Erfolgreiche Klimaschutzaktionen
Im Rahmen der bayerischen Klimawoche 2024 setzte der Landkreis ein starkes Zeichen für den Klimaschutz und unterstützte seine Bürgerinnen und Bürger dabei, ihre Heizkosten zu senken. In Kooperation mit der Verbraucherzentrale Bayern bot der Landkreis 150 privaten Haushalten eine kostenlose Energieberatung an.
Qualifizierte Energieberater kamen dabei direkt nach Hause und gaben individuelle Handlungsempfehlungen. Dabei wurden alle Aspekte der Energieeffizienz berücksichtigt – von der optimalen Dämmung über effiziente Heizsysteme und bis hin zur Nutzung erneuerbarer Energien. Die Experten informierten zudem über mögliche Förderprogramme und gaben wichtige Hinweise zur Antragstellung. Besonderer Wert wurden auf die Wirtschaftlichkeit und damit auch auf die kleineren und kostengünstigeren Maßnahmen gelegt, durch die man bereits viel Energie und Kosten einsparen kann.
„Mit dieser Aktion möchten wir unsere Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, ihre Häuser und Wohnungen energieeffizienter zu gestalten und so sowohl ihre Heizkosten zu senken als auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, betonte Landrat Peter Dreier. „Eine individuelle Energieberatung ist der erste Schritt zu einem energieeffizienten Zuhause.“
Der Hausbesuch hatte einen Wert von mehreren hundert Euro und wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. Den normalerweise jeweils anfallenden Eigenanteil von aktuell 40 € übernahm der Landkreis Landshut im Rahmen der Sonderaktion für 150 Beratungen.
Im Herbst 2024 rief der Landkreis Landshut seine Bürgerinnen und Bürger zu einer besonderen Kampagne auf: Die Suche nach den ältesten Kühlschränken. Diese Initiative zielte darauf ab, auf die schnelle und einfache Energieeinsparung durch den Einsatz eines modernen, stromsparenden Kühlgeräts aufmerksam zu machen.
Landrat Peter Dreier erklärte: "Unser Ziel ist es, die Bürger zum Nachdenken über ihren Energieverbrauch anzuregen und gegebenenfalls ihren Kühlschrank auszutauschen. Ein moderner Kühlschrank schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel."
Die Motivation hinter dieser Aktion war klar: Viele Haushalte nutzen noch Kühlschränke, die Jahrzehnte alt sind und im Vergleich zu aktuellen Geräten einen erheblichen Stromverbrauch aufweisen. Ein Austausch dieser Geräte kann nicht nur die Stromrechnung erheblich senken, sondern auch einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Zudem bieten moderne Kühlschränke zahlreiche Vorteile, wie eine verbesserte Funktionalität, geringere Geräuschentwicklung und eine längere Frischehaltung von Lebensmitteln, was wiederum die Lebensmittelverschwendung reduziert.
Im Rahmen der Aktion erhielten die Besitzer der zehn ältesten Kühlschränke attraktive Tauschprämien von bis zu 500 Euro für den Kauf eines neuen energieeffizienten Geräts. Die Teilnahmebedingungen waren einfach: Die Kühlschränke mussten mindestens 20 Jahre alt, funktionsfähig und dauerhaft in Betrieb sein.
Die Gewinner konnten ihr Altgerät kostenfrei in einer der Altstoffsammelstellen des Landkreises entsorgen und erhielten nach dem Kauf eines neuen, energieeffizienten Geräts bei einem Elektrofachmarkt vor Ort die vereinbarte Tauschprämie. Die Teilnehmer mit den ältesten beiden Kühlschränken wurden bei der Landshuter Umweltmesse 2025 ausgezeichnet.
Landkreisbürger gestalten Klimaschutz
Online-Umfrage
Im September 2022 startete der Landkreis Landshut eine große Bürgerbeteiligungskampagne zum Klimaschutz mit einer Online-Umfrage. Über 1.100 Landkreisbürger haben über diese Plattform zu den Themenfeldern Energiewende, Mobilität und Konsum auf direktem Weg mitgeteilt, was sie gut finden und was sie sich anders wünschen. Mithilfe dieser gesammelten Daten, Wünschen und Ideen soll der Klimaschutz im Landkreis zielgerichtet weiter vorangetrieben werden.
