„Bayerns Best 50“

06. Oktober 2026: Austauschtreffen am Landratsamt mit ausgezeichneten Unternehmen
Landrat Alfred Holzner gratulierte Zollner Objekttextil aus Vilsbiburg und kleinITK aus Altdorf herzlich zur Ehrung als einer von „Bayerns Best 50“ in diesem Jahr.

Die Freude war groß: Bei der diesjährigen Ehrung von „Bayerns Best 50“ durften sich gleich drei Unternehmen aus dem Landkreis Landshut über die begehrte Trophäe freuen: kleinITK aus Altdorf, Zollner Objekttextil aus Vilsbiburg und WERNER companies aus Ergolding. Sie gehören zu den 50 besonders wachstumsstarken mittelständischen Unternehmen Bayerns.  Um persönlich gratulieren zu können, hat Landrat Alfred Holzner Vertreterinnen und Vertreter der ausgezeichneten Betriebe zu einem Austauschtreffen eingeladen.

Im Mittelpunkt der Gespräche mit Lilo Zollner-Eller und Michael Zollner von Zollner Objekttextil bzw. zollner24 sowie Andreas Klein und Martin Meyer von kleinITK standen die aktuelle wirtschaftliche Lage, die Herausforderungen für Unternehmen und die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Kommunen und Landkreis. Julia Werner von WERNER companies in Ergolding, die zusätzlich als Bayerische Unternehmerin des Jahres ausgezeichnet wurde, konnte aus Zeitgründen nicht am Termin teilnehmen. 

Dabei sind die Unternehmen selbst so facettenreiche wie die Wirtschaft selbst: Während Lilo-Zollner-Eller in fünfter Generation das Familienunternehmen leitet, hat Andreas Klein von kleinITK selbst gegründet und das Portfolio seiner Firma stetig erweitert und ausgebaut. 

Zollner Objekttextil besteht seit rund 140 Jahren, hat als klassischer Textilhersteller begonnen und alle Phasen der Textilindustrie durchlebt und sich etabliert – in diesem Segment fand bereits ein extremer Branchenwandel statt, der viel Innovation und vorausschauendes Handeln erfordert hat, um in diesem Marktumfeld weiter erfolgreich bestehen zu können. Als internationaler Textillogistiker beliefert das Unternehmen vom Standort Vilsbiburg aus europaweit die Hotellerie und Gastronomie, Kliniken sowie Textilservicebetriebe. Wichtig sind ihnen dabei flexible, effiziente und maßgeschneiderte Textillösungen auf höchstem Niveau. Mit „zollner24“ hat das Unternehmen sich ab 2015 ein weiteres Standbein im Bereich eCommerce aufgebaut und vertreibt seine Textilwaren direkt über Internet- und Handelsplattformen. Insgesamt sind rund 200 Mitarbeiter beschäftigt. 

Vor knapp 26 Jahren hat Andreas Klein „quasi in der Garage“ sein Unternehmen gegründet und hat sich zum Spezialisten für moderne Kommunikations- und Informationstechnik entwickelt. Die Firma mit Sitz in Altdorf ist auf mittlerweile 80 Mitarbeiter angewachsen und realisiert ganzheitliche Lösungen für BOS-Digitalfunk, Industrie- und Geschäftskunden – von Leitstellen-, Funk- und IT-Infrastruktur bis hin zu Sonderfahrzeugen. Mittlerweile ist die Firma in ganz Deutschland und weiten Teilen Europas tätig. Auch die Technik der neuen Kreiseinsatzzentrale am Landratsamt Landshut wurde von kleinITK konzipiert: Andreas Klein ist selbst engagierter Feuerwehrler und viele Jahre Kommandant der FF Altdorf. 

Landrat Alfred Holzner und die Wirtschaftsförderung des Landkreises, vertreten durch Abteilungsleiterin Kathrin Musselmann und Wirtschaftsreferent Ludwig Götz, nutzten das Treffen, um mit den ausgezeichneten Unternehmen ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen aus der betrieblichen Praxis aufzunehmen und über die weitere Entwicklung des Wirtschaftsstandorts zu sprechen. „Der Austausch mit den Betrieben ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kreisentwicklung“, betonte der Landrat. 

Ein leistungsfähiger Wirtschaftsstandort sichere nicht nur Arbeitsplätze und Wertschöpfung, sondern bilde auch eine wichtige Grundlage für die Handlungsfähigkeit von Gemeinden und Landkreis. Denn die öffentliche Hand sei in vielfältiger Weise von einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung abhängig – etwa mit Blick auf kommunale Finanzen und die daraus zu finanzierenden Aufgaben – sei es die Schaffung von Kinderbetreuung, die Sicherheitsinfrastruktur oder die zahlreichen weiteren Pflichtaufgaben einer Kommune. 

