen erfüllt werden.

Gegenüber verschiedenen Medien hatte der Werksleiter Vorwürfe erhoben, dass Bürger achtlos auch regelrecht brandgefährliche Akkus und Batterien verschiedener Art unter ihren „Wohlstandsmüll“ wegwürfen und er hat darauf verwiesen, dass es in einer Reihe von Recycling-Anlagen und bei Mülltransporten deutschlandweit zu Bränden gekommen sei. Auch bei dem Gespräch im Landratsamt verdeutlichte der Werksleiter solche Vorkommnisse.

Landrat Dreier entgegnete, dass Versäumnisse bei Sicherheitsbestimmungen und auf gesetzgeberischer Ebene im Bund und bei der Europäischen Union für ihn nicht Gegenstand einer Diskussion über den Schutz der Bürger vor Bränden sein könne. Er verwies darauf, dass die Recycling-Firma vertraglich gegenüber dem Landkreis Landshut für die größtmögliche Sicherheit bei dem Betrieb des Unternehmens verpflichtet ist. Von Seiten des Sachgebiets Abfallwirtschaft des Landratsamts wurde unter anderem deutlich gemacht, dass die Altstoff-Sammelstellen im Umgang zum Beispiel mit Lithium-Ionen-Batterien höchste Sorgfaltsstandards erfüllen.

Inzwischen liegen erste Untersuchungsergebnisse von Pflanzenmaterial und Erdbeeren vor aus dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) sowie dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Wie das LGL heute (Freitag, 14. Juni) mitgeteilt hat, sind die Untersuchungsergebnisse von Erdbeeren, die auf einem Feld bei Wörth am Mittwoch, 5. Juni, gepflückt worden sind, in Bezug auf Dioxine, Furane und Schwermetalle „unauffällig“. Wisch-, Pflanzenmaterial- und Grasproben aus der Brandnacht sind vom LfU untersucht worden. Die am heutigen Freitag (14.06.) in schriftlicher Form übermittelten konkreten Messergebnisse dieser Untersuchungen sind hier verfügbar. Das LfU hat, wie letzte Woche berichtet, diese Untersuchungen auf polychlorierte Dioxine, Furane und Schwermetalle ebenfalls als „unauffällig“ bewertet.

Großbrand Wörth Isar

Ein Bild aus der Brandnacht, um Mitternacht: Feuerwehrleute bekämpfen mit Wasserschwaden aus drei Rohren und mit Schaummitteln den Brand auf dem Gelände der Recycling-Firma Koslow in Wörth an der Isar; in der unteren Bildhälfte sind brennende, meterhohe Haufen von Elektro- und Misch-Schrott zu sehen. – Über 300 Feuerwehrwehrleute waren vor Ort bei dem zehnstündigen Einsatz, Helfer des Technischen Hilfswerks aus Ergolding und Landshut, und Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes. (Foto: Stöttner) 

(Elmar Stöttner, Pressereferent Landkreis Landshut)

11.06.2019

Nach Großbrand: Landrat Peter Dreier ordnet
weitere Boden-, Pflanzen- und Wasserproben an

Landratsamt Landshut hält engen Kontakt mit Dingolfing-Landau
Neue Mess-Ergebnisse werden Mittwoch oder Donnerstag erwartet

Der Appell des Landratsamts Landshut an die Bürger, Beobachtungen über Folgen des Großbrandes auf dem Gelände einer Recycling-Firma in Wörth an der Isar zu melden, hat zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung erbracht. Auf der Grundlage konkreter Hinweise und weiterer neuer Informationen hat Landrat Peter Dreier angeordnet, dass auf dem Gebiet des Landkreises Landshut an den entsprechenden Orten weitere Boden-, Pflanzen- und Wasserproben genommen und auf Rückstände von Dioxin, Furanen und anderen Schadstoffen untersucht werden.

Eine ganze Reihe von Mitarbeitern des Landratsamts Landshut steht in engem Kontakt mit den Kollegen des Landratsamts Dingolfing-Landau. Denn nach allem, was man derzeit über Windrichtungen in der Nacht von Montag auf Dienstag, 3./4. Juni, rekonstruieren kann, scheint die Hauptmasse der womöglich mit Schadstoffen belasteten Brandschwaden auf Landstriche im Landkreis Dingolfing-Landau niedergegangen zu sein. Meldungen sind aus Frontenhausen und Reisbach und sogar aus Aufhausen (Markt Eichendorf) an der Vils eingetroffen, im Südosten des Nachbarlandkreises. Auch aus dem zum Landkreis Landshut gehörenden Abschnitt des Vilstals liegen Beobachtungen über Brandgeruch und Ablagerungen vor, aus Vilsbiburg und Aham zum Beispiel.

