Immobilienmarkt mit deutlichem Rückgang

04. Juli 2024 : Gutachterausschuss veröffentlicht neue Bodenrichtwerte für den Landkreis Landshut
Stellten die neuen Bodenrichtwerte für den Landkreis Landshut vor: Andreas Valenta (Vorsitzender des Gutachterausschusses), Sachbearbeiterin Jasmin Fischer und Landrat Peter Dreier.

Der Gutachterausschuss hat die aktuellen Bodenrichtwerte für den Landkreis Landshut ermittelt. Diese ortsteilbezogenen Werte sind transparent und kostenlos auf der Homepage des Landkreises Landshut einsehbar.

Zum Stichtag am 1. Januar 2024 zeigte sich folgendes Bild: Während die Preise für vollerschlossenes Bauland in Autobahn- und Stadtnähe weiterhin leicht ansteigen, stagnieren im restlichen Landkreis die Bodenpreise. Die Spanne der Bodenrichtwerte für Wohnbauflächen für Ein- und Zweifamilienhäuser reicht von 150 Euro pro Quadratmeter in Kröning bis zu 820 Euro pro Quadratmeter in Piflas/Ergolding. Für gewerbliche Bauflächen liegt der Richtwert nun nahezu flächendeckend bei über 100 Euro pro Quadratmeter, wobei er in Autobahnnähe auch 200 Euro pro Quadratmeter erreicht. Im bundesweiten Vergleich bleibt der Preis für Grün- und Ackerland im Landkreis weiterhin hoch.

Seit Beginn des Ukrainekriegs ein Einbruch auf dem Markt zu verzeichnen, bedingt durch Inflation, steigende Zinsen und erhöhten Baukosten. Die Anzahl der Kaufverträge und der Geldumsatz sind rückläufig. Seit dem Vorjahr ist die Anzahl an Kaufverträgen um 20 Prozent auf 1 067 Fälle zurückgegangen, der Geldumsatz ist im Landkreis sogar um 30 Prozent auf 357 Millionen Euro eingebrochen (siehe Abb. 1).

Auffällig ist vor allem, dass sich die Zahl der Käufe von Wohn- und Teileigentumsobjekten im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert hat (siehe Abb. 3). Außerdem ergab die Auswertung der Kaufpreissammlung, die vom Gutachterausschuss geführt werird, dass der durchschnittliche Wohnflächenpreis bei Ein- und Zweifamilienhäusern erstmals seit langem wieder rückläufig ist – und das sowohl bei Bestandsobjekten als auch bei Neubauten (siehe Abb. 4).

Besonders stark betroffen ist auch der Handel mit neuen Eigentumswohnungen. Während 2022 noch knapp 100 Erstverkäufe stattfanden, waren es 2023 nur noch 27. Der Wiederverkauf von Eigentumswohnungen pendelt sich bei knapp über 100 Fällen pro Jahr ein. (siehe Abb. 5)

Die Unsicherheit auf dem Immobilienmarkt spiegelt sich bei unbebauten Grundstücken (land- und forstwirtschaftliche Flächen und Bauland) wieder. Im Vergleich zu 2021 wurden 2023 um ein Drittel weniger Kaufverträge für unbebaute Grundstücke abgeschlossen (vgl. Abb. 3). Dennoch zeigen Auswertungen, dass die Preise für Wohnbaugrundstücke – also für Einfamilienhäuser sowie Doppel- und Reihenhäuser – weiterhin hoch sind. (vgl. Abb. 6)

Im nördlichen und südlichen Landkreis bleiben die Bodenpreise für Wohnbauland nahezu flächendeckend auf hohem Niveau. Lediglich in einzelnen Gemeinden entlang der A92 steigen die Bodenwerte leicht an.

Eine Ausnahme bildet lediglich die Gemeinde Eching: Eine Auswertung der Kaufverträge ergab, dass hier die Bodenrichtwerte für individuelles Wohnbauland um insgesamt 100 Euro am stärksten gestiegen sind. Der Bodenrichtwert des verkehrsgünstig gelegenen Ortes liegt nun bei 600 Euro pro Quadratmeter, ähnlich hoch wie in umliegenden Gemeinden.

Bodenrichtwerte sind Durchschnittswerte des Bodenwerts, unabhängig davon, ob das Land bebaut ist oder nicht. Sie werden vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte anhand einer Kaufpreissammlung ermittelt, wobei mögliche Erschließungskosten oder andere Belastungen nicht berücksichtigt werden. Die Daten basieren auf sämtlichen notariell beurkundeten Immobilienkaufverträgen. Der Landkreis Landshut stellt die Bodenrichtwerte für baureifes Land, vollerschlossenes Bauland, Acker- und Grünland sowie forstwirtschaftliche Flächen alle zwei Jahre bereit. Alle Informationen sind unter folgendem Link abrufbar: Bodenrichtwerte - Landkreis Landshut 

Die Bodenrichtwerte im Stadtgebiet werden separat von der Stadt Landshut ausgewiesen.