9. Dialogforum: Planungen der Umfahrung Landshut schreiten voran

17. Juni 2024 : Die beiden Bauabschnitte der Ost-Umfahrung Landshut im Zuge der B 15neu standen im Fokus des 9. Dialogforums

Die beiden Bauabschnitte der Ost-Umfahrung Landshut im Zuge der B 15neu standen im Fokus des 9. Dialogforums, das am Montagvormittag in Landshut stattfand. Vertreter aus Politik, Verwaltung und Interessensverbänden informierten sich zum aktuellen Planungsstand und über das weitere Vorgehen. Schwerpunkte waren das laufende Planfeststellungsverfahren zum ersten Bauabschnitt vom Autobahnkreuz Landshut bis zur Kreisstraße LAs 14 bei Dirnau und die Voruntersuchung zur Querung der Isarhangleite bei Eisgrub im zweiten Bauabschnitt bis Geisenhausen.

Eingeladen hatte die Leitungsgruppe des Dialogforums mit Landrat Peter Dreier, Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz sowie Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Wüst, Leiter der Abteilung Straßen- und Brückenbau am Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr. Der stellvertretende Bereichsleiter Straßenbau am Staatlichen Bauamt Landshut, Tobias Lindner, erläuterte zunächst den aktuellen Stand des Planfeststellungsverfahrens für den ersten Bauabschnitt der Ost-Umfahrung Landshut: Im Januar 2024 wurden die ergänzenden Unterlagen zum Themenkomplex „Globales Klima“ und der Fachbeitrag zur Wasserrahmenrichtlinie öffentlich ausgelegt. Damit kann einigen Einwendungen und Stellungnahmen aus dem Anhörungs- und Erörterungsverfahren des Planfeststellungsverfahrens entsprochen und auf teilweise geänderte rechtliche Rahmenbedingungen seit der ersten Auslegung der Unterlagen im Jahr 2020 reagiert werden. Mittlerweile hat die Regierung von Niederbayern die Einwendungen der ergänzenden Auslegung erfasst und wird diese im nächsten Schritt dem Staatlichen Bauamt für die Bearbeitung der Stellungnahmen bereitstellen.

Tobias Lindner berichtete für den ersten Bauabschnitt im Weiteren, dass der Wirtschaftlichkeitsnachweis für den Tunnel Ohu im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung erbracht wurde. Eine abschließende Behandlung dazu wird in 2024 im Rechnungsprüfungsausschuss des Deutschen Bundestags erwartet.

Parallel dazu sind die Planungen für die Erstellung des Vorentwurfs des zweiten Bauabschnitts auf Basis des Planfalls 1c vorangetrieben worden. Dabei wurde die Trasse der B 15neu im Bereich zwischen Frauenberg und Unterfimbach im Hinblick auf deren Höhenlage optimiert. Die weiteren Möglichkeiten zur Errichtung von freiwilligen Lärmschutzwällen sieht Landrat Dreier hier positiv und ermutigt die Gemeinde Adlkofen „sich aktiv bei den weiteren Planungsschritten mit einzubringen, um die Immissionen noch weiter unter die bereits mit der Planung eingehaltenen Grenzwerte zu bringen.“

Ein wesentlicher Teil der Planungsarbeiten für den zweiten Bauabschnitt war die Erstellung einer vertieften Voruntersuchung zur Querung der Isarhangleite. Diese beinhaltet neben einer genaueren Erkundung der Geologie auch eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für den gesamten Lebenszyklus der beiden untersuchten Varianten „Talbrücke“ und „Langer Tunnel“. Im Ergebnis soll die Variante „mit langem Tunnel“ als Vorzugsvariante weiterverfolgt werden. Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz brachte erneut seine mit der vertieften Voruntersuchung bestätigten Argumente vor. Für ihn besteht die sinnvollste Lösung in jederlei Hinsicht in der Tunnel-Variante: „Dafür setze ich mich seit Jahren zusammen mit Landrat Peter Dreier ein. Ein Tunnel ist einerseits der beste Lärmschutz für die Bevölkerung, andererseits kann damit auch der ökologische Eingriff minimiert und das Landschaftsbild oberhalb der Isarhangleite erhalten werden.“

In einer allgemeinen Aussprache begrüßten alle Mitglieder, dass mit dem Lösungsvorschlag “Langer Tunnel“ die bestmögliche Lösung weiterverfolgt wird.

Die Denkanstöße aus der letzten Sitzung des Dialogforums sind bei der Weiterentwicklung zum Vorentwurf für den zweiten Bauabschnitt eingeflossen: So hat der Bund vor Kurzem dem Vorschlag einer direkten Führung des Verkehrs der B 15neu auf die B 299 bei Geisenhausen in Form einer Gabelung zugestimmt. Landrat Peter Dreier betonte: „Die Zustimmung des Bundes zur besseren Gestaltung des Knotenpunkts bei Geisenhausen ist ein tolles Ergebnis aus dem Dialogforum, damit wird Geisenhausen so gut wie möglich vom Durchgangsverkehr frei gehalten.“


Prof. Wolfgang Wüst vom Bayerischen Verkehrsministerium dankte allen Teilnehmenden für ihre konstruktiven Beiträge und appellierte an die betroffenen Gemeinden, sich weiterhin aktiv am Projekt und Dialog zu beteiligen: „In konstruktiver Zusammenarbeit lassen sich Lösungen finden und Optimierungen erzielen.“

Die Präsentation des 9. Dialogforums ist im Internet unter https://ou-landshut.de/index.php eingestellt.