Torffreie Erde nutzen – Moore und Klima schützen
Noch immer besteht handelsübliche Blumenerde überwiegend aus Torf – ein Rohstoff, der aus Mooren gewonnen wird. Dabei ist torffreies Gärtnern längst möglich. Schilder an Friedhöfen im Landkreis Landshut sollen zum gemeinsamen Klimaschutz motivieren – am Freitag sind sie vorgestellt worden und werden nun in den teilnehmenden Gemeinden im Landkreis angebracht.
Torf entsteht im Moor und entwickelt sich sehr langsam – die Bildung einer ein Meter dicken Torfschicht dauert etwa 1.000 Jahre. Durch den Abbau von Torf für Blumenerde werden nicht nur wichtige Lebensräume zerstört, sondern auch riesige Mengen an klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid freigesetzt. Denn Moore sind gigantische Kohlenstoffspeicher: „Obwohl sie nur drei Prozent der globalen Landfläche einnehmen, binden sie doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder“, so Christian Kainz, Moorschutzbeauftragter für den Landkreis Landshut.
Ein Großteil des in Deutschland verwendeten Torfs kommt mittlerweile aus russischen und baltischen Hochmooren – Europas größte und kostbarste Moore. Ihre Erhaltung ist für die Stabilität unseres Klimas essenziell und torffreies Gärtnern daher aktiver Klimaschutz.
Dabei gibt es gute Alternativen zu torfhaltiger Erde: Kompost, Rindenhumus und Holzfasern haben ähnliche Eigenschaften. Im Handel ist als „torffrei“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnete Blumenerde erhältlich. Vorsicht ist jedoch bei „torfreduzierter“ Erde oder „Bioerde“ geboten, die häufig noch viel Torf enthalten, ebenso bei importierten Kokosfasern.
Besonders kostengünstig ist Pflanzerde aus eigenem Kompost. Alternativ kann Kompost bei den Kompostieranlagen im Landkreis erworben werden. Für Blumenerde empfiehlt sich eine Mischung aus je einem Drittel Gartenerde, Pflanzenfasern und Kompost. Christian Kainz bestätigt: „Ein gesundes und starkes Wachstum von Zimmer- und Gartenpflanzen lässt sich auch mit torffreier Komposterde erzielen. Der Torf und der darin gebundene Kohlenstoff bleiben dann da, wo sie hingehören: im Moor!“