Inklusive Projekte durch LEADER-Mittel ermöglicht

05. Mai 2026: Inklusion im Landkreis Landshut: Europa fördert Barrierefreiheit vor Ort

Eine inklusive Gesellschaft, in der alle Menschen selbstbestimmt leben und ihre Potenziale entfalten können – dieses Ziel verfolgt nicht nur die Europäische Union, sondern wird zunehmend auch im Landkreis Landshut sichtbar umgesetzt. Möglich machen das unter anderem Förderprogramme wie LEADER, die gezielt Projekte im ländlichen Raum unterstützen. 

Am 9. Mai wird jährlich der Europatag begangen. Der Tag erinnert an die am 9. Mai 1950 von dem französischen Außenminister Robert Schumann vorgeschlagene Schaffung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS). Diese bildete die Grundlage für die heutige Europäische Union, in der neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, gemeinsame Grundsätze und Werte wie die Förderung von Frieden und Freiheit Ziele der Zusammenarbeit sind. Darüber hinaus hat die Europäische Kommission Gleichstellung und Inklusion zu zentralen politischen Schwerpunkten erklärt und setzt u.a. mit der Strategie für die Rechte von Menschen mit Behinderung 2021-2030 den formalen Rahmen für eine inklusive Gesellschaft, welche es allen Menschen ermöglicht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Vielfältige Projekte im Landkreis

Im Landkreis Landshut zeigt sich, wie diese politischen Ziele konkret umgesetzt werden können. So hat die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Landkreis Landshut e. V. in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte angestoßen und in die LEADER-Förderung aufgenommen, die Inklusion im Alltag erlebbar machen. 

Im Bereich Kultur wurden etwa barrierefrei zugängliche Museen in Ergoldsbach und Wörth an der Isar realisiert. In Bruckberg wurde der Museumsrundweg mit Texten in leichter Sprache ergänzt. Veranstaltungsreihen wie „Kultur für Alle“ oder inklusive Events im ländlichen Raum schaffen Begegnungen für Menschen mit und ohne Behinderung. 

Auch im Freizeit- und Tourismusbereich gibt es Fortschritte: Barrierefreie Freibäder in Obersüßbach und Hohenthann, ein Bewegungsparcours in Ergoldsbach oder inklusive Sportangebote in der Boulderhalle PEAK7 setzen neue Maßstäbe. Aktuell wird zudem ein Projekt zur Inklusion im Tennis in Baierbach umgesetzt.

Eine barrierefreie Schaubrauerei mit Klosterbräustüberl, in welcher Bio-Bier aus regionalem Hopfen gebraut wird, ergänzt das Freizeitangebot. 

In der regionalen Wirtschaft entstehen ebenfalls inklusive Strukturen. So bietet die Schaukäserei in Höhenberg Arbeitsplätze für Menschen mit Lernschwierigkeiten und stärkt gleichzeitig die regionale Bio-Wertschöpfungskette Milch. 

Bildung und Jugend im Fokus

Besonderes Augenmerk liegt auch auf Bildung und Jugendarbeit. Barrierefreie Volkshochschulangebote, Schulküchen oder Bildungsprojekte wie das Wissenszentrum „WasserWertSchätzen“ ermöglichen Lernen für alle. Jugendtreffs, Skateanlagen und Pumptracks werden zunehmend inklusiv gestaltet. 

Gemeinsame Aufgabe

Der Landkreis Landshut und die Lokale Aktionsgruppe zeigen beispielhaft, wie europäische Ziele lokal umgesetzt werden können – Schritt für Schritt hin zu einer inklusiven Region für alle. Der Aktionsplan „Inklusive Region Landshut“ ist dabei eng mit der Lokalen Entwicklungsstrategie der Lokalen Aktionsgruppe verzahnt. Beide Konzepte verfolgen das gemeinsame europäische Ziel, Barrieren abzubauen und gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. 

Peter Dreier, 1. Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe, freut sich darüber, dass ein breites Spektrum lokaler Akteure von den europäischen Zuschüssen profitiert: „Die Projekte zeigen, dass Inklusion vor Ort beginnt – in Vereinen, in der Freizeit, in der Bildung und in der Arbeitswelt.“ 

Und Linda Pilz, Behindertenbeauftragte im Landkreis Landshut betont: „Inklusion ist eine dauerhafte gesellschaftliche Aufgabe. Dabei hilft die Unterstützung der Lokalen Aktionsgruppe und die LEADER-Förderung uns, zukunftsweisende Ideen im ländlichen Raum umzusetzen und echte Verbesserungen im Alltag der Menschen zu erreichen.“