Neue Alltagsbegleiter für Rottenburg und den Landkreis
20 Frauen und Männer haben kürzlich eine Schulung für Helfende nach § 45a SGB XI begonnen. In einer viertägigen Qualifizierung werden sie darauf vorbereitet, ältere pflegebedürftige Menschen im Alltag zu unterstützen und damit zugleich pflegende Angehörige zu entlasten.
Die Schulung wird in Kooperation des Landkreises Landshut mit der Stadt Rottenburg und dem Seniorenbeirat Rottenburg angeboten. Initiiert wurde die Zusammenarbeit von Ulrike Hüttl, Vorsitzende des Seniorenbeirats Rottenburg. Zum Auftakt begrüßten Bürgermeister Lauri Seidel, die Seniorenbeauftragte des Landkreises Landshut, Elisabeth Strasser, und die ehrenamtliche Seniorenbeauftragte der Stadt Rottenburg, Mathilde Haindl, die Teilnehmenden und dankten ihnen für ihre Bereitschaft, sich für ältere Menschen zu engagieren.
Geleitet wird die Schulung von der Gerontologin und Hauswirtschafterin Renate Frischhut. Mit ihrer langjährigen und vielfältigen beruflichen Erfahrung bringt sie wertvolles Praxiswissen in die Qualifizierung ein und vermittelt die Inhalte anschaulich und praxisnah.
„Alltagsbegleiter können ganz konkret dazu beitragen, dass ältere Menschen trotz Pflegebedürftigkeit möglichst lange selbstbestimmt und gut versorgt in ihrer vertrauten Umgebung leben können“, betonte Elisabeth Strasser. Gleichzeitig seien solche Unterstützungsangebote eine wichtige Entlastung für Angehörige, die häufig einen großen Teil der Versorgung übernehmen.
Zu den Aufgaben der künftigen Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter kann beispielsweise die Unterstützung im Haushalt gehören. Sie können pflegebedürftige Menschen außerdem zum Einkaufen oder zu Arztterminen begleiten, gemeinsame Spaziergänge unternehmen oder bei anderen alltäglichen Aktivitäten unterstützen. Nach Abschluss der Schulung können die Teilnehmenden entweder ehrenamtlich tätig werden oder als Beschäftigte eines anerkannten Dienstleisters arbeiten.
Die Leistungen können über den Entlastungsbetrag der Pflegeversicherung finanziert werden. Pflegebedürftige Menschen haben ab Pflegegrad 1 Anspruch auf monatlich 131 Euro, die unter anderem für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag eingesetzt werden können.
Das Landratsamt Landshut bietet entsprechende Schulungen bereits seit mehreren Jahren an. Damit soll das Unterstützungsnetzwerk im Landkreis kontinuierlich ausgebaut und an den wachsenden Bedarf angepasst werden. „Wir brauchen Menschen, die bereit sind, im Alltag ganz praktisch zu unterstützen. Die 20 Teilnehmenden setzen mit ihrer Entscheidung ein wichtiges Zeichen für gelebte Solidarität und ein gutes Miteinander der Generationen“, so Seidl, Haindl und Strasser übereinstimmend.