Klimaschutz-Workshop
Der Klimaschutz-Workshop Anfang Oktober 2022 war der zweite Teil der Bürgerbeteiligung. Ziel dieser Aktion war es, die Bürger im Landkreis Landshut für den Klimaschutz zu aktivieren und deren Vorschläge in die zukünftigen Maßnahmen aktiv miteinfließen zu lassen – und das für die nächsten Monate bis Jahre, um die Region bei diesem wichtigen Thema voranzubringen.
Ergebnisse der erarbeiteten Ideen und Vorschläge
Präsentation der Treibhausbilanz und deren Handlungsbedarf auf Landkreisebene


Noch immer besteht handelsübliche Blumenerde überwiegend aus Torf – einem Rohstoff, der aus Mooren gewonnen wird. Dabei ist torffreies Gärtnern längst möglich. 81 Schilder wurden an teilnehmende Friedhöfe im Landkreis Landshut verteilt und sollen zum gemeinsamen Klimaschutz motivieren.
Torf entsteht im Moor und entwickelt sich sehr langsam – die Bildung einer ein Meter dicken Torfschicht dauert etwa 1.000 Jahre. Durch den Abbau von Torf für Blumenerde werden nicht nur wichtige Lebensräume zerstört, sondern auch riesige Mengen an klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid freigesetzt. Denn Moore sind gigantische Kohlenstoffspeicher: „Obwohl sie nur drei Prozent der globalen Landfläche einnehmen, binden sie doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder“, so Christian Kainz, Moorschutzbeauftragter für den Landkreis Landshut.
Im Landkreis sind größere Torfvorkommen noch im Isar- und Vilstal zu finden, diese sind aber stark bedroht. Auch hier wurde stellenweise bis in die 1970er Jahre Torf abgebaut und als Einstreu- oder Heizmaterial genutzt. Eine noch größere Bedrohung für die heimischen Moorböden stellt aber deren systematische Trockenlegung dar, um eine Bewirtschaftung mit modernen Landmaschinen zu ermöglichen. „Wenn dem Moor das Wasser fehlt, verbindet sich der im Torf enthaltene Kohlenstoff mit dem Luftsauerstoff zu dem klimaschädlichen Gas Kohlenstoffdioxid und entweicht in die Atmosphäre. Jährlich verschwinden so mehrere Zentimeter fruchtbarer Boden buchstäblich in die Luft,“ so Kainz. Deshalb setzt der Landkreis Landshut im Moorschutz auf die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft.
Ein Großteil des in Deutschland verwendeten Torfs kommt mittlerweile aus russischen und baltischen Hochmooren – Europas größte und kostbarste Moore. Ihre Erhaltung ist für die Stabilität unseres Klimas essenziell und torffreies Gärtnern daher aktiver Klimaschutz.
Dabei gibt es gute Alternativen zu torfhaltiger Erde: Kompost, Rindenhumus und Holzfasern haben ähnliche Eigenschaften. Im Handel ist als „torffrei“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnete Blumenerde erhältlich. Vorsicht ist jedoch bei „torfreduzierter“ Erde oder „Bioerde“ geboten, die häufig noch viel Torf enthalten, ebenso bei importierten Kokosfasern.
Besonders kostengünstig ist Pflanzerde aus eigenem Kompost. Alternativ kann Kompost bei den Kompostieranlagen im Landkreis erworben werden. Für Blumenerde empfiehlt sich eine Mischung aus je einem Drittel Gartenerde, Pflanzenfasern und Kompost. Christian Kainz bestätigt: „Ein gesundes und starkes Wachstum von Zimmer- und Gartenpflanzen lässt sich auch mit torffreier Komposterde erzielen. Der Torf und der darin gebundene Kohlenstoff bleiben dann da, wo sie hingehören: im Moor!“