Klimaschutzmanagement

Es ist eine globale Jahrhundertaufgabe: Die Bekämpfung des Klimawandels, der Schutz unserer Natur. Der Landkreis Landshut will hier ebenfalls seinen Beitrag leisten. Durch die Einrichtung eines Klimaschutzmanagements zum 01.07.2021 und die Erstellung und Einführung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes trägt der Landkreis maßgeblich zum ambitionierten und aktiven Klimaschutz bei.

Klimaschutz ist für die Region aber bei weitem kein Neuland: Um das Thema Energie und hier insbesondere den Bereich der Energiewende im Landkreis Landshut weiter nach vorne zu bringen, wurde bereits im Jahr 2011 eine Projektgruppe "Energie" mit Vertretern aus Politik, Gesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft eingerichtet. Eines der Ergebnisse war das Energieleitbild für den Landkreis Landshut, das bereits 2012 vom Kreistag einstimmig beschlossen wurde und die strategische Ausrichtung im Bereich Energie vorgab.

Seitdem hat sich der Landkreis weiterhin tatkräftig für eine klimafreundliche Energieversorgung eingesetzt. So erhöht der Landkreis den Anteil regenerativer Energie für die kommunalen Liegenschaften sukzessive. Acht der 15 größten Liegenschaften des Landkreises haben bereits eine Wärmeversorgung über regenerative Energiequellen.

Die Klimarelevanz-Prüfung ist Teil der umfassenden Klimaschutzstrategie des Landkreises Landshut. Die Einführung und Verstetigung ist ein weiterer Beitrag dafür, dass das Thema Klimaschutz ein integrativer Teil unserer Verwaltungsarbeit wird. Mit großer Mehrheit stimmte der Kreistag dafür, dass Klimaauswirkungen von kommunalen Beschlüssen bei jeder Beschlussvorlage beurteilt werden.

Mit dem Klimaschutzkonzept gehen wir einen weiteren Schritt in eine klimaneutrale Zukunft.

Kern dieses integrierten Klimaschutzkonzeptes ist:

  • eine bereichsübergreifende Erfassung der Ausgangssituation:
    - Eine qualitative Bestandsanalyse gibt einen Überblick darüber, wo der Landkreis aktuell beim Klimaschutz steht, welche Maßnahmen bereits realisiert wurden und welche sich noch in der Umsetzung befinden.
    - Im Rahmen einer quantitativen Bestandsanalyse wurde die Energie- und Treibhausgas(THG)-Bilanz nach BISKO-Standard (Bilanzierungs-Systematik kommunal) erstellt. Die klimarelevanten THG-Emissionen wurden auf Basis der ermittelten Energieverbrauchsdaten errechnet.
    - Dabei wurden unterschiedliche Teilbereiche wie beispielsweise Mobilität, Gewerbe, private Haushalte und die kommunalen Liegenschaften im Hinblick auf ihren Einfluss auf die CO2-Bilanz des Landkreises betrachtet.

  • die Ausarbeitung und Priorisierung von Handlungsfeldern: Die ermittelte umfangreiche Datenbasis ermöglichte es uns,
    - die THG-Minderungspotenziale und Szenarien im Landkreis zu ermitteln,
    - Prioritäten aufzuzeigen und
    - unsere weiteren Planungen davon abzuleiten.

  • die Entwicklung eines Maßnahmenplans mit konkreten Vorschlägen zur Umsetzung:
    - Unter Einbeziehung von regionalen Akteuren (wie z.B. Bevölkerung, Unternehmen, Politik) wurde ein umfassender Katalog mit 41 Klimaschutz-Maßnahmen erstellt,
    - die auf den Landkreis Landshut zugeschnitten sind und
    - auf lokaler Ebene zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele beitragen.

Mit der Einführung der Klimarelevanz-Prüfung leistet der Landkreis einen weiteren Beitrag dafür, dass das Thema Klimaschutz ein integrativer Teil der Verwaltungsarbeit wird. Der Kreistag stimmte am 14.03.2022 mit großer Mehrheit dafür, dass Klimaauswirkungen von kommunalen Beschlüssen an als prozessbegleitendes Instrument qualitativ beurteilt und am Ende jeder Beschlussvorlage dargestellt werden.

Ein Vorhaben ist klimarelevant, wenn dieses mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt: Verbrauch von elektrischer Energie, thermischer Energie, fossilen Ressourcen, Holz und Wasser. Ein weiteres Kriterium kann der Beitrag zur Kreislaufwirtschaft (Recycling), Energiewende und der gesamtgesellschaftlichen Transformation hin zu mehr Umwelt- und Klimaschutz sein. Das Klimaschutzmanagement unterstützte die Fachabteilungen bei der Beantwortung und wertete die Angaben zur Klimarelevanz aus dem ersten Jahr aus. Aufgrund der positiven Resonanz wurde das Instrument erfolgreich als Teil der umfassenden Klimaschutzstrategie des Landkreises Landshut verstetigt.

Die Auswertung und hilfreiche Unterlagen können Sie herunterladen und gerne nutzen. Nachmachen ausdrücklich erwünscht.

 

„Der Weg zur Klimaneutralität ist zwar unterschiedlich, doch es ist wichtig und richtig, jetzt Maßnahmen zu ergreifen“ sagt Landrat Peter Dreier, und lobt das Engagement der Kommunen im Landkreis Landshut. 