Landrat Peter Dreier hat am Dienstag zu einer Sitzung einer Experten- und Mitarbeiter-Runde des Landratsamts auch drei Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Ahrain eingeladen und dabei das großartige Engagement der FF-Helfer hervorgehoben. Sie hatten in der Brandnacht als erste an verschiedenen Orten in der Gemeinde Wörth Wisch- und Bewuchs-Proben genommen, die unverzüglich zum Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) geschickt worden sind. Das LfU brachte die Ergebnisse dieser ersten Messungen auf den Nenner, dass die Untersuchungen für „die polychlorierten Dioxine und Furane“ ebenso wie „für Schwermetalle unauffällig“ sind (wir berichteten).

Bei der Experten- und Mitarbeiterrunde im Landratsamt wurde darauf hingewiesen, dass die aufgeheizten Brandwolken weit übers Land gezogen sind. Daher sind bereits an den Tagen nach dem Brand aus dem weiteren Umkreis des Brandherds Proben von Erdbeeren und Kirschen von Mitarbeitern der Lebensmittelüberwachung des Landratsamts (Veterinäramt) genommen und an Fachbehörden und –institute geschickt worden. Dabei handelt es sich um Betriebe in den Gemeindegebieten von Wörth, Essenbach und Adlkofen. Die Lebensmittelproben werden beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL, Erlangen) untersucht.

Erwartet werden in dieser Woche auch die Ergebnisse von Bodenproben, die die international renommierte Fachfirma Agrolab (Bruckberg) im Auftrag des Landratsamts auswertet. Auf der Grundlage der inzwischen vorliegenden Informationen über das Geschehen in der Brandnacht wird Agrolab beauftragt, weitere Proben zu untersuchen. Das Landratsamt hat zudem Untersuchungen von Grund- und Oberflächenwasser in Auftrag gegeben, darunter das Wasser von Badeseen und –weihern wie dem „Wakelake“ in Wörth.

Mitarbeiter des Landratsamts stehen in Verbindung mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV). Der BBV ist gebeten worden, über Landwirte in den betroffenen Gebieten Proben von Heu, Gras, Getreide und anderen Feldfrüchten zu ermöglichen. Denn außer an kurzfristige Folgen muss auch an mögliche mittel- und langfristige Folgen eines Schadstoffeintrags gedacht werden. Für diese Untersuchungen sind Fachleute der Regierung von Oberbayern zuständig.

Von Seiten des Landratsamts Landshut wird darauf hingewiesen, dass auf dem Gelände der Recycling-Firma in Wörth/Isar derzeit ausschließlich Aufräumarbeiten stattfinden und jegliche Anlieferung von Abfall untersagt ist. Der Landkreis Landshut lagert den neu hinzukommenden Metall- und Elektro-Schrott aus dem Kreisgebiet derzeit in seiner Reststoffdeponie in Spitzlberg.

(Elmar Stöttner, Pressereferent Landkreis Landshut)

07.06.2019

Großbrand in Wörth/Isar: Proben „unauffällig“
Landratsamt ordnet weitere Untersuchungen an

Landesamt für Umwelt untersuchte Proben auf Dioxine und Furane
Landratsamt beauftragt Fachfirma mit umfangreichen Messungen

Seit Freitagnachmittag liegen die Ergebnisse der Untersuchungen vor, die Fachleute des bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) anhand von Pflanzen- und Wischproben vorgenommen haben, die im Umfeld des Großbrandes bei einer Recycling-Firma in Wörth/Isar in der Brandnacht genommen worden sind. Das LfU bringt die Ergebnisse auf den Nenner, dass die Untersuchungen für „die polychlorierten Dioxine und Furane“ ebenso wie „für Schwermetalle unauffällig“ sind. Das Landratsamt Landshut will gleichwohl auf Nummer sicher gehen und hat am heutigen Freitag ein international renommiertes Fachlabor mit weiteren, umfangreichen Proben beauftragt. Das Labor soll feststellen, ob es zu schädlichen Ablagerungen im Boden, im Wasser und ingesamt in den von dem Großbrand in der Nacht von Montag auf Dienstag betroffenen Arealen gekommen ist.

„Die Sicherheit und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger hat für uns absoluten Vorrang, daher holen wir uns die Expertise von ausgewiesenen Fachleuten“, betont Landrat Peter Dreier. Auf der Grundlage immer umfangreicherer und exakter Informationen – unter anderem über die in der Brandnacht wiederholt wechselnden Winde – wird dem möglichen Schadstoff-Eintrag nachgegangen. Berichte über massiven Brandgeruch sind den Behörden bis im weiten Umfeld des Brandherds zugegangen – unter anderem auch von Bürgern aus Frontenhausen und Reisbach im Nachbar-Landkreis Dingolfing-Landau.