Besonders wichtig seien ihm dabei persönliche Begegnungen mit den Unternehmen. Betriebsbesuche hätten deshalb bereits zu Beginn seiner Amtszeit stattgefunden und sollten künftig unbedingt fortgesetzt werden. „Bei Betriebsbesuchen bekommt man einen unmittelbaren Eindruck davon, vor welchen Herausforderungen die Unternehmen stehen, welche Ideen sie verfolgen und wo möglicherweise Unterstützung notwendig ist“, erklärte der Landrat. 

Dabei sei deutlich, dass die derzeitige Belastung der Unternehmen nicht allein auf die allgemeine Konjunktur zurückzuführen sei. Neben der wirtschaftlichen Lage seien es vor allem bürokratische Anforderungen und komplizierte Verfahren, die viele Betriebe beschäftigten. Diese Themen müssten ernst genommen werden, da sie Zeit und Ressourcen bänden, die in den Unternehmen für Innovation, Investitionen und die Sicherung von Arbeitsplätzen benötigt würden. 

Der Landrat machte zugleich deutlich, wie wichtig jedes einzelne Unternehmen für den Landkreis sei. „Ich bin als Landrat froh über jedes Start-up und über jedes Unternehmen, das sich bei uns entwickelt und Verantwortung übernimmt“, betonte er. Unternehmen sorgten nicht nur für Arbeitsplätze, Ausbildungsmöglichkeiten und Einnahmen für die kommunalen Haushalte. Sie prägten auch das gesellschaftliche Leben vor Ort. Viele Betriebe engagierten sich über ihre eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus für ihre Gemeinden und die Region – beispielsweise durch die Unterstützung von Sportvereinen, kulturellen Veranstaltungen oder sozialen Initiativen. 

Gleichzeitig sei die aktuelle wirtschaftliche Situation spürbar schwierig. Besonders herausfordernd entwickle sich die Lage im Automotiv-Bereich. Der Landkreis sei in besonderem Maße von Automobilherstellern und ihren Zulieferern geprägt. Veränderungen in dieser Branche wirkten sich daher unmittelbar auf zahlreiche Unternehmen und Beschäftigte in der Region aus. „Die Märkte verändern sich gravierend“, so die einhellige Meinung. Auch das Automobilland Deutschland werde sich verändern. Umso wichtiger sei es, diesen Wandel aktiv zu begleiten, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken und neue wirtschaftliche Perspektiven zu entwickeln. Dafür brauche es innovative Unternehmen, qualifizierte Fachkräfte, verlässliche Rahmenbedingungen und eine Wirtschaftsförderung, die nah an den Betrieben arbeite. 

Natürlich war auch das Thema Fach- und Arbeitskräftegewinnung ein großes Thema. Hier hat die Auszeichnung als „Bayerns Best 50“ einen weiteren, großen Mehrwert erwiesen: „Unsere Belegschaft hat sehr positiv auf diesen Preis reagiert. Die Mitarbeiter zeigten sich sehr stolz, für ein so erfolgreiches und innovatives Unternehmen arbeiten zu können. Und das hat uns als Unternehmer natürlich in unserem Weg bestärkt“, so Unternehmer von Zollner Objekttextil und kleinITK. Gleichzeitig konnten beide Firmen eine Erfolgsgeschichte erzählen, in der sich die Investition in eigene Nachwuchskräfte äußerst gelohnt hat: Bei Zollner Objekttextil war ein ehemaliger Azubi maßgeblich am Aufbau der erfolgreichen eCommerce-Sparte beteiligt, auch bei kleinITK hat sich Martin Meyer vom neuen Mitarbeiter zum Prokuristen des Unternehmens hochgearbeitet. 

Das Austauschtreffen bot den ausgezeichneten Unternehmen Gelegenheit, ihre Sichtweisen einzubringen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Für die Verantwortlichen im Landkreis war es zugleich ein wichtiges Signal: Die ausgezeichneten Betriebe stehen beispielhaft für unternehmerisches Engagement, Innovationskraft und die Stärke des regionalen Wirtschaftsstandorts. Landrat und Wirtschaftsförderung wollen den Dialog deshalb fortsetzen und die Kontakte zu den Unternehmen weiter vertiefen.