Sensibilisierungsschulung zum Thema „Barrierefreiheit“ im Landratsamt Landshut
Wie fühlt es sich an, wenn eine vermeintlich unbedeutende Bodenschwelle von nur ein bis zwei Zentimetern eine unüberwindbare Barriere darstellt? Dies konnten die Stadtplaner und Landschaftsarchitekten des Landshuter Planungsbüros Logo verde kürzlich bei einer Sensibilisierungsschulung zum Thema Barrierefreiheit im Landratsamt Landshut am eigenen Leib erfahren. Über den Weg der Selbsterfahrung setzten sich die Teilnehmer an interaktiven Erlebnisstationen mit den vielfältigen Herausforderungen im Alltag von Menschen mit Behinderung auseinander. Dazu gehörten ein Rollstuhl- und ein Blindenparcours, ein Alterssimulationsanzug sowie Stationen zu den Themen Feinmotorik und Hörbeeinträchtigung.
Angeleitet und begleitet wurden die Teilnehmenden dabei von der Behindertenbeauftragten Linda Pilz, der Wohnraumberaterin Nadine Abramowski, der Seniorenbeauftragten Elisabeth Strasser sowie den beiden Mitgliedern des Behindertenbeirats des Landkreises, Willi Gröger und Franz-Adolf Kleinrahm, die als Betroffene eine besonders wertvolle Expertise einbringen konnten.
Im theoretischen Teil der Schulung gab Linda Pilz einen Überblick über die unterschiedlichen Behinderungsarten und die gesetzlichen Grundlagen von Barrierefreiheit. Anhand zahlreicher Praxis-Beispiele schärfte sie den Blick für die Anforderungen an die Planung und Umsetzung gelungener barrierefreier öffentlicher Freiflächen. Unverzichtbar seien unter anderem durchgängige Wegeketten, ausreichend Bewegungsflächen, eine angepasste Oberflächengestaltung, breite Gehwege, sichere Überquerungsstellen, normgerechte Rampen, gut gekennzeichnete barrierefreie Stellplätze und eine bedarfsgerechte Ausstattung und Möblierung.
Eine weitere Gelegenheit zur Selbsterfahrung erhielten die Teilnehmer bei Erkundungsgängen in die nähere Umgebung des Landratsamtes. Mit Rollator, Rollstuhl und Blindenstock übten sie sich darin, die Umwelt mit anderen Augen wahrzunehmen und identifizierten zahlreiche Barrieren im öffentlichen Raum.
In der abschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmenden einig: Gerade, weil Planern und Architekten bei der Umsetzung einer konsequenten und durchgängigen Barrierefreiheit eine Schlüsselrolle zukomme, seien die im Rahmen der Schulung gemachten Selbsterfahrungen von sehr hohem Wert. Ob im Bereich der Stadtplanung oder bei der Gestaltung von öffentlichen und privaten Freiflächen und Gebäuden – überall gehe es darum, allen Menschen einen eigenständigen, ungehinderten Zugang zu ermöglichen und somit eine gleichberechtigte Teilhabe sicherzustellen.