Hervorgehend aus einem gemeinsamen Klärschlammkonzept aus dem Jahr 2021, bekundeten 16 Kommunen ihr Interesse zur Teilnahme an einem geförderten Klimaschutz-Netzwerk. Das Institut für Energietechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (IfE), welches die Netzwerkträgerschaft des Kommunalen Klimaschutz-Netzwerks für Kommunen im Landkreis Erlangen-Höchstadt übernimmt, stellte daraufhin den Förderantrag beim Fördermittelgeber früher Projektträger Jülich (PtJ) jetzt Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) GmbH. 

Mit dem Gründungstreffen am 27.06.2023 wurde von 12 Kommunen und dem Wasserzweckverband Niederaichbach-Wörth/Isar der Grundstein für die 3-jährige Netzwerkarbeit gelegt. Das Netzwerk dient vor allem dem Austausch der Netzwerkteilnehmer untereinander, der Bündelung von Ressourcen und der Förderung der Zusammenarbeit der Kommunen in Sachen Klimaschutz und Energiewende. 

Der Zuwendungsbescheid mit dem maximalen Fördersatz und einer Fördersumme von 581.558,00 € wurde im März 2023 positiv beschieden. André von Mensenkampff, Klimaschutzmanager des Landkreises Landshut, freute sich über das Engagement der Kommunen. Er erklärte, dass das Hauptziel der geförderten Netzwerkarbeit in den kommenden drei Jahren das Erreichen definierter CO2-Reduktionsziele durch die konzeptionelle Ausarbeitung und Weiterentwicklung von Maßnahmen zum Klimaschutz ist.

Die Teilnehmer erhalten in dem 3-jährigen Projekt zum einen konkrete fachliche Impulse für den Klimaschutz durch die technisch-wissenschaftliche Beratung des IfE. Zum anderen steht aber auch der gegenseitige Austausch und das voneinander Lernen im Fokus der Netzwerkarbeit. 

Teilnehmer des Kommunalen Klimaschutz-Netzwerkes für Kommunen im Landkreis Landshut: 

·        Gemeinde Bruckberg

·        Gemeinde Eching

·        Gemeinde Neufahrn i. NB

·        Gemeinde Tiefenbach

·        Markt Altdorf

·        Markt Ergoldsbach

·        Markt Essenbach

·        Stadt Rottenburg a. d. Laaber

·        Zweckverband zur Abwasserbeseitigung Niederaichbach-Wörth/Isar

·        Verwaltungsgemeinschaft Gerzen

Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden

Die Arbeitsschwerpunkte des IfE liegen bei der Beratung von Politik, Kommunen, Energieversorgungs- und Industrieunternehmen in den Bereichen Energieeffizienz, Erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung. Im Fokus steht dabei die Analyse von Energieverbrauchsstrukturen, die Herausarbeitung von Potenzialen zur Effizienzsteigerung und dezentralen Energieerzeugung und die Entwicklung effizienter Energieversorgungslösungen sowie deren technische, ökonomische und ökologische Bewertung. 

Ergänzend zu den konzeptionellen Arbeiten forscht und entwickelt das IfE praxisorientiert auf dem Gebiet der Kraft-Wärme-Kopplung und Erneuerbaren Energien und setzt die gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen von Modell- und Demonstrationsvorhaben mit wissenschaftlich-messtechnischer Begleitung in die Praxis um.

(Institut für Energietechnik)

Die Einrichtung eines Klimaschutzmanagements und die Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes wurden über die „Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten im kommunalen Umfeld“ (Kommunalrichtlinie) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) durch das Bundesministerium für für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert.

 

Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

Der Landkreis Landshut ist Teil des Unterstützer-Teams Energiewende in Bayern – einer Initiative des Bayerischen Wirtschaftsministeriums zur aktiven Begleitung und Umsetzung der Energiewende auf kommunaler Ebene.

Als Unterstützer zeigt der Landkreis klar Haltung: Für eine nachhaltige, regionale Energiezukunft, für mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern – und für mehr Transparenz und Bürgernähe bei Energiefragen.

Was bedeutet die Unterstützung konkret?

Der Landkreis Landshut bringt seine Kompetenzen, Netzwerke und Strukturen ein, um die Energiewende vor Ort aktiv mitzugestalten. Dazu gehört unter anderem:

  • Förderung unabhängiger Energieberatung (z. B. durch Kooperation mit der Verbraucherzentrale Bayern und der Landshuter Energieagentur)
  • Kommunale Öffentlichkeitsarbeit, z. B. durch Informationsangebote, Veranstaltungen und Bildungsprojekte
  • Motivation und Begleitung von Kommunen, Unternehmen und privaten Haushalten auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz und Klimaschutz

Welche Vorteile hat der Landkreis davon?

Als Teil des Unterstützer-Teams profitiert der Landkreis Landshut von:

  • Direktem Zugang zu aktuellen Informationen und Förderprogrammen
  • Einbindung in Fachnetzwerke und Erfahrungsaustausch
  • Sichtbarkeit als engagierter Energiewende-Akteur in Bayern
  • Materialien und Kampagnen zur lokalen Umsetzung von Energiespar- und Klimaschutzmaßnahmen

Damit stärkt der Landkreis seine Vorbildfunktion und macht deutlich: Die Energiewende gelingt, wenn wir sie gemeinsam anpacken.

👉 Weitere Informationen zur Initiative „Team Energiewende Bayern“ 

Gefördert durch