Bürger können Landratsamt per E-Mail Beobachtungen mitteilen
Daneben bietet das Landratsamt Landshut Bürgern die Möglichkeit, Informationen und Beobachtungen an die Behörde weiterzuleiten. Dafür ist eine E-Mail-Adresse eingerichtet worden. Das Landratsamt Landshut bittet die Bürger, über die E-Mail-Adresse brand@landkreis-landshut.de der Behörde ihre Informationen zukommen zu lassen.
Die Bürger werden gebeten, möglichst präzise Angaben über den Ort und die Art der Beobachtungen (Geruch, Ablagerungen auf Auto oder Fenster etwa) zu machen, und mitzuteilen, ob sie selbst oder andere die Beobachtungen gemacht haben. Gebeten wird um die Angabe des Namen, der Adresse und der Erreichbarkeit (Telefon/Handy/E-Mail u. a.) der ‚Bürger für eventuelle Rückfragen.
Mitarbeiter des Landratsamts Landshut sammeln und sichten die Mitteilungen auch am Samstag und über die Pfingstfeiertage. Es wird darauf hingewiesen, dass Texte und Fotos, aber keine Videos auf die genannte E-Mail-Adresse übertragen werden können.

Umfangreiche Maßnahmen der Gemeinde Wörth/Isar
Die Gemeinde Wörth an der Isar hat mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket auf den Großbrand reagiert. Auf Anordnung ihres 1. Bürgermeisters Stefan Scheibenzuber sind insbesondere die Außenbereiche von Grundschule und Kindertagesstätten gesperrt worden. Sämtliche Spielplätze sind kontrolliert worden, auf zwei Spielplätzen, die stark im Bereich von Rauchwolken gelegen haben, ist die Sandoberfläche abgetragen worden, alle Spielgeräte auf den Plätzen sind auf Rückstände überprüft und mit Feuchttüchtern abgewischt worden.
Den ganzen heutigen Freitag sind Straßenreinigungsmaschinen unterwegs in Wohngebieten, über die die Rauchwolken hinweggezogen sind. Informationen von Seiten der Gemeinde auf dem Internet-Seite www.woerth-isar.de und auf der Facebook-Seite der Gemeinde Wörth an der Isar werden ständig aktualisiert. Zudem können sich Bürger rund um die Uhr an ihn wenden, betont der Bürgermeister – über die E-Mail-Adresse bgm-woerth@vg.woerth-isar.de.
Am Rathaus von Wörth werden diese Informationen ausgehängt, damit auch Bürger, die über keinen Internetanschluss verfügen, voll im Bilde sind. Eine Korrektur beziehungsweise Aktualisierung der bisherigen Verzehrempfehlungen wird vorsorglich erst nach Vorliegen der Ergebnisse der weiteren Untersuchungen vorgenommen.

(Elmar Stöttner, Pressereferent Landkreis Landshut)

05.06.2019, 16:25 Uhr:

Erste Untersuchungsergebnisse liegen vor

Nachfolgend informieren wir über die Ergebnisse der Untersuchungen der genommenen Proben nach dem Großbrand am Montag im Gemeindegebiet Wörth. Das Bayerische Landesamt für Umweltschutz hat diese Proben ausgewertet und Handlungsempfehlungen formuliert:

„Die angelieferten Pflanzenproben waren z.T. heterogene Gemische und bestanden aus Gras, Blättern von Bäumen und Hecken, Holzresten. Jede Pflanzenprobe wurde fotografisch dokumentiert. Die organoleptische Ansprache der Pflanzenproben war unauffällig. Es war kein Brandgeruch feststellbar; sie rochen pflanzentypisch. Staubniederschläge, stärkere (Ruß)ablagerungen etc. waren optisch nicht erkennbar.  

Da es sich um den Brand eines Elektroschrottrecyclers handelt, werden die Pflanzenproben auf Parametergruppen untersucht, die als „Leitparameter“  für eine eventuelle Kontamination der Umwelt durch das Brandereignis anzusehen sind:

- Schwermetalle, Elemente 
- Chlorierte Dioxine und Furane (PCDD/F)

Die Untersuchungsergebnisse für die Schwermetalle der untersuchten Grasproben sind unauffällig. Allerdings liegen die wichtigen Ergebnisse der für die Beurteilung von Brandereignissen besonders relevanten Dioxine und Furane noch nicht vor. Die Ergebnisse dieser für die Bewertung des Brandfalls wichtigen Stoffgruppe sollten bis Freitagnachmittag vorliegen.“

Nachfolgend noch Handlungsempfehlungen des LfU:

- Verzehrempfehlung:  Wir empfehlen aus Vorsorgegründen, auf den Verzehr von Gartenfrüchten, deren verzehrfähiger Anteil potentiell Kontakt mit der Brandwolke hatte, zu verzichten.

