Kelheimer LEADER-Aktionsgruppe besichtigt Projekte im Landkreis Landshut

22. Oktober 2026: Exkursion zeigt die Vielfalt und Bedeutung europäischer Regionalförderung
Vertreter der LEADER-Aktionsgruppen der Landkreise Landshut und Kelheim tauschten sich bei einer Exkursion zu geförderten Projekten aus. Eine der Stationen war die Schaubrauerei in Furth. (Foto: Tanja Weinberger)

Wie vielfältig und wirkungsvoll LEADER im ländlichen Raum sein kann, konnten die Mitglieder der LEADER-Aktionsgruppe Landkreis Kelheim bei einer Exkursion in den Nachbarlandkreis Landshut erfahren. So standen vier unterschiedliche LEADER-geförderte Projekte auf dem Programm. Neben den Projektinhalten tauschten sich die Entscheidungsträger auch über Abstimmungsmodalitäten, Kofinanzierungsmöglichkeiten oder Bürgerbeteiligungsprozesse aus. 

Landrat Alfred Holzner begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und zeigte sich erfreut darüber, dass die LEADER-Regionen ihr Wissen und ihre Erfahrungen untereinander austauschen. Gegenseitiges Lernen, Weiterentwickeln, der Austausch von Ideen am Beispiel konkreter Projekte sind wichtige Aspekte, um die EU-Förderung auch in Zukunft optimal für unsere Landkreise zu nutzen.

Der Vorsitzende des Wasserzweckverbandes Rottenburger Gruppe, Peter Dreier, wies auf die spürbaren Veränderungen des Klimawandels und die wachsenden Herausforderungen für die Wasserversorger hin. Stetige Anpassung der Filtertechnik oder die Minimierung von Wasserverlusten sind Kernaufgaben, die durch die extrem hohen Temperaturen und die damit verbundene Bodentrockenheit oftmals neue Problemlösungen brauchen. Im Wissenszentrum WasserWertSchätzen in Pattendorf bekam die Exkursionsgruppe detaillierte Einblicke in den Wasserkreislauf. Erfreulich sind die intensive Nachfrage und Nutzung der interaktiven Ausstellung insbesondere durch Schüler- und Jugendgruppen. 

Anschließend ging es zum Kulturzentrum nach Neufahrn in Niederbayern, wo die sanierte Friedenskirche heute neben ihrer ursprünglichen kirchlichen Funktion auch für weltliche Veranstaltungen zur Verfügung steht. Diese Doppelfunktion ermöglicht eine verbesserte Auslastung der Gebäudenutzung und verbessert auch das Zusammenkommen von engagierten Bürgern aus Vereinen, Organisationen und Kirche.

Im Goldbach MUSEUM in Ergoldsbach wurde die Gruppe von Bürgermeisterin Heike Berger begrüßt. Anschließend standen Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Lebens im Goldbachtal im Mittelpunkt. Beeindruckt waren die Teilnehmenden, mit wie viel ehrenamtlichen Engagement hier ans Werk gegangen wurde und einem ortsbildprägenden Gebäude wieder neues Leben eingehaucht wurde. 

Den Abschluss bildeten der barrierefreie Schaukräutergarten und die Schaubrauerei mit Gastronomie in Furth. Das Kommunalunternehmen der Gemeinde hatte das Areal des Maristenklosters 2015 erworben und über die Jahre daraus ein Schmuckstück entstehen lassen, das von den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde mitgetragen wird. Ein neues Zentrum für Bildung und Kulinarik mit hohen ökologischen Ansprüchen ist nach einem intensiven Entscheidungsprozess herangewachsen, das die Wertschöpfung in der Region hält – beispielhaft für den LEADER-Gedanken. 

„Gerade diese Vielfalt und die unterschiedlichsten Herangehensweisen machen den besonderen Wert und auch den Reiz von LEADER aus. Wir nehmen viele neue Ideen mit in den Landkreis Kelheim, wie Gemeinden, Wasserzweckverbände oder auch kirchliche Einrichtungen gestärkt werden“, so Klaus Amann zum Abschluss der Exkursion. Besonders bedankte er sich bei Karoline Bartha, LAG-Geschäftsführerin des Landkreises Landshut, die die Exkursionsstationen zusammenstellte und die jeweiligen Projektverantwortlichen organisierte. Ein Gegenbesuch wurde bereits vereinbart. 

LEADER zeigt damit eindrucksvoll: Europa beginnt nicht erst in Brüssel, sondern vielmehr direkt vor der eigenen Haustür.