- Rückstände der Brandwolke auf Oberflächen: Evtl. Rückstände auf Fenstern, Gartenmöbeln etc. sollten mit einem feuchten Papiertuch abgewischt werden. Das Papiertuch kann dann über den Hausmüll entsorgt werden. Es wird empfohlen, (Einmal-)Handschuhe zu tragen.


04.06.2019

„Wir sind an einer Katastrophe vorbeigeschrammt“

Landrat Peter Dreier dankt Helfern nach Brand bei Recyclingfirma und schließt den Betrieb vorübergehend

Pressekonferenz-nach-Brand-Recyclinganlage

Nach dem gestrigen Großbrand bei einer Recyclingfirma in der Gemeinde Wörth hat sich Landrat Peter Dreier, gemeinsam mit dem Wörther Bürgermeister und Vertretern der Polizei und der Feuerwehr, während einer Pressekonferenz im Landratsamt herzlich bei den zahlreichen Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei, THW und Rettungsdienst bedankt, die die ganze Nacht lang im Einsatz waren und zum Teil auch noch am Vormittag die Brandstelle sichern.

Die Feuerwehren haben an unterschiedlichen Stellen des Gemeindegebietes Wörth a. d. Isar Wisch-, Bewuchs- und Luftproben genommen, die nun vom Bayerischen Landesamt für Umwelt untersucht werden. Die Ergebnisse stehen noch aus und werden im Tagesverlauf erwartet. Luftproben durch die Feuerwehr am Morgen haben keine Belastung ergeben. Bisher steht fest, dass das Feuer in einem rund zehn Meter hohen Misch-Schrotthaufen ausgebrochen ist. Die Kriminalpolizei ermittelt zur Brandursache. 

Da dies seit einer umfangreichen behördlichen Betriebsüberprüfung im Februar der dritte Brand war, der auf dem Firmengelände ausgebrochen ist, hat Landrat Peter Dreier die Konsequenzen gezogen und den Betrieb vorläufig geschlossen. Die Schließung gilt, bis Untersuchungsergebnisse der Kriminalpolizei vorliegen, welche Materialien tatsächlich gelagert wurden. „Die Sicherheit der Bevölkerung hat für uns oberste Priorität. Deshalb können wir es nicht zulassen, dass bei dieser enormen Gefahrenquelle bei der Recyclingfirma weiter der Betrieb unbehelligt weiterläuft, obwohl es jederzeit zur Katastrophe kommen könnte.“ In der Zwischenzeit könne der Recyclingbetrieb seine gelagerten Bestände unter Aufsicht prüfen und sortieren. Außerdem kündigte der Landrat an, dass sämtliche Genehmigungen auf den Prüfstand gestellt werden.

Der Brand wurde unter Einsatz großer Mengen an Wasser und Schaummitteln bekämpft. Da sich der Wind in Intensität und Richtung immer wieder änderte, mussten sich die Feuerwehren stets auf eine neue Situation einstellen. Durch die starke Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung gewarnt, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Eine Evakuierung wurde nicht angeordnet, da die Bevölkerung am sichersten zuhause bei geschlossenen Fenstern und Türen war. Die Sicht war zum Teil stark eingeschränkt, auch auf der benachbarten A92 kam es zu Beeinträchtigungen. Verletzt wurde bisher niemand.

Insgesamt waren 22 freiwillige Wehren aus den Landkreisen Dingolfing-Landau und Landshut, vier Werksfeuerwehren und die Berufsfeuerwehr München vor Ort, insgesamt 63 Feuerwehr-Fahrzeuge waren hier im Einsatz. Zudem unterstützten zwei Ortsverbände des THW (Landshut und Ergolding) mit 15 Kräften und 55 Angehörige der Rettungsdienste an der Einsatzstelle. Insgesamt waren etwa 300 Feuerwehren im Einsatz, die Örtliche Einsatzleitung wurde von Kreisbrandinspektor Karl Hahn übernommen. Die Polizei war mit 25 Beamten vor Ort, ein Hubschrauber sorgte für die Luftüberwachung.

(Carina Weinzierl, Pressesprecherin Landkreis Landshut)